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Tunfischdosen-Check 2011

Newsartikel - 26 November, 2011
Schlechtes Zeugnis für Dosen-Tunfisch

 

Die Greenpeace-Testergebnisse werfen kein gutes Licht auf das Tunfisch-Sortiment in den heimischen Supermarktregalen. Im Nachhaltigkeits-Check schneidet lediglich ein Produkt der getesteten Marken mit "grün", also gut ab.

Tunfisch unter der Lupe

Getestet wurden die in Österreich gängigsten Tunfisch-Produkte, darunter sowohl internationale Marken als auch Eigenmarken der Supermärkte.
Zwischen August und November 2011 hat Greenpeace das Kleingedruckte auf Produkt-Etiketten ausgewertet und um die Informationen auf den Firmen-Webseiten ergänzt und einen Fragebogen an die Hersteller geschickt.

Tunfischdosen: Produktliste und Marken-Ranking

 

Beim Ranking wurden die einzelnen Marken genau geprüft; die Prüfkriterien umfassen folgenden Bereiche:

- nachhaltiger Fischfang,

- transparente Kennzeichnung,

- Vermeidung von illegaler Fischerei und

- Herstellerverpflichtungen zur Verbesserung der Umweltfolgen des Tunfischfangs.


Zerstörerische Fangmethoden

Um die weltweiten Fischbestände ist es schlecht bestellt. Die meisten Tunfischarten sind heillos überfischt. Hinzu kommt, dass der Großteil des in Österreich angebotenen Tunfischs mit Hilfe von sogenannten „Fischsammlern“ gefischt wird: Mit schwimmenden Plattformen werden dabei Scharen von schattensuchenden Meeresbewohnern angelockt. Jährlich verenden mit dieser unselektiven Fangmethodeso mehrere hunderttausende Walhaie, Delfine, Schildkröten, Rochen und Jungfische – bis zu zehn Prozent der Fänge.

Nur ein empfehlenswertes Produkt 

Die gute Nachricht: Mittlerweile findet sich auch eine Alternative in den heimischen Supermarktregalen. An die Spitze der Greenpeace-Rangliste und ganz knapp in den "grünen" Bereich hat es "Vier Diamanten aus nachhaltiger Fischerei" – das Produkt des Tunfischdosen-Produzenten Princes – geschafft: Mit der konkreten Zusage, bis 2014 nur noch nachhaltig gefischten Tunfisch einzusetzen, konnte Princes ebenso punkten wie mit seinem nachhaltigen Skipjack-Tunfisch aus Angelfischerei.

Allerdings gibt es auch für den Testsieger Verbesserungspotential: Ein Teil der Dosen aus der Princes-Produktion unter den Markennamen "Vier Diamanten" und "Statesman" stammt derzeit noch aus Ringwadenfischerei mit Fischsammlern.

Abgeschlagen: "Rio Mare"

Mit weitaus mehr Verbesserungsbedarf landete der zweitgrößter Anbieter "Rio Mare" im Mittelfeld der Rangliste. Bolton will in Zukunft nur knapp die Hälfte seiner Tunfischdosen nachhaltig produzieren – das ist Augenauswischerei. Konsumenten sollen aber 100-prozentig nachhaltige Ware im Regal finden können.

Skipjack-Tunfisch aus Angelfischerei: derzeit erste Wahl

Greenpeace rät den KonsumentInnen derzeit nur Skipjack-Tunfischdosen aus Angelfischerei zu kaufen. Nur bei Tunfisch, der mit der Angel gefangen wurde, kann man davon ausgehen, dass kein Walhai oder Delfin beim Fang getötet wurde. Greenpeace empfiehlt auch Produkte mit freischwimmenden - also ohne Fischsammler gefangenen Tunfisch; leider gibt es im österreichischen Handel noch kein solches Produkt mit entsprechender Kennzeichnung.

Da die Nachfrage bekanntlich das Angebot regelt, braucht es kritische KonsumentInnen, die im Supermarkt durch Nachfragen aktiv werden!

Greenpeace vor Ort

Während das Greenpeace marktcheck.at-Team in Österreich daran arbeitet, dass in den Supermarktregalen immer mehr nachhaltig gefangener Tunfisch angeboten wird, sind zeitgleich unsere KollegInnen im Westpazifik an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza unterwegs. Ihr Ziel ist, möglichst viele der verheerenden Fischsammler vor Ort unschädlich zu machen. Erst letztes Wochenende konnten sie vier Fischsammler aus dem Wasser bergen und einen illegal operierenden Ringwadenfischer stoppen! Bitte unterstütze unseren Schiffseinsatz für den Schutz der Meere durch eine Spende!

Weitere Infos auf marktcheck.at:

Link-Tipp: 

Quelle: Greenpeace

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