Pestizide

Infoseite - 23 Jänner, 2013

Was sind Pestizide?

Pestizide werden hauptsächlich in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt. Sie machen die Intensivproduktion überhaupt erst möglich. Leider erfolgt der Pestizideinsatz auf Kosten der Konsumenten und der Umwelt. Pestizide sind Gifte, sie sollen unerwünschtes töten. Rückstände von Insektenvernichtungsmitteln oder Anti-Pilzmitteln schaden auch der menschlichen Gesundheit. So sind beispielsweise viele Insektenvernichtungsmittel Nervengifte für den Menschen.

Warum werden Pestizide eingesetzt?

Pestizide werden zur Ertragssteigerung in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt.

Die Sorten werden nach maximalem Ertag gezüchtet, sind dafür oft wesentlich anfälliger für Pflanzenkrankheiten, oder Schädlingsbefall. In großflächigen Monokulturen breiten sich Schadorganismen wesentlich leichter aus, da sie sozusagen ein Schlaraffenland vorfinden und durch Insektenvernichtungsmittel die natürlichen Feinde der Schadinsekten meistens gleich mitvernichtet werden. Das Ökosystem ist aus dem Gleichgewicht gebracht und hat die Fähigkeit zur Eigenregulation verloren.

Aktuelle Situation

Die Höhe der Pestizidverunreinigungen in frischen und weiterverarbeiteten Nahrungsmitteln innerhalb der Europäischen Union ist im Jahre 2001 (dies sind die aktuellsten vorliegenden Daten!) fast unverändert geblieben. Zu diesem Ergebnis kommt das Veterinär- und Lebensmittelamt der EU-Kommission. Von den 46.000 Stichproben, die die nationalen Behörden jährlich untersuchen, enthielten 59% messbare Pestizidrückstände. Im Jahr davor waren es 61% und im Jahr 1999 noch 64%. Im Gegensatz zu dieser Verbesserung stieg der Prozentsatz von Proben mit mehr als einem gefundenen Pestizidrückstand von 15% auf 18% an.

Pestizid-Belastungssituation in Österreich

Beim aktuellen Pestizid-Rückstandsmonitoring 2002 von Obst, Gemüse und Getreide der österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) wurden 1628 Obst und Gemüseproben untersucht. Die Untersuchungen erfolgten in Rahmen des EU-koordinierten und des nationalen Überwachungsprogramms.

Von den 1628 untersuchten Proben waren:

• 54,6 % mit Pestizidrückständen belastet.

• Bei 8,4 % der Proben wurden Höchstwerte von einem oder mehreren Wirkstoffen gefunden.

• In 29,2% wurden Mehrfachbelastungen nachgewiesen, d.h. es wurden bis zu 10 Wirkstoffe pro Probe gefunden.

Laut dem Grünen Bericht, herausgegeben vom BMLFUW, wurden folgende Mengen an Pestiziden in Österreich in Jahr 2002 ausgebracht:

Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel) sind Spitzenreiter mit 1458,5 Tonnen, gefolgt von Fungiziden (Anti-Pilzmittel) 1299,9 Tonnen und Insektiziden (Schädlingsvernichtungsmittel) mit 97,3 Tonnen. Die restlichen 223,5 Tonnen entfallen auf "sonstige" Pestizide, wie beispielsweise Rodentizide und Wachstumsregulatoren mit 223,5 Tonnen.

Welche Gefahren für die Gesundheit durch Pestizide entstehen können, kannst du hier nachlesen.

Quelle: Global 2000

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