Beleuchtung

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Der Anteil der Energie für Licht ist hoch. Etwa 10 Prozent des gesamten Energiebedarfes im Haushalt gehen zu Lasten der Beleuchtung.

Verschiedene Lampen

Sinnbild für verschwendete Energie ist die unnötig brennende Glühbirne. Zählt man alle österreichischen Haushalte zusammen, ergibt sich ein Verbrauch von einigen Milliarden Kilowattstunden. Und da kann über Sparmaßnahmen gesprochen werden.

Hinter der heutigen Glühlampe mit Metallfaden steht der österreichische Erfinder und Unternehmer Carl Auer von Welsbach. Die von ihm mitgegründete Firma Osram erzeugt heute sowohl den Klassiker Glühbirne als auch Energiesparlampen.

Glühlampen

Glühlampen haben eine schlechte Energieausbeute, da nur ca. 5-7 % des benötigten elektrischen Stromes in Licht umgewandelt wird. Der Rest wird in nicht benötigte Wärme umgesetzt. Ihre Lebensdauer liegt bei rund 1.000 Betriebsstunden.

Eine EU-Richtlinie zu Energiesparlampen schränkt den Verkauf von Glühbirnen stufenweise ein. Dabei orientieren sich die Vorgaben der EU-Kommission an der Energieeffizienz und Wattzahl der Glühbirnen. Am 1. September 2009 trat die EU-Richtlinie über das Verbot von Glühbirnen ab 100 Watt in Kraft, am 1. September 2011 die Richtlinie über das Verbot von Glühbirnen ab 60 Watt, bis 2015/16 soll sukzessive auf Energiesparlampen umgestellt werden.

Halogenlampen

Eine Halogenlampe ist ähnlich einer Glühbirne aufgebaut und erreicht eine Lebensdauer von bis zu 4.000 Stunden und eine um ca. 60% höhere Helligkeit als die Glühlampe bei gleicher Stromaufnahme. Durch die verlängerte Lebensdauer und die geringere Stromaufnahme ist sie sparsamer als eine Glühbirne.

Halogenlampen erreichen eine sehr hohe Betriebstemperatur, daher solle man sie nicht mit den Fingern angreifen oder auf der Glasoberfläche verunreinigen. Dies kann durch die hohe Temperatur zur Verkohlung an dieser Stelle führen und die Lampe kann platzen.
Man sollte darauf verzichten, eine Halogenlampe zu dimmen. Durch das dimmen veringert sich die Temperatur der Lampe und der dadurch entstehende Vorteil, dass sich kein Dampf am Kolben niederschlägt, wird reduziert.
Eine Halogenlampe verbraucht weniger Strom als eine Glühbirne und sieht sehr schick aus, ist aber in Hinsicht Energie sparen, kein Ersatz für die Energiesparlampe - außer dort, wo die farbgetreue Wiedergabe insbesondere von Rottönen wichtig ist. 

Gasentladungslampen

Im Vergleich zur Glühlampe ist die Lichtausbeute bei Leuchtstoffröhren beziehungsweise bei Energiesparlampen ca. 5 mal so hoch. Eine 20 Watt-Energiesparlampe, die genaugenommen nur eine miniaturisierte Leuchtstoffröhre darstellt, entspricht einer Glühbirne von 100 Watt. Energiesparlampen kosten heute ca. 7 Euro. Die Hersteller garantieren eine Lebensdauer von mindestens 8.000 Stunden. Sie überleben damit acht normale Glühbirnen und sind deswegen die kostengünstigere Alternative.

Nachteile von Gasentladungslampen

Dem Lichtspektrum von Energiesparlampen fehlen die warm wirkenden Rotkomponenten. Alle Lampen und Elektrogeräte erzeugen in eingeschaltetem Zustand niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Das Vorschaltgerät im Sockel von Sparlampen erzeugt darüber hinaus hochfrequente Felder. Deshalb sollten diese Lampen mit einem Mindestabstand von 1 bis 2 Metern, besser in Wand- und Deckenleuchten verwendet werden. Für Schreibtisch-, Nachttisch- oder Stehlampen sind sie weniger geeignet. Wie alle Gasentladungslampen enthalten Energiesparlampen geringe Mengen von giftigem Quecksilber (siehe nachfolgende Infos) und müssen deshalb als Problemstoff entsorgt werden. Energiesparlampen dürfen keinesfalls in den Restmüll gegeben werden! Zerbricht eine Sparlampe, sollte man die Bruchstücke keinesfalls berühren und gut lüften! Die Bruchstücke zusammenkehren und in einen gut verschlossenen Behälter oder stabilen Plastiksack geben, dann bei  der Problemstoffsammlung abgeben.

Vorteile von Energiesparlampen:

Pro 60-Watt-Glühbirne, die durch eine gleich helle 11-Watt-Sparlampe ersetzt wird, spart man im Jahr 20,5 Kilogramm CO2.

Was wenig klingt, hat große Wirkung. Allein in der EU kann der Wechsel zu Energiesparlampen mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das ist mit der Schließung von 25 mittelgroßen (Kohle-)Kraftwerken vergleichbar.

