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Gefährliche Chemie in Kinderkleidung

Greenpeace-Report: „Kleine Monster“ in Produkten von Primark, Burberry, Adidas und Co.

Publikation - 14 Jänner, 2014
Je teurer die Marke, desto besser? Von wegen. Im Rahmen der Detox-Kampagne hat Greenpeace Kinderkleidung internationaler Modemarken auf gefährliche Chemikalien getestet. Das Ergebnis: Artikel von Luxus-Labels schneiden genauso schlecht ab wie solche von Billig-Brands. Auch wer viel Geld ausgibt läuft Gefahr, Textilien mit krebserregenden oder hormonell wirksamen Stoffen zu kaufen.

Von Diskontmarken bis hin zu Luxuslabels

Bei jeder der zwölf getesteten Modemarken wurden bedenkliche Stoffe wie Weichmacher, Nonylphenolethoxylate (NPE) oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) gefunden. Einige dieser Stoffe sind hormonell wirksam oder krebserregend und finden sich in Flüssen und im Trinkwasser.
„Das ist ein Albtraum für alle Eltern. Diese ‚kleinen Monster‘ finden sich überall – in exklusiven, luxuriösen Designerstücken wie etwa von Burberry ebenso wie bei Kleidung von Textildiskontern á la Primark“, so Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace.

Gefährliche Chemie in Textilien aus aller Welt

Für den aktuellen Greenpeace-Report „Kleine Monster im Kleiderschrank“ wurden 82 Kinderbekleidungsstücke von zwölf internationalen Modefirmen auf bedenkliche Chemikalien untersucht. Eingekauft wurden in 25 Ländern in und außerhalb der EU.

Gefährliche Weichmacher

Ein T-Shirt der Modekette Primark enthielt 11 Prozent Weichmacher (Phthalate), in einem Baby-Body der Firma American Apparel waren 0,6 Prozent Weichmacher enthalten. Beide Werte wären unter EU-Recht für Kinderspielzeug verboten, diese Regelungen greifen jedoch nicht für Kinderkleidung. Weichmacher fanden sich insgesamt in 33 von 35 getesteten Kleidungsstücken mit Plastisol-Aufdrucken.

Adidas überschreitet seine eigenen Schadstoff-Grenzen

Die getesteten Produkte von Adidas waren vor allem mit PFC belastet, unter anderem mit der als krebserregend geltenden Perfluoroctansäure (PFOA) oder Substanzen, die zu PFOA abgebaut werden können. Ein Badeanzug enthielt 15 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter. Dieser Badeanzug überschreitet damit die von Adidas selbst gesetzte Höchstmarke für PFOA um das Fünfzehnfache. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. PFC sind extrem langlebig und reichern sich in der Umwelt und im Körper an.

Auch Luxusmarken betroffen

Ein Shirt der Luxusmarke Burberry war stark Nonyphenolethoxylaten (NPE) belastet (780 Milligramm pro Kilogramm). Insgesamt kam NPE in 50 von 82 getesteten Artikeln vor. NPE wird in der Umwelt zu Nonylphenol abgebaut, das hormonell wirksam und besonders für Wasserorganismen schädlich ist.

Detox-Kampagne: Raus mit den "Kleinen Monstern"!

Die Greenpeace Detox-Kampagne fordert von Modekonzernen auf die Verwendung gefährlicher Chemikalien bis 2020 zu verzichten. Darüber hinaus sollen deren Zulieferbetriebe Daten zur Freisetzung giftiger Chemikalien in ihren Produktionsstätten veröffentlichen. Dank des öffentlichen Drucks haben sich bereits 18 große Marken zum „Entgiften“ verpflichtet.
„Kinderkleidung ist genauso belastet wie Mode für Erwachsene – nur können diese Chemikalien Kindern viel mehr schaden. Diese kleinen Monster‘ müssen unbedingt aus der Kleidung für unsere Kinder verbannt werden“, fordert Kaller abschließend.

Detox-Manifest unterzeichnen

Wir sind ModefreundInnen, AktivistInnen, DesignerInnen und BloggerInnen aus aller Welt. Uns vereint die Überzeugung, dass schöne Mode die Umwelt nicht mit gefährlichen Chemikalien verschmutzen sollte.

 

Report zum Downloaden

Zusammenfassung des Reports "Kleine Monster im Kleiderschrank":

umweltgifte_detox2014_little_monsters_jan14