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Antibiotika in der Tierhaltung

Antibiotika müssen raus aus den Futtertrögen!

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Die EU hat zwar Antibiotika aus den Futtertrögen verbannt – die Haltungsbedingungen für Nutztiere bleiben jedoch schlecht. So erhöhen die katastrophalen Zustände in der Intensivtierhaltung die Seuchengefahr und schwächen die Widerstandskraft der Tiere.

© Vier Pfoten/Brasch

Als "Gegenmaßnahme" erhalten die Tiere vorbeugend Medikamente. Der Einsatz präventiver Antibiotika hat nicht nur Folgen für die Tiere, sondern birgt auch ein beachtliches Gefährdungspotential für die menschliche Gesundheit.

Ab 2006 sind Futtermittelzusätze per EU-Verordnung also verboten - eine Lösung, die das Problem aber nicht an der Wurzel anpackt!

Die Hintergünde:

Gesundheitsrisiko für den Menschen?

© Vier Pfoten

Der in der Tiermast häufige Missbrauch und massive Einsatz von leistungsfördernden Antibiotika hat das Wachstum antibiotikaresistenter Organismen gefördert. Vielfach kommt es zu so genannten Kreuzresistenzen, was bedeutet, dass Keime zugleich gegen mehrere Antibiotika resistent werden. Das hat nicht nur Folgen für die Tiere, sondern birgt auch ein beachtliches Gefährdungspotential für die menschliche Gesundheit. Resistente Keime, die sich mit gebräuchlichen Arzneimitteln nicht mehr bekämpfen lassen, gelangen vom Stall über den Teller bis zum Menschen. Nicht nur Fleisch, auch Salat und Gemüse kommen theoretisch als Überträger resistenter Keime in Frage. In der Gülle von Schweinen sind beachtliche Mengen Rest-Antibiotika enthalten. Sie gelangen in den Boden und lagern sich mit den aufgenommenen Nährstoffen in Nutzpflanzen an. In Österreich wird geschätzt, dass bereits jeder fünfte Patient gegen herkömmliche Antibiotika-Therapien resistent ist!

Für die Zuchtbetriebe bedeutet der Einsatz von Antibiotika bares Geld. Durch den Einsatz dieser Medikamente überleben die Masttiere selbst katastrophalste Haltungsbedingungen und erfüllen effizient ihren scheinbaren Lebenszweck -  schnell wachsen. Die EU-Kommission beziffert den Gewinn durch den Einsatz von Wachstumsbeschleunigern bei Geflügel mit fünf bis zehn Prozent mehr Einkommen und bis zu 20 Prozent bei Ferkeln und Mastschweinen.

Um die Gefahr von Antibiotika-Resistenzen zu minimieren, wurden bereits 1997 und 1998 fünf Antibiotika-Substanzen in der Tiermast verboten, da sie in der Humanmedizin eingesetzt werden. Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist seither nach Angaben des europäischen Verbandes der Hersteller von Tierarzneimitteln (Fedesa) auf heute knapp 800 Tonnen im Jahr halbiert worden.

Quelle: Vier Pfoten

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