Fischratgeber 2014

36 Kommentare
Publikation - 23 Jänner, 2014
Dreiviertel der Fischbestände sind überfischt und zahlreiche Fangmethoden verursachen massive Umweltschäden. Industrielle, hochmodern gerüstete Fangflotten plündern die Weltmeere, fangen mehr als durch natürliche Vermehrung nachwachsen kann und dringen in immer entferntere Gebiete und größere Tiefen vor.
Sarah Wiener
"Jeder von uns kann einen wichtigen Be­itrag zum Meeres­schutz leisten, indem wir zu Fisch aus nach­haltiger Fisch­er­ei oder Aqua­kultur greifen. Der Greenpeace-Fisch­ratg­eber hilft, die richtige Wahl zu treffen."

Der Greenpeace-Fischratgeber bietet Ihnen eine Übersicht, welche Fischarten bzw. Bestände eher empfehlenswert sind. Der Griff zu nachhaltig gefangenem Fisch, ist die geschmackvollere Art Fisch zu genießen. Das zeigen auch die Rezepte von Sarah Wiener, die sie exklusiv für den Greenpeace-Fischratgeber zur Verfügung gestellt hat.

Wie wurde bewertet?

Greenpeace hat mit Wissenschaftlern eine Methode entwickelt, mit der Wild-Fischereien und Aquakulturen auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden können. Anhand einfacher Kriterien lassen sich nicht-nachhaltige Wild-Fischereien oder Aquakulturen identifizieren. Dabei werden Fragen zu nicht nachhaltigen Praktiken gestellt. Bereits ein ja reicht für eine „rote“ Bewertung: Bei Wild-Fischereien sind das zum Beispiel das Befischen von überfischten Beständen, zerstörerische Fangmethoden, hoher Beifang oder illegale Fischerei. Bei Aquakulturen spielen Faktoren wie die Verwendung von wild gefangenem Fisch als Futter, die Herkunft der Eier bzw. Jungfische für die Zucht oder die Anzahl der aus der Aquakultur ausbrechenden Tiere eine Rolle. Greenpeace nutzt die Methode weltweit zur Erarbeitung von Listen nicht-nachhaltiger Wild-Fischereien/Aquakulturen. Umfassende Quellen und aktuelle Daten sind die Voraussetzung für eine fundierte Bewertung.

Nicht mit „rot“ bewertete Wild-Fischereien und Aquakulturen können eine Alternative beim Einkauf sein.

Grundsätzlich gilt für eine nachhaltige Fischerei: Sie hält den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des Ökosystems negativ zu beeinflussen.

Was wurde bewertet?

Natürlich konnten nicht alle Wild-Fischereien und Aquakulturen weltweit untersucht werden. Insgesamt wurden 110 gängige Speisefisch-Arten, aufgeteilt in etwa 550 Wildfischbestände und 112 Herkunftsländer von Aquakulturen bewertet.

"Ja" oder "Nein" reicht nicht

Fischarten haben unterschiedliche Bestände. Beispielsweise sind die 13 Bestände des Kabeljau im Nordostatlantik (FAO 27) in verschiedenen Gesundheitszuständen und werden mit unterschiedlichen Fangmethoden befischt. Greenpeace bewertet daher Fischbestände oder besser gesagt Fischereien. Auch bei Aquakulturen gibt es Unterschiede. Hier werden einzelne Länder und Aquakulturmethoden bewertet. Diese detaillierte Bewertung führt zu differenzierteren und umfangreicheren Empfehlungen. So heißt es zum Beispiel nicht mehr: Kabeljau „ja“ oder „nein“ , sondern: „Kabeljau aus dem Nordostatlantik (FAO 27), Sub-Fanggebiet Barentssee mit Langleine gefangen“ ist noch empfehlenswert.

Wird die Mehrheit der Wild-Fischereien/Aquakulturen einer Art als nicht-nachhaltig bewertet, erhalten sie im Greenpeace-Ratgeber eine rote Markierung. Die noch empfehlenswerten Ausnahmen werden in grün dazu
gelistet. Und umgekehrt ebenso. Nur eine differenzierte Betrachtung ermöglicht Empfehlungen. Wir alle müssen daher genauer hinschauen und uns beim Fischkauf mit Fanggebiet, Sub-Fanggebiet (Fischbestand) und
Fangmethode auseinandersetzen. Genauso wie sich der Lebensmitteleinzelhandel und die Fischindustrie detailliert mit ihrem Fischverkauf beschäftigen müssen. Nachhaltigkeit und Transparenz für den Verbraucher sind dabei gefragt, ebenso wie eine vollständige Kennzeichnung der Produkte. Denn nur so können sie an Regal oder Fischtheke die richtige Wahl treffen.

