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Nanotechnologie

Nanotechnologie in Sonnenschutz-Produkten

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Die Kosmetikindustrie führt im Bereich Nanotechnologie derzeit einen „Langzeitversuch“ am Menschen durch. Ungeklärt und unerforscht ist, welche Auswirkungen Nano-Teilchen auf die menschliche Gesundheit hat. Obwohl Nanotechnologie bereits in vielen (Alltags-)Produkten eingesetzt wird, gibt es keine Kennzeichnung für diese Stoffe in "Zwergengröße".

(Unbekannte) Eigenschaften

Nanotechnologie kommt in den unterschiedlichsten technischen und
chemischen Bereichen vor. Gemeinsam haben all diese Stoffe, dass sie
völlig neue Eigenschaften entwickeln, wenn sie in Nanopartikel-Größe eingesetzt werden.

Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10 hoch −9 Meter). Als Nanotechnologie bezeichnet man die künstliche Herstellung von Stoffen, die kleiner als 100 nm sind. Die Bezeichnung stammt von Altgriechischen Wort "nános", Zwerg.

Chancen und Risiken von Nanotechnologie

Diese neuen Eigenschaften bieten bei viele technische Anwendungen und in im Bereich der Medizin große Chancen.

In vielen Bereichen ergeben sich jedoch Risiken für die Gesundheit und die Umwelt, da die Auswirkungen der Nanotechnologie noch nicht ausreichend erforscht sind. Durch ihre geringe Größe können Nano-Partikel viel leichter in alle Gewebebereiche und Zellen des Körpers eindringen.
Daher fordert Greenpeace entsprechend dem Vorsorgeprinzip in folgenden Bereichen auf den Einsatz von Nanotechnologie zu verzichten:

  • Lebensmittel,
  • Verpackung und
  • Kosmetik.

Einsatzbereiche

Im Lebensmittelbereich wird Nanotechnologie für die Anreicherung mit Geschmacksstoffen, Vitaminen oder etwa die Reduzierung von Fett eingesetzt.
Bei Verpackungsmaterialien geht es um die Verbesserung der Eigenschaften: Transportschutz, UV-Schutz, Luft-Durchlässigkeit bzw. -Undurchlässigkeit.
Bei Kosmetikprodukten wird an neuen Wirkstoffen z.B. für Anti-Aging-Cremen gearbeitet, um das bessere Eindringen dieser Wirkstoffe in die Haut oder um erhöhte Wirksamkeit von UV-Filtern.

Nano-Partikel in Sonnencremen

Der Schutz vor den schädlichen UV Strahlen wird entweder durch chemische Filter oder durch Minerale in den Sonnencremen erreicht. Doch chemische Stoffe können auch Nebenwirkungen haben: Unabhängigen Forscher warnen, dass Nano-Titandioxid und –Zinkoxid in unserem Körper Schaden anrichtet.

Auswirkungen auf die Umwelt

Untersuchungen belegen, dass Titandioxid und Zinkoxid in Nano-Form die Umwelt schädigen, vor allem Mikroorganismen und Pflanzen in Gewässern. Nano-Materialien sind zudem de facto nicht abbaubar, sie werden nicht einmal in der Müllverbrennung zersetzt und reichern sich daher in Gewässern, Sedimenten und im Boden an. 

Nanotechnologie erkennen

Derzeit gibt es keine Kennzeichnung die Größe der Stoffe betreffend. Ab 2012/2013 beschränkt sich die Kennzeichnung für Kosmetikprodukte auf den Begriff „nano“ in Klammern. Das hält Greenpeace für nicht ausreichend. Aus der Kennzeichnung muss für Konsumentinnen klar hervorgehen, welches Risiko mit einer Kaufentscheidung einhergeht.

Bei Sonnenschutzmitteln bedeutet das, dass der Wissensstand über die Nebenwirkungen von Chemikalien und Nano-Partikeln veröffentlicht werden muss. Dazu reichen ein paar einzelne Worte auf der Verpackung nicht. Gut wären Informationen am Verkaufspunkt. Besser wären von den Produzenten und Händlern zur Verfügung gestellte Folder und Internetseiten.

Greenpeace fordert

• eine Kennzeichnung, die eine fundierte Kaufentscheidung ermöglicht.

Und wendet sich zum Schutz der Bevölkerung direkt an die Verantwortlichen:

1. Der österreichische Einzelhandel soll sich verpflichten, keine Nano-Produkte zu verkaufen.
2. Gesundheitsminister Alois Stöger muss mehr Geld für unabhängige Forschung bereitstellen.
3. Die Kosmetik-Industrie ist aufgefordert, die Langzeitstudie an den KonsumentInnen zu  beenden.

Zum Download:

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