Zudem hält eine Energiesparlampe mit einer Lebensdauer von bis zu über 6.000 Stunden im Vergleich zur normalen Glühbirne, die maximal rund 2.000 Stunden schafft, wesentlich länger. Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen bringen also Vorteile sowohl für die Umwelt, als auch für den Geldbeutel der VerbraucherInnen.

Quecksilber muss ersetzt werden

Greeenpeace ist der Ansicht, dass die Europäische Union mit der Richtlinie zu Energiesparlampen zwar einen Schritt zum Energiesparen und somit zum Klimaschutz setzt, kritisiert jedoch, dass die Tatsache außer Acht gelassen wird, dass Energiesparlampen gesundheits- und umweltgefährdendes Quecksilber enthalten.

Quecksilber fungiert als Leuchtmittel und ist für die lange Lebensdauer der Lampe wichtig. Weiterentwicklungen der Technologie versuchen die Quecksilbermenge zu reduzieren.

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass ein adäquater Umgang mit dem Quecksilbergehalt in den Energiesparlampen gefunden wird und dass alles unternommen wird, so rasch wie möglich alternative Beleuchtungsmethoden weiterzuentwickeln, die keine gesundheitsgefährdenden Stoffe beinhalten. Der Ausstieg aus der Verwendung von Quecksilber muss so rasch als möglich erzielt werden.

LED-Leuchten

LED Lampen funktionieren nach einer grundlegend anderen Technik, als Glühlampen oder Gasentladungslampen. Sie müssen nicht erst aufheizen, um hell zu werden. Deshalb ist der Stromverbrauch auch gleichbleibend. LED steht für „lichtemittierende Diode“. Sie emittieren Licht in einem begrenzten Spektralbereich. Das Licht ist nahezu monochrom. Spezielle Leuchtstoffbeschichtung soll für die gewünschte Lichtfarbe sorgen. Sie sind kälteresistent und dimmbar und haben zwischen 50.000 und 100.000 Stunden Betriebsdauer.

LED wandeln 50% der verbrauchten Energie in Licht um, also etwa doppelt so viel wie die Energiesparlampe.

LEDs sind derzeit noch relativ teuer und werden künftig Glühlampen und Energiesparlampen ersetzen. Derzeit empfiehlt sich ein gezielter Einsatz besonders dort, wo Lampen lange brennen und im Außenbereich.

Immer das Licht ausschalten?

Das ist eine sehr oft gestellte Frage, die im Zusammenhang mit der Lebensdauer der Leuchtkörper zu sehen ist. Bei Glüh- und Halogenlampen gilt die Regel: Verlässt man einen Raum für länger als 10 Minuten, sollte man sie abdrehen. Bei Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen gelten 15 Minuten Abwesenheit als Grund zum Abschalten. Häufiges Einschalten für nur kurze Zeit verringert die Lebensdauer beträchtlich. Ganz anders sieht es bei LED-Lampen aus. Häufiges Ein- und Ausschalten wirkt sich nicht auf die Lebensdauer der LED-Lamen aus.

Herstellung und Ressourcenverbrauch

Zu beachten ist: Selbst die energieeeffizienteste Lampe muss erst hergestellt werden. Dazu sind sowohl Energie als auch Rohstoffe notwendig. Gerade bei moderner Lampentechnik, wo elektronische Bauteile eingesetzt werden, werden häufig Stoffe eingesetzt, die in den Herstellerländern unter schwierigen, umweltbelastenden und/oder energieaufwändigen Bedingungen gewonnen werden.

Zu berücksichtigen sind auch die Arbeitsbedingungen bei der Gewinnung der Rohstoffe als auch bei der Herstellung der Lampen - diesbezüglich stellen die Lampenhersteller noch keine ausreichenden Informationen zur Verfügung. Lampen mit garantiert fair gehandelten Rohstoffen aus fairer Produktion gibt es zurzeit noch keine.

Lichtverschmutzung

Die künstliche Beleuchtung der Außenräume nimmt zu, und damit steigt auch die Beeinträchtigung der Pflanzen- und Tierwelt sowie der menschlichen Gesundheit.

Je mehr Lichter im Garten und auf Terrassen leuchten, desto mehr sind Tiere und Pflanzen irritiert. Zwei Drittel aller Zugvögel ziehen in der Nacht. Sie werden durch die Lichtverschmutzung vom Kurs abgelenkt und können zu Tausenden an beleuchteten, hohen Objekten kollidieren. An einem 300 Meter hohen Fernsehturm in den USA sind im Rahmen einer 29 Jahre dauernden Langzeitstudie 121.560 Vogel tödlich verunglückt. Nachtfalter oder Glühwürmchen benötigen die Dunkelheit zur Nahrungssuche oder Fortpflanzung.

Die Lichtverschmutzung beschäftigt auch die MedizinerInnen. Denn der Tag-Nacht-Rhythmus steuert unsere biologischen Uhren. Überdosiertes, künstliches Licht ist ein Störfaktor und bewirkt im Gehirn eine geringere Ausschüttung von Melatonin, das stresshemmend wirkt. Dies kann Schlafstörungen und weitere gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

Tipp: Die sparsamste aller Lampen ist die, die nicht brennt!

Weiterlesen:

Quelle: "die umweltberatung"

Themen
Tags