Was gehört zur vollständigen Produktkennzeichnung?

  • Handelsname und lateinischer Name der Fischart, z.B. Kabeljau (Gadus morhua)
  • Fanggebiet der Welternährungsorganisation FAO, z.B. Nordostatlantik (FAO 27) bzw. Herkunftsland der Aquakultur
  • Sub-Fanggebiet, z.B. Norwegische See bzw. Name/Ort der Aquakultur-Farm
  • Fangmethode, z.B. Ringwade bzw. Zuchtmethode der Aquakultur
  • Code, der die vollständige Rückverfolgbarkeit bis zum Fang/zur Ernte über alle Verarbeitungsstufen ermöglicht transparent für den Verbraucher über ein Online-Portal und/oder QR-Code einsehbar.

Welchen Zertifikaten kann ich trauen?

Mittlerweile gibt es einige zertifizierte Fischprodukte: Das "Marine Stewardship Council" (MSC) zertifiziert Wild-Fischereien, das neue "Aquaculture Stewardship Council" (ASC) Produkte aus Aquakultur. Auch unter dem Siegel von "GLOBAL G.A.P." gibt es Ware aus Aquakultur. "Friends of the Sea" (FOTS) zertifiziert beides.

Alle Zertifizierungen haben aus der Sicht von Greenpeace Stärken und Schwächen. Jedoch kann der Verbraucher bei keinem der genannten Siegel bedenkenlos auf nachhaltige Produkte vetrauen. Es gibt auch Siegel, die von Greenpeace bisher noch nicht bewertet wurden, wie zum Beispiel die von Naturland zertifizierten Wild-Fischereien und Aquakulturen. Wir empfehlen daher auch zertifizierte Produkte mit dem Greenpeace-Fischratgeber zu vergleichen.

 

 

 

 

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Themen
25 Kommentare Kommentar hinzufügen

(Unregistriert) Georg sagt:

1) Was bedeutet nachhaltig?

2) Fischer sollten erst einmal die Fischereiprüfung machen, damit sie besonders für untermaßig...

Geschrieben 20 Oktober, 2014 um 21:23 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) Ichbins sagt:

Was mich brennend interessiert: Was wird bei der Aquakultur in Österreich als Futter verwendet???
Danke

Geschrieben 22 September, 2014 um 17:59 Missbrauch melden Antworten

(Unregistriert) Daniela sagt:

Was ist mit dem Fisch von www.biofisch.at ?

der ist doch in ordnung, oder?

Geschrieben 4 September, 2014 um 11:03 Missbrauch melden Antworten

(Unregistriert) James sagt:

Is it possible to find out why Seehase has been listed as "Nicht empfehlenswert". There several non-mixing stocks of seehase in the northeas...

Geschrieben 15 August, 2014 um 15:27 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) C sagt:

Schon Interessant nur nicht auf Fakten beruhend. A.) denn der Hummer hat die strengsten Auflagen und Fangquoten vorallem im Atlantik und Pazifik, da k...

Geschrieben 14 August, 2014 um 11:47 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) Edward sagt:

np. BRACTWO KURKOWE gdziekolwiek się znajduje nie ma pojęcia o skali zagrożeń na rzecz ratowania ŚWIATA przed zbyt nachalnym człowieczeństwem. Warto r...

Geschrieben 27 Juli, 2014 um 18:39 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) erika3226 sagt:

Warum sind Forellen aus Deutschland und Italien empfehlenswert, aus Österreich jedoch nicht?

Geschrieben 3 Juli, 2014 um 13:37 Missbrauch melden Antworten

(Unregistriert) Ratlos sagt:

...und grad läuft eine Doku in der Aquakulturen nur mit Nicht Raubfischen empfohlen werden, da für Raubfische in Aqualulturen Tonnen an Fisc...

Geschrieben 3 März, 2014 um 22:22 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) Hummel sagt:

Danke für den den Ratgeber!

Geschrieben 22 Februar, 2014 um 19:50 Missbrauch melden Antworten

(Unregistriert) ArmerFisch sagt:

Super Idee, jetzt essen ALLE Greenpeace- und sonstige Naturschützer nur noch afrikanischen Wels, Hering und Karpfen....um im nächsten Jahr f...

Geschrieben 31 Jänner, 2014 um 14:00 Missbrauch melden Antworten

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(Unregistriert) Laetitian sagt:

Häh? Und was ist jetzt an 5000 Vögeln so beeindruckend im Vergleich zu Millionen an Menschen die per Kopf 15 Kilo Fisch per Jahr verspeisen?...

Geschrieben 24 Mai, 2014 um 23:19 Missbrauch melden Antworten

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