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Produktion

Arbeitsbedingungen

Infoseite - 23 Jänner, 2013

Nähen ist der arbeitsintensivste Schritt im Produktionsprozess, deswegen wird er in Länder ausgelagert, wo Arbeitskraft billig ist. In der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie arbeiten zumeist Frauen.

Die Kleidung für Europa wird zum grössten Teil in

  • Asien,
  • Nord-Afrika und
  • Lateinamerika produziert.

Hongkong, Taiwan und Süd-Korea waren sehr interessante Länder für die Produktion. Im Moment sind Bangladesch, Indonesien, China und Vietnam gefragt. In den letzten Jahren werden die Produktionsstätten auch nach Ost-Europa verlagert.

Die Textilindustrie ist bekannt für ihre schlechten Arbeitsbedingungen. Arbeitswochen von mehr als 70 Stunden, geringe Löhne und Entlassungen wegen Gewerkschaftsangehörigkeit sind keine Seltenheit. Die Lohnkosten betragen nur einen geringen Prozentsatz des Preises eines Kleidungsstücks, was in keinem Verhältnis zu den Werbeausgaben der großen Marken und ihren Gewinnen steht.

"Von dem Lohn kann man nicht leben!", auf diese knappe Formel bringt eine Näherin aus El Salvador ihre Realität. Obwohl sie einen harten Arbeitstag lang in einer Exportfabrik schuftet, ermöglicht ihr der kärgliche Lohn nur ein Leben unter der Armutsgrenze.

Leider ist sie keine Ausnahme. Seit den 80er-Jahren, als sich viele Dritte-Welt- und Schwellenländer für ausländisches Kapital öffnen mussten, schossen so genannte Freie Exportzonen wie Pilze aus dem Boden. In diesen Zonen befinden sich jeweils mehrere Fabriken, die hauptsächlich für den Weltmarkt produzieren. 70 bis 90 Prozent der Beschäftigten sind junge Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren.

Große Unternehmen beziehen ihre Ware von Zulieferern, die in diesen Zonen in Weltmarktfabriken produzieren. Der Vorteil für die Unternehmen sind die sehr niedrigen Lohnkosten, sowie fehlende Kontrollen und Sanktionen bei der Missachtung von Arbeitsrechten und Umweltvorschriften.

All dies verbilligt die Produktion und steigert die Gewinnspannen. Bei einem 100 Euro teuren Turnschuh beträgt der Lohnanteil etwa 40 Cent, bei Jeans betragen die Lohnkosten nur 1% vom Verkaufspreis. Traumhaft für die Unternehmen!

Für die ArbeiterInnen hat sich dieser Traum allerdings zum Albtraum entwickelt. Da die einzelnen Fabriken in starkem Konkurrenzdruck zueinander stehen und die Unternehmen über die Drohung, andernorts fertigen zu lassen, die Preise drücken können, werden die ArbeiterInnen gezwungen, immer mehr und immer schneller zu produzieren.

Für die Unternehmen geht die neue Strategie auf: Sie sparen bei der Herstellung jeden Cent, für die Werbung geben sie hingegen Milliardenbeträge aus Image ist alles in diesem Geschäft!

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Quelle: Clean Clothes

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