Check Wasser mit Kohlensäure

Newsartikel - 23 Juli, 2010
Kohlensäurehältiges Wasser ist häufig eine Belastung für die Umwelt. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung von marktcheck.at. Nur 12 von 50 Produkten schneiden ökologisch "Gut" oder "Hervorragend" ab.

Mehrwegflaschen

 

50 Wasserprodukte im Öko-Check

Im Sommer wird viel getrunken. Dies hat der Greenpeace-Einkaufsratgebers marktcheck.at zum Anlass genommen und in Flaschen abgefülltes Wasser mit Kohlensäure (Sodawasser, Quellwasser, Mineralwasser, Heilwasser) untersucht. Die Produkte wurden auf ökologische Kriterien (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung) überprüft.

  • Produktliste mit Überblick der Produkte und wie diese bewertet sind
  • Bilder der Produkte

Schwache Bilanz

Von 50 Wasserprodukten erreichen nur 11 ein „Hervorragend“, eines erzielt ein „Gut“, eines schneidet „Kritisch“ ab, alle anderen 37 Produkte fallen mit „Ungenügend“ durch. Diese Produkte sind entweder in die Umwelt und das Klima besonders belastenden Einwegflaschen abgefüllt und/oder werden von weit her transportiert.

 

Nur wenige Wasser in Mehrwegflaschen

Die marktcheck.at Erhebung vom Mai dieses Jahres hat ergeben, dass die Auswahl an Mineral- und Sodawasser in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen im Handel nur sehr gering ist. Dies bestätigt auch der aktuelle Check: Von 50 untersuchten Produkten werden nur 12 Produkte in Mehrwegflaschen angeboten.

Vöslauer Mineralwasser, links in der Zweiweg, rechts in der Einwegflasche

Mehrweg ökologisch vorteilhafter...

Die meisten negativen Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen entstehen bei der Herstellung und da schneidet Einweg deutlich schlechter ab als Mehrweg. Obwohl Mehrwegflaschen transportiert, gereinigt und wieder befüllt werden, verbraucht das Mehrwegsystem deutlich weniger Energie als Einweg und nur einen Bruchteil der Rohstoffe, die zur Herstellung von Einweg benötigt werden. Zudem vermeiden Mehrwegflaschen Abfall.

Mehr zu den Vorteilen von Mehrweg

... und stärkt regionale Wirtschaft

Mehrwegsysteme funktionieren am besten in regionalen Wirtschaftskreisläufen. Daher sind sie eine gute Möglichkeit, die Wirtschaft in der eigenen Region zu unterstützen, was besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von Bedeutung ist.

Leichte Mehrwegflaschen sind Mangelware

Ein vom Handel häufig vorgebrachtes Argument ist, dass KonsumentInnen Einwegflaschen aus Kunststoff bevorzugen, weil sie viel leichter als Mehrwegflaschen aus Glas sind.

Was der Handel jedoch nicht sagt ist, dass es auch aus Kunststoff Mehrwegflaschen gibt. Sie können bis zu 20 Mal befüllt werden. Die in Bayern ansässige Firma Adelholzener bietet beispielsweise solche Produkte.
 
Die marktcheck.at Untersuchung hat gezeigt, dass kein einziger österreichischer Hersteller von Mineralwasser solche Flaschen anbietet. Mehrwegflaschen aus Kunststoff gab es zwar früher auch in Österreich, doch sie wurden leider abgeschafft.

Es wäre wünschenswert, wenn sich die österreichischen Firmen am bayrischen Vorbild orientieren und ebenfalls wieder leichte Mehrwegflaschen anbieten.

Überblick der Abfüllbetriebe, die Wasser in Mehrwegflaschen anbieten. Zum Vergrößern bitte klicken!

Pfand, aber kein Mehrweg

Bei vielen KonsumentInnen für Verwirrung sorgt die Vöslauer 1 Liter-Flasche (linke Flasche im Bild). Für sie wird zwar im Supermarkt Pfand verlangt, doch sie ist genauso wie die 1,5 Liter Einwegflasche (rechte Flasche im Bild) keine Mehrwegflasche. Die Vöslauer 1 Liter-Flasche ist eine sogenannte "Zweiwegflasche". Vöslauer befüllt diese Flaschen nur einmal und entsorgt sie nach einmaliger Verwendung und das geht so:

Nach einmaliger Verwendung im Schredder

Die alten, nur ein Mal verwendeten Flaschen, werden zerkleinert und daraus wird Kunststoffgranulat erzeugt. Um daraus eine neue Flasche zu produzieren, muss Vöslauer jedoch mindesten 50% neues Kunststoff-Material hinzufügen.

