Wie erkennen?

Wo ist Gentechnik drin?

Infoseite - 23 Jänner, 2013
EU-Kennzeichnung macht Gentechnik in Lebensmitteln erkennbar:

Achten Sie auf die Zutatenliste!

Seit 18. April 2004 ist EU-weit eine Kennzeichnungsverordnung für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel in Kraft. Sie schreibt vor, dass alle Lebens- und Futtermittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bestehen oder daraus hergestellt sind, gekennzeichnet werden müssen.

Die neue Kennzeichnungsverordnung basiert auf der so genannten Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe: Lebensmittel, Lebensmittelzutaten und Futtermittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen oder daraus hergestellt wurden, müssen gekennzeichnet werden. Wenn in einem Produkt gentechnisch veränderte Zutaten verwendet werden, muss das Lebens- oder Futtermittel gekennzeichnet werden. Die Menschen sollen eine echte Wahlmöglichkeit haben, wenn sie Lebensmittel kaufen.

Beim Kennzeichnungstext sind zwei Formulierungen möglich: "genetisch verändert", oder "aus genetisch verändertem ... hergestellt". Mehr Infos zur EU-Kennzeichnungsverordnung gibt es hier, mehr über das Aussehen der Kennzeichnung findest du hier.

Die große Lücke in diesem Bereich stellen Nahrungsmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch- und Milchwaren und Eier dar. Zwar weiß nun der Bauer über eine etwaige gentechnische Veränderung des verwendeten Tierfutters Bescheid, weil gentechnisch verändertes Futtermittel gekennzeichnet werden muss. Das hilft aber den KonsumentInnen nichts, weil die Milch, Eier und Fleisch nicht gekennzeichnet werden müssen. Hier wird den Menschen die Wahlfreiheit versagt.

Mögliche Beispiele für gentechnisch veränderte Zutaten in unserem Essen:

Im Bereich pflanzlicher Nahrungsmittel sind es derzeit vor allem Soja, Mais und Raps, die gentechnisch verändert sein könnten. Mögliche Gentech-Zutaten:

  • Schokolade mit gentechnisch verändertem Sojalecithin
  • Margarine mit gentechnisch verändertem Sojaöl
  • Cornflakes aus gentechnisch verändertem Mais
  • Glucose oder Glucosesirup und andere Zutaten aus gentechnisch veränderter Maisstärke
  • Aroma aus gentechnisch verändertem Sojaeiweiß

Nutztiere wie z.B. Kühe und Schweine, aber auch andere Tiere wie Fische, sind ebenfalls Gegenstand der gentechnischen Forschung. Es gibt z.B. eine ganze Reihe von Versuchen mit Fischen wie Lachs, der mittels Gentechnik um ein Vielfaches schneller wachsen sollen. Ziel ist zumeist Gewinnmaximierung durch höheren Ertrag oder schnelleres Wachstum. 

Noch gibt es keine kommerzielle Anwendung dieser Forschungen, aber auch hier tun sich - im Fall des Falles - enorme Gefahren für ganze Ökosysteme auf. Im Fall des Lachses gibt es z.B. ein Computermodell, das zeigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen nur 60 (z.B. aus einer Aquakultur entkommene) Gentech-Fische innerhalb von 40 Generationen die wildlebende Population auslöschen könnten.

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