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Verarbeitung

Chemikalien in Textilien

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Textilien, unsere zweite Haut. Kaum etwas ist uns so nahe wie unsere Kleidung. Sie soll uns vor Kälte schützen, vor zuviel Sonne bewahren und das eine oder andere Pölsterchen kaschieren.

Um diese Funktionen zu erfüllen, werden unterschiedliche Materialien aus der Natur oder dem Labor eingesetzt. Nicht nur in Hightech-Materialien wie z.b. Funktionsbekleidung steckt Chemie, sondern auch Textilien aus 100% Baumwolle oder Wolle sind nicht immer frei von Chemikalien.

Erfolgt bereits Baumwollanbau mit chemischen Waffen, auch die weitere Textilproduktion setzt auf Chemie um die die Stoffe bunt und nahezu bügelfrei zu gestalten. Im Durchschnitt fließen zwar 90% der eingesetzten Chemikalien und Textilhilfsmittel wieder ins Abwasser. Trotzdem finden sich immer wieder Rückstände, wie Greenpeace immer wieder in Untersuchungen feststellen muss.

Weltweit werden ca.

  • 2 Mio. Tonnen Textilhilfsmittel,
  • 2 Mio. Tonnen Chemikalien (Säuren, Laugen, Salze) und ca.
  • 250.000 t Farbstoffe verbraucht.

Auch Garne, Stoffe und die fertigen Kleidungsstücke werden chemisch behandelt. Insgesamt kommen 6.700 verschiedene Textil- und Veredelungsmixturen zum Einsatz, damit Kleidungsstücke besonders weich, schön glänzend oder bügelfrei sind. Dazu werden noch 4.000 verschiedene Farbstoffe eingesetzt*.

Stark im kommen ist auch funktionelle Bekleidung. Eine Studie der Schwedischne Chemikalienagentur KEIMI weißt außerdem nach, dass antibakteriell behandelte Kleidung problematische Subastanzen absondert. Silber, Triclosan und Triclocarbon - alles Biozide, die unangenehme Gerüche vermeiden sollen - landen trotz Kläranlagen auf Feldern und über die Nahrung wieder beim Menschen. Die Agentur warnt vor Antibiotika-Resistenzen.

Beim Kauf von Textilien kann die KonsumentIn im Normalfall nicht erkennen, welche Umweltbelastungen und welche Schadstoffe mit den modischen Stücken gekauft werden und schließlich die Gesundheit der KonsumentIn beeinflussen. Auf dem Etikett steht lediglich "100 Prozent Bauwolle", obwohl es in Wirklichkeit heißen müsste: "73% Baumwolle, 2% Polyacryl, 8% Farbstoffe, 14% Harnstoff-Formaldehydharz, 3% Weichmacher, 0,3% optische Aufheller"- für Betroffene von Textilallergien wären diese Informationen Gold wert, doch die laxen Deklarationsvorschriften schreiben das nicht vor.

Am Arbeitsplatz vergiftet

Bereits die Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen auf den Baumwollfeldern sind extrem gesundheitsschädlich. Falsch angewendete Pestizide durch Analphabetismus und mangelnde Schutzkleidung führen zu schweren Vergiftungen und oft zum Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergiften sich jedes Jahr 300.000 bis 500.000 Menschen mit Baumwollpestiziden, mindestens 20.000 sterben dabei.

*Fessel-GfK Institut für Marktforschung

Quelle: "die umweltberatung", Textil-Fibel des deutschen Greenpeace Magazin, Greenpeace-Magazin (2.12)

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