Fischratgeber 2016

Wegweisender Einkaufshelfer

Publikation - 19 Jänner, 2016
Welcher Hering ist in Ordnung, und welcher kriegt die rote Karte? Der neue Einkaufsratgeber Fisch schafft Orientierung an Kühltruhe und Frischetheke.

Nicht jedes Fischprodukt ist gleichermaßen ökologisch vertretbar. Viele Speisefischbestände sind überfischt oder am Rande der Überfischung, sensible Ökosysteme werden durch zerstörerische Fangmethoden oder Abwässer von Zuchtfarmen geschädigt.

Der aktualisierte Greenpeace-Einkaufsratgeber Fisch, die dazugehörige App und das Kühlschrankposter zeigen, welche Fischprodukte im Einkaufskorb landen dürfen – und von welchen man den Meeren zuliebe besser die Finger lässt. Dieses Jahr neu dabei ist auch ein österreichischer Fisch, der Saibling. 

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Laden Sie den Fischratgeber und das Kühlschrankposter zum Selbstausdrucken herunter. Mit optionaler Eingabe Ihrer Kontaktdaten unterstützen Sie die Greenpeace-Petition zum Schutz der Meere - mit der Forderung nach weitreichenden Meeresschutzgebieten.

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App für Android/iPhone (Stand 01/2016)

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Wie wurde bewertet?

Auf Basis einer mit Wissenschaftlern erarbeiteten Methode hat Greenpeace rund 115 Arten bewertet, unterteilt in 550 Wildfischbestände und 120 Herkunftsländer von Aquakulturen.

"Ja" oder "Nein" reicht nicht

Denn auch bei grundsätzlich noch vertretbaren Arten wie Hering oder Wels kann es, je nach Herkunft, große Unterschiede in Sachen Nachhaltigkeit geben. „Um eine umweltbewusste Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein deshalb nicht aus“,  erklärt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. Hering aus bestimmten Subfanggebieten des Nordost- und Nordwestatlantiks lässt man beispielsweise besser liegen. Der Saibling wurde im Fischratgeber mit „rot“ gekennzeichet – hier gibt es Ausnahmen in die andere Richtung: Ökologisch vertretbar ist derzeit der Seesaibling aus Island und Österreich, sofern er in geschlossenen Kreislaufsystemen gezüchtet wurde.

Gütesiegel reichen nicht

Gütesiegel, wie sie verschiedene Hersteller auf ihre Produkte kleben, sind für eine Kaufentscheidung mit gutem Gewissen nicht aussagekräftig genug. Derzeit ist aus Greenpeace-Sicht keine Zertifizierung für Fischprodukte auf dem Markt, auf die der Verbraucher uneingeschränkt vertrauen kann. Dennoch ist eine Empfehlung des Fischratgebers keine Unbedenklichkeitserklärung für ungebremsten Konsum. Abgesehen von der „grünen“ Bewertung einzelner Wildfischereien und Aquakulturen rät Greenpeace grundsätzlich zu einem bedachteren Umgang mit Fisch als Lebensmittel. „Fisch sollte als Delikatesse betrachtet werden, für die man sich selten und bewusst entscheidet“, so Kaller. Von Fischindustrie und Einzelhandel fordert Greenpeace eine durchgängig nachhaltige und transparente Vorgehensweise bei Produktion und Einkauf.

Alle weiteren Informationen zum Fischratgeber finden Sie in unserem Hintergrundpapier.

Meeresschutz

Dank des Fischratgebers kann der Verbraucher aktiv zum Schutz der Meere beitragen: Die Nachfrage bestimmt schließlich das Angebot – gelangt weniger Fisch aus überfischten Beständen oder geschwächten Ökosystemen in den Handel, haben diese die Möglichkeit, sich zu erholen. Außerdem gibt der Fischratgeber dem Verbraucher Informationen an die Hand, um an der Fischtheke oder im Restaurant gezielt nachfragen zu können. Gegebenenfalls kann man als Kunde seinen Supermarkt oder sein Lieblingsrestaurant dazu anzuhalten, das Angebot künftig nachhaltiger auszurichten.

Umweltschonende Fangmethoden

Ein verändertes Verbraucherverhalten ist ein wichtiger Schritt, den Lebensraum Meer zu schützen. Für dieses Ziel muss auch die Politik aktiv werden. Nur mit großflächigen Schutzgebieten, weniger Fischfang und alternativen Fangmethoden gibt es die Chance, die Artenvielfalt in den Meeren zu erhalten und uns Menschen langfristig mit Fisch zu versorgen.

Dies kann zum Beispiel mit einer umweltschonenden Küstenfischerei gelingen. Sie hat eine jahrhundertelange Tradition und ist, anders als die industrielle Fischerei, nicht im großen Maßstab für die Überfischung verantwortlich. Eher ist sie eines ihrer Opfer. Eine Förderung der Küstenfischerei – sofern sie nachhaltig betrieben wird – würde maßgeblich helfen, die Fischereikrise mittelfristig zu bewältigen und unsere Meere zu schonen.

 

 

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