FAIRTRADE-Standards

Inhalte der FAIRTRADE-Standards

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Damit ein Produkt zertifiziert werden kann, müssen die von Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) festgelegten Richtlinien eingehalten werden. Hier ist eine Auswahl der wichtigsten FAIRTRADE-Standards:

Faire Preise, um von der Arbeit nachhaltig leben zu können

FAIRTRADE-Mindestpreise sind als Sicherheitsnetz zu verstehen und sollen die durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion decken. Liegt der jeweilige (Welt)marktpreis darüber, muss der höhere Marktpreis bezahlt werden. Ein zusätzlicher Aufschlag wird für Bio-Produkte ausgezahlt.

FAIRTRADE-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung

Zusätzlich zu den fairen Preisen erhalten die Produzentenorganisationen von den zertifizierten Händlern eine FAIRTRADE-Prämie, die für gemeinnützige Projekte oder auch Investitionen in die Produktion verwendet werden kann. Über die Verwendung der Gelder muss demokratisch entschieden werden: In den Kleinbauernkooperativen fällt im Rahmen der Mitgliederversammlung die Entscheidung. Auf Plantagen trifft der Joint Body, ein gewähltes Gremium aus Arbeiter- und ManagementvertreterInnen, die Entscheidung. So wird beispielsweise in den Aufbau und die Erhaltung von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten, den Straßen- und Brückenbau investiert.

Gestaltung eines FAIRTRADE-Entwicklungsplans zur Förderung von Entwicklung

Dieser Entwicklungsplan ist FAIRTRADE-spezifisch und einzigartig. Er bietet Produzentenorganisationen die Möglichkeit, ihre Entwicklung selbst zu steuern und die Zukunft nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Es ist verpflichtend für Produzentenorganisationen, über die Verwendung der FAIRTRADE-Prämien in diesem Entwicklungsplan zu berichten: welche Pläne sie damit hatten und wie sie diese umgesetzt haben. Der Entwicklungsplan bietet zusätzlich die Möglichkeit, weitere, über FAIRTRADE hinausgehende Entwicklungsmaßnahmen zu erfassen.

Umweltschonende Anbaumethoden bis hin zu Bioanbau

Kleinbauern-Kooperativen und Plantagen müssen vorgeschriebene FAIRTRADE-Umweltstandards einhalten. So müssen der Gebrauch von Agrochemikalien unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen auf ein Mindestmaß beschränkt, Bodenfruchtbarkeit erhalten, Schutz der Wasserressourcen und das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen gewährleistet werden.

Stärkung der Kleinbauernfamilien

Kleinbauern und –bäuerinnen müssen sich zu Kooperativen zusammenschließen, um eine bessere Voraussetzung zu schaffen, ihre Produkte am Weltmarkt zu verkaufen. Transparenz ist eine wichtige Voraussetzung und jede Art der Diskriminierung ist verboten.

Bessere Bedingungen auf Plantagen, Blumenfarmen oder in Teegärten

Die FAIRTRADE-Standards sorgen für soziale Rechte und Sicherheit am Arbeitsplatz der Beschäftigten. Einige der wichtigsten Kriterien sind das Verbot von Diskriminierung, Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit sowie Zwangsarbeit und Versammlungsfreiheit. Die Arbeitsbedingungen müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und die Gesundheitsvorsorge muss gewährleistet sein.

Keine Zwangs- oder ausbeuterische Kinderarbeit

Die FAIRTRADE-Standards verbieten menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse und schreiben die Einhaltung internationaler Arbeitsnormen (ILO) vor.

Quelle: FAIRTRADE

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