Klimafreundlich Grillen

Fleisch schmeckt dem Klima nicht

Infoseite - 6 Juli, 2009
Wenn allerorts gegrillt wird und zumeist Koteletts und Bratwürstel am Grill landen, stellt sich die Fragen nach Alternativen, die gut für Mensch und Umwelt sind. Es ist (höchste) Zeit unseren Fleischkonsum zu hinterfragen. Denn unsere Essgewohnheiten tragen wesentlich zur Klimaerwärmung bei.

Die Klimakiller:

Tierische Produkte verursachen wesentlich höhere Treibhausgasemissionen als pflanzliche. Bei der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind insbesondere folgende klimaschädigende Treibhausgase zu nennen:

1. Kohlendioxid (CO2)

Die Erzeugung unserer Lebensmittel trägt wesentlich zur Entstehung des Treibhausgases Kohlendioxid bei. Erzeugung, Verarbeitung, Verpackung und der Transport unserer Essen verursachen dieses Treibhausgas, auf dessen Konto der größte Anteil (ca. 80%) der Klimaerwärmung geht.
Auch den Regenwäldern tut unser Steak nicht gut: Um unseren Appetit zu stillen, werden Regenwälder gerodet, um Weideflächen zu schaffen und Futtermittel insbesondere Soja anzubauen.

2. Methan (CH4)

Von allen Fleischsorten haben Rind- und Schaffleisch die stärksten Auswirkungen aufs Klima, weil Methan ca. 23 Mal so schädlich ist wie Kohlendioxid.

3. Lachgas (N2O)

Durch die Düngung und den Einsatz von Düngemitteln entsteht weiters Lachgas das 200 Mal so ‚wirksam’ ist wie Kohlendioxid und unserem Klima so richtig einheizt.

Schwer verdaulich - die bitteren Tatsachen:

  • 20 Prozen aller Treibhausgasemissionen stammen aus unserer Nahrungsproduktion
  • Die Produktion von tierischen Lebensmitteln hat mit 44 Prozent den größten Emissionsanteil bei der Ernährung; pflanzliche Nahrungsmittel liegen im Vergleich dazu bei nur acht Prozent.
  • Für die Herstellung von einer Kalorie Fleisch werden ca. sieben Kalorien Pflanzen benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch etwa zehn Kilogramm Getreide verfüttert
  • Herr und Frau Österreicher essen ca. 12 Kilogramm Rindfleisch pro Jahr. Laut Umweltberatung ist ein Kilogramm industriell produziertes Rindfleisch genauso klimaschädlich wie eine Autofahrt von 250 Kilometern.

Appetit auf Klimaschutz

Der Verzicht auf Fleisch bedeutet nicht gleichzeitig eine Einschränkung im Genuss, wie die köstlichen Grill-Rezepte auf vorwiegend pflanzlicher Basis beweisen. Fleischlose Rezepte bieten sinnliche Gaumenfreuden mit gutem Gewissen und viele Vorteile für die Gesundheit.

Ganz einfach geht Klimaschutz mit Würsteln und Steaks aus pflanzlicher Produktion. Diese werden zumeist aus Weizen oder Sojabohnen hergestellt. Da sie nicht so viel Fett enthalten wie ihre pflanzlichen Pendants, empfiehlt es sich, sie einige Stunden vor dem Grillen nach Geschmack zu marinieren, etwas mit Rapsöl, Senf und Gewürzen.

Bioprodukte: Gut für Mensch und für Klima

Im biologischen Pflanzenbau werden im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft weit weniger treibhauswirksame Emissionen in die Atmosphäre freisetzt.

Die weltweite Umstellung der  Ernährung entsprechend ökologischer Kritierien würde eine enorme Reduktion der globalen CO2-Emissionen bedeuten! Dazu die Fakten:

  • Fast ein Drittel der CO2-Emissionen der Lebensmittelproduktion durch den Genuss von Bio-Lebensmitteln eingespart werden könnte.
  • Bio-Produkte schneiden in ihrer Klimabilanz um ca. 5 bis 25 % besser ab als konventionelle Produkte.

Tipps zum klimaschonenden Genuss:

  1. Iss mehr pflanzliche und weniger tierische Nahrungsmittel.
  2. Greif zu saisonalem Obst und Gemüse.
  3. Achte auf regionale Produktion.
  4. Bio ist besser für Mensch, Tier und Klima
  5. Kauf frische und wenig verarbeitete Produkte.
  6. Nicht nur der Weg der Produkte in den Supermarkt ist entscheidend:
    Häufiger zu Fuß und per Fahrrad einkaufen.
  7. Wähle Produkte ohne oder mit nur wenig Verpackung.
  8. Kaufe mit Muße ein und genieße mit allen Sinnen!

Quelle: die umweltberatung

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