Greenpeace-Test Outdoor-Kleidung

Gefährliche Chemikalien in allen Produkten gefunden

Publikation - 12 Dezember, 2013
Wetterfeste Kleidung von bekannten Marken wie The North Face, Patagonia, Adidas, und Salewa beinhaltet gefährliche Chemikalien und dünstet diese sogar aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Greenpeace heute veröffentlichte Untersuchung von 17 Outdoor-Artikeln. Getestet wurden auch zwei in Österreich gekaufte Produkte von Seven Summits und Northland.

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Auch heuer wieder: Chemie für jedes Wetter!

Greenpeace fordert mit der internationalen Kampagne „Detox“ (engl. für entgiften) die Outdoorproduzenten dazu auf, Risiko-Chemikalien durch harmlose Alternativen  zu ersetzen. Eine ähnliche Untersuchung wurde bereits 2012 veröffentlicht.
„Das ist der Gipfel, denn die Outdoor-Branche hat seit dem Vorjahr offensichtlich nichts dazu gelernt. Man wirbt mit unberührter Natur, verkauft jedoch Produkte, die Schadstoffe enthalten, welche die menschliche Gesundheit und die Umwelt belasten können“, so Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin bei Greenpeace. 

PFC: in der Luft, im Wasser, in Tieren und im menschlichen Körper

Zwei unabhängige Labors haben im Auftrag von Greenpeace Outdoor-Artikel auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) und andere Schadstoffe geprüft. In allen Proben wurden PFC nachgewiesen. PFC lassen Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung abperlen und finden sich auch in den innen liegenden wasserdichten Membranen (zum Beispiel Gore-Tex). Diese Fluorverbindungen sind mittlerweile weltweit zu finden; sie können in der Umwelt kaum abgebaut werden und gelangen über Nahrung, Trinkwasser und Luft auch in den menschlichen Organismus. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. 

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Bedenkliche Test-Ergebnisse

Neben den Ausgasungstests untersuchten die Labore auch das Material selber. Jacken von Schöffel, Jack Wolfskin und Mammut enthielten bedenkliche Konzentrationen der giftigen Perfluoroktansäure (PFOA). Hohe Werte weiterer PFC wie Fluortelomeralkohole (FTOH) wurden in fast allen Jacken festgestellt, Spitzenreiter waren die Jacken von Adidas, Jack Wolfskin, The North Face und Salewa. Bedenklich sind auch einige Test-Ergebnisse anderer Schadstoffe, wie der hormonell wirksamen Weichmacher (Phthalate) oder Nonylphenole.

Negativer Spitzenreiter Mammut - Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte

Handschuhe der Marke Mammut enthielten übermäßig hohe Konzentrationen der gesundheitsschädlichen Perfluorsulfonsäure (PFOS): Der Wert überschreitet den gesetzlichen Grenzwert von einem Mikrogramm pro Quadratmeter um das 9-fache.

Es geht auch ohne...

Alternativen zu dieser schadstoffbelasteten Outdoor-Kleidung sind bereits auf dem Markt. Dazu zählen Jacken mit PFC-freien Membranen oder Imprägnierungen aus Polyester und Polyurethan. Auch diese Jacken sind winddicht, atmungsaktiv und halten einem Wolkenbruch stand.

Detox: Mode "entgiften"!

Seit dem Start der Detox-Kampagne von Greenpeace im Jahr 2011 haben sich 17 große Textilmarken verpflichtet, bis zum Jahr 2020 auf gefährliche Chemikalien zu verzichten. „Die Outdoor-Branche muss PFC endlich aus der Produktion verbannen und fluorfreie Alternativen weiter entwickeln. Auf EU-Ebene muss die gesamte Gruppe der PFC gesetzlich verboten werden“, so Sprinz abschließend.

Download Report "Chemie für Gipfelstürmer"

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