Hinweis: Onlinespenden bis spätestens 28.12.2014 können rechtzeitig eingezogen werden, um Ihre Spende 2014 steuerlich absetzbar zu machen.
Danke für Ihr Verständnis! ▶ Jetzt online spenden

Antwort von MPreis

Was MPreis den KonsumentInnen antwortet

Infoseite - 7 Juli, 2009
Mehrwegflaschen sind die umweltfreundlichsten Getränkeverpackungen. Sie haben viele Vorteile. Vorteile, die leider in Vergessenheit geraten sind, denn in den letzten Jahren wurde sie systematisch durch umweltbelastende Einweggebinde ausgetauscht.

Daher hat Greenpeace die Initiative "Ich will Mehrweg!" gestartet. Im April 2010 hat sich auch Umweltminister DI Berlakovich für die Wahlfreiheit bei Mehrweg im Handel ausgesprochen.

Eine Überprüfung von Greenpeace im Mai 2010 hat jedoch ergeben, dass die KonsumentInnen diese Wahlfreiheit nicht haben. In den meisten Supermärkten werden nur wenige Getränke in Mehrwegflaschen angeboten. Greenpeace hat deshalb erneut die KonsumentInnen dazu eingeladen sich an ihren Supermarkt zu wenden und sich für eine größere Auswahl an Mehrweggetränken auszusprechen.

Nachfolgend ist zu lesen, was MPreis auf ein solches E-Mail geantwortet hat. Danach folgt der Kommentar von Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin bei Greenpeace, auf die Antwort von MPreis.

Antwort von MPreis:

Sehr geehrter xxx xxx,

Sie berichten über Ihren Wunsch nach vermehrten Mehrwegangebot. Vielen Dank! Mit Ihrem Feedback helfen Sie uns, Ihren Wünschen näherzukommen und unser Service für Sie zu verbessern!

Ob vermehrt Einweg- oder Mehrwegverpackungen verwendet werden, entscheidet grundsätzlich der Konsument. Momentan ist eher ein Trend in Richtung Einwegflasche zu erkennen. Diese ist leichter und Kunden ersparen sich die Rückgabe in den Märkten.

Ob die Reinigung von Mehrwegflaschen mit extrem ätzenden, chemischen Lösungen tatsächlich das ökologische Gleichgewicht fördert, ist fraglich. Nicht zu vergessen ist der Transport. Hier entstehen zusätzliche Abgase die unsere Umwelt zunehmend belasten, da die Flaschen zur Säuberung teilweise zuerst nach Wien transportiert werden.

Discounter (zB Hofer und Lidl) führen kein Mehrweggebinde.

MPREIS führt Mehrweggebinde (Bier etc.).

Um die Umwelt zu schonen listen wir kein italienisches Mineralwasser, sondern hauptsächlich Mineralwasser aus Tirol - wie Silberquelle. Somit finden Sie bei MPREIS ein transitfreies und umweltfreundliches Angebot an Mineralwasser.

Mehrweggebinde ist nur ein Teil von nachhaltigem Denken.

Weitere Beiträge für eine gesunde Umwelt sind:
• MPREIS ist eine Plattform für Regionale Markenartikel und Spezialitäten: Wir geben Produkten aus der Region den Vorrang!
• MPREIS führt mehr als 2.000 heimische Artikel von mehr als 250 Regionalen Lieferanten, damit die Wertschöpfung im Land bleibt und unnötige Transportkilometer und damit unnötiger Co² Ausstoß vermieden wird!
• MPREIS ist der größte Vertreiber von 'Tirol Milch Produkten' im Tiroler Einzelhandel
• Aktive Unterstützung der kleinstrukturierten Landwirtschaft und damit Erhalt der wertvollen Natur & Almen
• Gewährung eines fairen dh kostendeckenden Preises für Leistungen der Bauern aus der Alpenregion
• Durch die Unterstützung von über 600 Biobauern in Kooperation mit Bio vom Berg fördert MPREIS die Entwicklung des biologischen Landbaus in Tirol
• MPREIS führt über 500 Bioprodukte
• Reduktion der Transportkilometer durch eine zentrale Warenanlieferung
• MPREIS setzt auf alternative Energiemaßnahmen und betreibt die Märkte wie auch das Service Center in Völs mit neuen, effizienten Methoden.
• MPREIS achtet beim Bau eines jeden Marktes, dass sich das Gebäude in das Landschaftsbild ideal einfügt.
• uvm ....

Herr xxx, gerne leiten wir Ihre Anregungen an unsere Einkaufsleitung, sowie die betreffenden Lieferanten weiter und stellen diese zur Diskussion.

Auf Ihren nächsten Besuch freuen wir uns!

Für Ihr Schreiben und Ihr Engagement bedanken wir uns herzlich!

Es sendet Ihnen herzliche Grüße aus Völs

 

Das sagt Greenpeace dazu:

Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin bei Greenpeace kommentiert die Antwort von MPreis wie folgt:

1. Die Entscheidung ob Ein- oder Mehrweg treffen KundInnen

Die Untersuchung von Greenpeace vom Mai 2010 hat ergeben, dass bei MPreis keine Limonade, keine Fruchtsäfte und auch kein Mineralwasser in Mehrwegflaschen angeboten wird. MPreis bietet lediglich Bier in Mehrwegflaschen an.

Wie sollen sich also KonsumentInnen für Mehrwegflaschen entscheiden, wenn bei Limonade, Fruchtsäften oder Mineralwasser solche gar nicht angeboten werden?

