Alternde Atomreaktoren

Eine neue Ära des Risikos

Publikation - 4 März, 2014
In Europa bemühen sich Energieunternehmen derzeit um Laufzeitverlängerungen für nicht weniger als 46 alte Atomreaktoren. Die Alterung von Reaktoren ist in fast allen europäischen Ländern mit Atomenergie ein drängendes Problem.

Von 151 Atomreaktoren, die sich in Europa (ohne Russland) in Betrieb befinden, sind 66 älter als 30 Jahre und 25 älter als 35 Jahre – davon sieben sogar älter als 40 Jahre.

Trotz Nachrüstungen und Reparaturen verschlechtert sich der Gesamtzustand von Atomreaktoren langfristig. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls sowie die Anzahl potenzieller Komplikationen nehmen zu.

Auch „weiche“ Faktoren untergraben das allgemeine Sicherheitsniveau in alternden Reaktoren, zum Beispiel überholte Organisationsstrukturen, der Verlust von Motivation und Fachwissen, wenn Routine einsetzt, die Pensionierung erfahrenen Personals. Alternde Atomreaktoren sind weit vom neusten Stand der Technik entfernt, der für neue Reaktoren vorgeschrieben ist. Wird ihre Laufzeit verlängert ist es unmöglich, sie auf diese Standards nachzurüsten.

Im Fall eines ernsthaften Unfalls in einem oder mehreren Atomreaktoren sind die aktuellen
Summen der Atomhaftpflicht in Europa – je nach Land – zur Deckung der wahrscheinlichen Kosten um einen Faktor zwischen 100 und 1.000 zu niedrig. Gleichzeitig steigt mit der alternden Reaktorflotte die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein schwerer Unfall in Europa ereignet.

Entscheidungen zu Laufzeitverlängerungen alter Reaktoren stehen unter wirtschaftlichem und politischen Druck: Die Kapitalkosten für die alten Anlagen haben sich bereits amortisiert, sie werden daher relativ kostengünstig betrieben. Würde man sie jedoch auf das Sicherheitsniveau nachrüsten, das für neue Reaktoren verlangt wird (beste vorhandene Technologie), wären sie auf dem Strommarkt nicht wettbewerbsfähig.

Auch die Alterung des Personals birgt Risiken.

63% der leitenden Angestellten im Atombereich kommen in den kommenden fünf Jahren ins Rentenalter.

Naturgemäß gehen mit dem mechanischen Alterungsprozess zunehmende Ausfälle einher.

+50 % «signifikante Ereignisse» zwischen 2000 und 2006, versus +11 Prozent zwischen 1986 und 2000.

 

Petition gegen AKW

Alternde Atomreaktoren bedeuten für die Bevölkerung ein steigendes Risiko, das wir nicht bereit sind, mitzutragen. Setzen Sie sich mit uns ein für

  • den Ausstieg aus der Atomenergie, die Förderung und den Ausbau Erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz. Dies ist der einzige Weg, den Energiebedarf zu sichern und dem Klimawandel zu begegnen – ohne Menschen zu gefährden.
  • die sofortige Stilllegung aller Reaktoren, deren ursprüngliche Auslegungslebensdauer überschritten ist. Ich rufe die Aufsichtsbehörden auf, keine Laufzeitverlängerungen zu gewähren.
  • volle Transparenz und Beteiligung der Öffentlichkeit an allen Fragen und Entscheidungsprozessen zur Atomenergie.
  • die Sicherung völliger Unabhängigkeit der Atomaufsichtsbehörden.

Jetzt Petition gegen AKW unterzeichnen!

Info-Webseite "Out of Age"

Erfahren Sie alle Fakten über alternde Atomreaktoren, die neue Ära des Risikos und wie es Zukunft weiter geht. Scrollen Sie sich durch vielfältige Informationen (Navigation via Mausrad oder den Pfeilen links unten auf der Info-Seite):
www.out-of-age.eu

Greenpeace-Report

atom_alternde_atomreaktoren_2014

Themen