Luxusmode mit Nebenwirkungen

Gefährliche Chemikalien in Kinderkleidung von Luxusmarken gefunden

Publikation - 17 Februar, 2014
Greenpeace-Studie weist in Kinderkleidung und Schuhen von acht Luxusmarken eine breite Palette gefährlicher Chemikalien nach.

Diese Studie ist die Fortsetzung mehrerer Reports, die Greenpeace bereits im Rahmen der Detox-Kampagne veröffentlicht hat. Sie belegen, dass gefährliche Chemikalien bei der Herstellung von Textil- und Lederprodukten eingesetzt werden und so in die Kleidung gelangen. Die neue Untersuchung bestätigt, dass der Einsatz gefährlicher Chemikalien noch immer weit verbreitet ist – auch bei der Herstellung der teuersten Luxuskleidung für Kinder.

Diese Greenpeace-Studie ist die erste, in der alle untersuchten Produkte von großen Luxusmarken stammen. Die acht Modemarken sind: Dior, Dolce & Gabbana, Giorgio Armani, Hermès, Louis Vuitton, Marc Jacobs, Trussardi und Versace.

Bei den 27 Produkten handelt es sich hauptsächlich um Bekleidung, darunter ein Bademoden-Artikel, sowie fünf verschiedene Schuhe. Sie wurden im Mai und Juni 2013 in den Läden der betreffenden Modemarken oder in anderen für den Verkauf ihrer Produkte autorisierten Geschäften erworben. Die Mehrzahl der Artikel wurde in Italien (11 Produkte) und Frankreich (4) eingekauft, gefolgt von China (3), Hongkong, Russland und der Schweiz (je 2) sowie Dänemark, Taiwan und Großbritannien (je 1).

Die Produkte wurden laut Herstellerangaben überwiegend in Italien (10 Produkte) gefertigt, gefolgt von China (4), Marokko (3), Türkei (2) sowie Ungarn, Indien und Thailand (je 1). Bei fünf Artikeln, zwei von Dior, zwei von Trussardi und eines von Hermès, war das Herstellungsland auf dem Etikett nicht angegeben, was die mangelhafte Transparenz auf Seiten dieser Marken verdeutlicht. Bemerkenswert ist auch der Anteil in Europa gefertigter Produkte im Vergleich zu früheren Produkttests, wo der Schwerpunkt auf China und anderen Entwicklungsländern lag.

Die Produkte wurden an das Greenpeace-Forschungslabor an der Universität von Exeter in Großbritannien geschickt und von dort aus auf unabhängige akkreditierte Labors verteilt. Alle Produkte wurden auf Nonylphenolethoxylate (NPE) untersucht. Bei einigen Produkten erfolgte außerdem eine Analyse auf Phthalate, per-/polyfluorierte Chemikalien (PFC) oder Antimon, soweit dies für den Produkttyp von Relevanz war. Die Analyse auf Antimon erfolgte im Greenpeace-Forschungslabor.

Zentrale Ergebnisse

  • Die höchste NPE-Konzentration (760 mg/kg) wies ein Ballerina-Schuh der Marke Louis Vuitton auf, der in Italien hergestellt und in der Schweiz verkauft wurde.
  • Drei Dior-Produkte (ein T-Shirt, ein Poloshirt und ein Stricktop) waren mit NPE in Konzentrationen von 560, 460 bzw. 400 mg/kg belastet.
  • Vergleichbare NPE-Konzentrationen gab es in Säuglingsschuhen von Hermès (380 mg/kg) und Wildleder-Turnschuhen von Louis Vuitton (100 mg/kg).
  • Flüchtige PFC wurden in zwei von fünf auf PFC getesteten Artikeln gefunden. Eine wasserdichte Jacke von Versace enthielt die höchste Konzentration (374 μ g/kg).
  • Ionische PFC fanden sich in allen fünf auf PFC getesteten Artikeln, zwei der Marke Louis Vuitton und je ein Produkt der Marken Dior, Giorgio Armani und Versace.
  • Die höchste Konzentration an ionischen PFC hatten die Ballerina-Schuhe von Louis Vuitton zu bieten (16,9 μ g/kg ionische PFC insgesamt, 31 μ g/kg flüchtige PFC insgesamt). Die Schuhe waren außerdem eines von zwei Produkten, in denen flüchtige PFC vorkamen.
  • PFOA, aus der Gruppe der ionischen PFC, war in der wasserdichten Jacke von Versace und den Ballerina-Schuhen von Louis Vuitton vertreten. Beide Fälle lagen allerdings unter dem norwegischen Grenzwert, der ab Juni 2014 gilt. Das bei Versace
    hauptsächlich gefundene flüchtige PFC setzt auch zusätzliches PFOA frei.
  • Phthalate fanden sich bei allen getesteten Artikeln in Gewebe mit Plastisol-Aufdruck. Betroffen waren zwei Produkte von Dior, eines von Dolce & Gabbana und zwei von Marc Jacobs.
  • Antimon konnte in allen drei getesteten Artikeln mit Polyesteranteilen von Dolce & Gabbana, Giorgio Armani und Versace nachgewiesen werden.

Report herunterladen

Gesamter Report (englisch)

Deutsche Kurzfassung:

umweltgifte_detox_aLittleStory_de2014