Jeder, der sich mit Marketing beschäftigt hat, weiß, dass man mit verschiedenen Maßnahmen den Verkauf von Produkten steuern kann. MPreis bewirbt seine regionalen Produkte in kostspieligen Werbekampagnen und will die Menschen zum Kauf dieser motivieren, weil damit unnötige Transportwege eingespart werden.

Auch regionale Getränke in Mehrwegflaschen sind ökologisch vorteilhafter als weit gereiste Einwegflaschen oder -dosen. MPreis könnte seinen KundInnen auch Mehrwegprodukte auf diese Weise schmackhaft machen.

2. Einwegflaschen sind leichter

Ob eine Flasche leichter oder schwerer ist hängt vor allem vom Material ab und nicht ob sie wieder befüllt wird oder nicht. Kunststoff ist leichter als Glas und aus beiden Materialien gibt es sowohl Einweg- als auch Mehrwegflaschen.

Dem Wunsch nach leichten Flaschen könnte MPreis dadurch nachkommen, indem das Unternehmen Mehrwegflaschen aus Kunststoff anbietet.

3. KundInnen ersparen sich Rückgabe

MPreis zeigt durch diese Aussage, dass das Unternehmen unzureichend über die ökologischen Probleme von Einwegflaschen informiert ist. Viele regionale Abfallverbände klagen über eine starke Zunahme des sog. "Litterings" durch Einwegflaschen. Littering ist das achtlose Wegwerfen von Müll, das in den letzten Jahren stark zugenommen hat und hohe Kosten verursacht, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen.

Das beste Konzept zur Vermeidung von Littering durch Getränkeflaschen sind Mehrwegflaschen. Wer einen Pfandbetrag für Flaschen gezahlt hat, überlegt es sich zwei Mal, ob er diese achtlos weg wirft oder lieber ins Geschäft zurück trägt. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch Mehrweg Müll durch achtlos weg geworfene Getränkeflaschen stark reduziert werden kann, weil Mehrweg Abfall vermeidet.

Abgesehen davon ist es schon sehr erstaunlich, dass eine Supermarktkette kein Interesse daran zu haben scheint, dass seine KundInnen häufiger in ihre Filialen kommen. Denn Mehrwegflaschen tragen wesentlich besser als Einwegflaschen zur KundInnenbindung bei.

4. Reinigung mit extrem ätzenden, chemischen Lösungen

Diese Aussage von MPreis ist falsch. Mehrwegflaschen werden mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln gereinigt.

5. Transport und Produkte aus der Region

Beim Thema Transport und Mehrweg ist MPreis falsch informiert. Obwohl Mehrwegflaschen transportiert, gereinigt und wiederbefüllt werden, verbrauchen regionale Mehrwegsysteme deutlich weniger Energie als Einweggebinde, da der Energieaufwand bei der Erzeugung von Flaschen um ein Vielfaches größer ist als bei der Wiederbefüllung.

Niemand erwartet von MPreis den Import von weit gereisten Mehrweggetränken, sondern dass von regionalen Anfüllbetrieben Getränke in Mehrwegflaschen angeboten werden.

Eine kritische Überprüfung der Website von MPreis hat gezeigt, dass das Unternehmen die eigenen Vorgaben in Sachen Regionalität nicht allzu genau  nehmen dürfte.  Am 23. 7. 2010 hat MPreis bei seinen Aktionsanbeboten auf seiner Website Römerquelle aus dem Burgenland in Einwegflaschen aus Kunststoff sowie Schwechater Bier in Einwegflaschen aus Glas angeboten. (siehe nachfolgendes Aktionsflugblatt zum Download).

Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass Einwegflaschen ökologisch deutlich schlechter abschneiden wie Mehrwegflaschen aus der Region, die aus dem gleichen Material bestehen und die gleiche Füllmenge haben. Dies zeigen sämtliche Ökobilanzen. Einweg-Glasflaschen brauchen 50 Mal mehr Rohstoffe, Kunststoff-Einwegflaschen rund 17 Mal mehr Rohstoffe. Einweg-Glasflaschen sind fünfmal klimaschädlicher als Mehrwegglasflaschen.

6. Ablehnung italienischer Produkte

Dass italienische Produkte strikt abgelehnt werden hat mit Ökologie nichts zu tun. Denn Produkte aus Südtirol haben für Supermarkt-Filialen in Tirol und Vorarlberg einen deutlich geringeren Transportweg als Produkte aus Niederösterreich oder aus dem Burgenland.

Fazit:

Die Antwort von MPreis ist für seine KundInnen ungenügend. Das Unternehmen ist unzureichend über wissenschaftliche Tatsachen informiert, verbreitet falsche Behauptungen und hält nicht einmal die eigenen Vorgaben in Sachen Regionalität ein.

Das Unternehmen hat bis heute nicht verstanden, dass den Trend zur Einwegflasche nicht von den KonsumentInnen bestimmt wird, sondern von MPreis selbst aufgrund der Zusammenstellung seines Sortiments und der mangelnden Bereitschaft, die Vorteile von Mehrweg an seine KundInnen zu kommunizieren.

Erst dann, wenn MPreis eine vielfältige Auswahl an regionalen Getränken in Mehrwegflaschen an attraktiven Stellen und zu attraktiven Preisen in seinen Filialen anbietet und seinen KundInnen die Vorteile von Mehrweg näher bringt, zeigt das Unternehmen, dass es Umweltschutz bei Getränken ernst nimmt.

Zum Download:

Themen