Mit Erdöl sorgsam umgehen

Durch die Ölpest am Golf von Mexiko ist die Sensibilität im Umgang mit knappen Ressourcen wie Erdöl gestiegen. Abgesehen von Treibstoff werden viele Alltagsprodukte aus Erdöl hergestellt, wie beispielsweise Kunststoffe. Es ist daher ein Gebot der Stunde, mit Kunststoffprodukten besonders verantwortungsvoll umzugehen. Flaschen aus Kunststoff sollten daher so beschaffen sein, dass sie so oft als möglich neu befüllt und nicht schon nach einmaligem Gebrauch wieder entsorgt werden müssen.

Schlechte Bilanz von Ein- und Zweiweg

Im Vergleich von Mehrwegflaschen aus Kunststoff und Zweiweg- oder auch Einwegflaschen aus Kunststoff benötigt Mehrweg deutlich weniger Rohstoffe und deutlich weniger Energie erforderlich, selbst wenn bei Zwei- oder Einwegflaschen ein Teil der Rohstoffe aus alten Flaschen verwendet wird!

Ökologisch problematisch

Daher können weder Zweiweg-, noch Einwegflaschen aus Kunststoff ökologisch mit Mehrwegflaschen aus Kunststoff mithalten. Gleiches gilt auch für Glas.Mehrweg-Glas scheidet um ein Vielfaches besser ab als Einweg-Glas.Mehrwegflaschen aus Kunststoff können bis zu 20 Mal, Mehrwegflaschen aus Glas bis zu 40 Mal wieder befüllt werden. Daher sind Zweiwegflaschen in der marktcheck.at Datenbank mit "Orange" (Kritisch) und Einwegflaschen mit "Rot" (Ungenügend) bewertet. 

Weit gereiste Luxus-Wasser

Die Greenpeace Untersuchung hat jedoch gezeigt, dass zunehmend sogenannte „Premium“-Wasser angeboten werden, die lange Transportwege aus Frankreich, England, Norwegen oder gar aus Südafrika hinter sich haben.

„In Österreich gibt es eine Vielzahl an Quellen und zahlreiche kohlensäurehältige Wasserprodukte. Wasser aus Südafrika zu importieren ist nicht nur eine unnötige Energie- und Ressourcenverschwendung, sondern auch aus ethischer Sicht sehr fragwürdig. Gerade in Afrika leiden sehr viele Menschen unter der Wasserknappheit“, kritisiert Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace, derartige Produkte.

Tipps für KonsumentInnen 

  • Bei abgefülltem kohlensäurehältigen Wasser sind Produkte aus der Region in der Mehrwegflasche zu empfehlen. Gute Orientierung bietet die Produktliste. Wie diese Produkte aussehen ist in der Bilder-Show zu sehen.
  • Sollte es diese nicht in deinem Supermarkt geben, drucke den nachfolgenden Überblick aus. Er zeigt, welche Abfüllbetriebe in deiner Region Mineralwasser in Mehrwegflaschen abfüllen. Gib ihn bitte der Filialleitung deines Supermarktes und ersuche sie/ihn von diesen Firmen Produkte ins Sortiment aufzunehmen.

Was kann ich tun?

  • Erzähle deinen FreundInnen, Bekannten und deiner Familie über das Thema und lade sie dazu ein, sich zu beteiligen. Wenn ihr euch gemeinsam an die Filialleitung eures Supermarktes wendet, könnt ihr mehr erreichen.
  • Wichtig: Sobald diese Produkte dann im Supermarkt erhältlich sind, sollten diese auch regelmäßig gekauft werden!
  • Ökologische und preiswerte Alternative zu in Flaschen abgefülltem kohlensäurehältigem Wasser ist Soda, das man zu Hause sehr einfach aus Leitungswasser mit einer Siphonflasche machen kann.

Überblick von Abfüllbetrieben, die Wasser in Mehrwegflaschen abfüllen:

  1. Adelholzener Mineralwasser, Bad Adelholzen (Bayern)
  2. Frankenmarkter Mineralwasser, 4890 Frankenmarkt
  3. Johannisbrunnen Heilwasser, 8345 Straden
  4. Juvina Mineralwasser, 7301 Deutschkreuz
  5. long life Mineralwasser, 8490 Bad Radkersburg
  6. Plose Mineralwasser, Brixen (Südtirol)
  7. Preblauer Heilwasser, 9461 Prebl
  8. Römerquelle Mineralwasser, 2413 Edelstal
  9. Waldquelle Mineralwasser, 7332 Kobersdorf

Download Überblick

Karte_Abfueller_Mineralwasser_Mehrweg.pdf
Überblick der Abfüller von Mineralwasser in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen zum Downloaden und/oder Ausdrucken. Zum Betrachten wird der Adobe Reader benötigt.

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Quelle: Greenpeace

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