Fischratgeber 2013

11 Kommentare
Publikation - 14 März, 2013
Die Fischbestände unserer Meere schrumpfen dramatisch. Industrielle Fangflotten plündern die Weltmeere und dringen in immer fernere Regionen und größere Tiefen vor. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass weltweit 57 Prozent der Speisefischbestände bis an die Grenze genutzt und 30 Prozent überfischt oder erschöpft sind.

Das heißt, es wird mehr gefangen, als durch die natürliche Vermehrung nachwachsen kann. Der ökologische Schaden ist immens, zum Beispiel durch Beifang, der tot über Bord geht oder zerstörerische Fangmethoden, die den Meeresboden oder Korallenriffe umpflügen. Wenn wir so weitermachen, steht die langfristige Nutzung der Fischbestände auf dem Spiel.

Legende Fischratgeber

 

Die Lösung der Krise ist einfach: weniger Fischfang mit schonenden Fangmethoden und großflächige Schutzgebiete – als Bestandteile eines nachhaltigen Fischereimanagements. Nur so haben wir die Chance, die Weltmeere in ihrer Artenvielfalt zu erhalten und uns langfristig mit Fisch zu versorgen.

Die Krise lässt sich nur gemeinsam bewältigen: Neben der Politik sind Fischer, Fischindustrie und der Lebensmitteleinzelhandel gefordert. Für ein Verschieben der Verantwortlichkeit untereinander ist es zu spät. Denn heutige Bedürfnisse dürfen die Zukunft nachfolgender Generationen nicht gefährden.

Zum Schutz von Fischbeständen und Meeren ist auch Ihre Unterstützung wichtig. Essen Sie weniger Fisch, und wenn, treffen Sie die richtige Wahl. Der neueste Greenpeace-Fischratgeber bietet Ihnen Informationen, welcher Fisch noch empfehlenswert ist und von welchem Sie lieber die Finger lassen sollten.

Fanggebiete

 

Die Welternährungsorganisation FAO teilt die Ozeane in Fanggebiete, denen sie Nummern zugeordnet hat. Diese Fanggebiete sind riesig: Der Nordostatlantik (FAO 27) reicht von der Arktis bis Gibraltar und vereint mehrere Fischbestände einer Art. So hat der Kabeljau (Gadus morhua) 13 Bestände im Fanggebiet FAO 27. Um eine Bestandsschätzungund ein Fischereimanagement zu ermöglichen, werden die großen Fanggebiete der FAO durch wissenschaftliche Institutionen oder Fischerei-Managementorganisationen in Sub-Fanggebiete unterteilt. Die Verbreitung eines Fischbestandes stimmt häufig, aber leider nicht immer, mit den Sub-Fanggebieten überein.

 

Bewertungskriterien

Greenpeace hat mit Wissenschaftlern eine Methode entwickelt, mit der Wild-Fischereien und Aquakulturen auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden können. Anhand einfacher Kriterien lassen sich nicht-nachhaltige Wild-Fischereien oder Aquakulturen identifizieren. Bei ihnen rät Greenpeace vom Fischeinkauf ab. Dabei werden Fragen zu nichtnachhaltigen Praktiken gestellt. Bereits ein ja reicht für eine „rote“ Bewertung: Bei der Wild-Fischerei sind das zum Beispiel das Befischen von überfischten Beständen, zerstörerische Fangmethoden, hoher Beifang oder illegale Fischerei. Bei Aquakulturen spielen Faktoren wie die Verwendung von wild gefangenem Fisch als Futter, die Herkunft der Eier bzw. Jungfische für die Zucht oder die Anzahl der aus der Aquakultur ausbrechenden Tiere eine Rolle. Greenpeace nutzt die Methode weltweit zur Erarbeitung von Listen nicht-nachhaltiger Wild-Fischereien/Aquakulturen. Umfassende Quellen und aktuelle Daten sind die Voraussetzung für eine fundierte Bewertung. Nicht mit „rot“ bewertete Wild-Fischereien und Aquakulturen können eine Alternative beim Einkauf sein. Grundsätzlich gilt für eine nachhaltige Fischerei: Sie hält den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des Ökosystems negativ zu beeinflussen.

Was wurde bewertet?

Natürlich konnten nicht alle Wild-Fischereien und Aquakulturen weltweit untersucht werden. Insgesamt wurden rund 500 Fischereien und Aquakulturen bewertet. Diese konzentrieren sich vorwiegend auf die in Österreich am meisten verzehrten Fischarten und deren Bestände. Der Greenpeace-Ratgeber bietet Ihnen also eine gute Grundlage für Ihren Fischeinkauf in Österreich!

Zertifikate

Aus der Sicht von Greenpeace gibt es zur Zeit kein Zertifikat, dem man uneingeschränkt trauen kann, obwohl es immer mehr zertifizierte Fischprodukte gibt. Das „Marine Stewardship Council“ (MSC) zertifiziert Wild-Fischereien, das neue „Aquaculture Stewardship Council“ (ASC) Produkte aus Aquakultur. Auch unter dem Siegel von „GLOBALG.A.P.“ gibt es Ware aus Aquakultur. „Friend of the Sea“ (FOTS) zertifiziert beides. Seit der Neufassungder EU-Bio-Verordnung im Jahr 2010 fällt auch Bio-Fisch – allerdings nur aus Aquakultur – unter diese EU-Regelung. Ferner gibt es weitere Siegel für Fisch, wie der von Naturland zertifizierte „Naturland Wildfisch“ und die Naturland-Richtlinien für Fische, Garnelen und Muscheln aus „anerkannt ökologischer Aquakultur“. Die Zertifizierungssysteme MSC, GLOBALG.A.P. und FOTS wurden von Greenpeace bewertet und haben aus unserer Sicht Stärken und Schwächen. Bewertungen für die anderen Label stehen noch aus. Wir empfehlen, den Greenpeace-Fischratgeber für die richtige Entscheidung zur Hand zu nehmen.

Greenpeace fordert:

  • eine transparente und nachhaltige Einkaufspolitik für Fisch und Meeresfrüchte in Industrie und Handel
  • ein nachhaltiges Fischereimanagement
  • großflächige Meeresschutzgebiete

 

 

Mobil-Version

Nutzen Sie die Chance: Informieren Sie sich unterwegs, ob im Supermarkt oder im Restaurant.

Link zur mobilen Version des Fisch-Ratgebers

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Themen
(Unregistriert) Ronny DAniel

(Unregistriert) Ronny DAniel sagt:

Der Fischratgeber 2013 auf der A4 Seite läßt sich nicht ausdrucken! Selbst nach zahllosen vesuchen, kann man immer nur die erste der beiden ...

Geschrieben 14 Juni, 2013 um 8:37 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) Rettet die Fische

(Unregistriert) Rettet die Fische sagt:

Angesichts des massiven Niederganges der Fischpopulationen nicht nur im Meer, sondern auch im Süßwasser, möchte ich darauf hinweisen, d...

Geschrieben 26 März, 2013 um 17:50 Missbrauch melden Reply

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Hannes Fleckl

Hannes Fleckl sagt:

Danke! Ich bin sehr froh, dass es den Ratgeber wieder in einer überarbeiteten Version gibt! Aber wäre es nicht passend daraus (aus allen Rat...

Geschrieben 26 März, 2013 um 14:55 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) Daniel

(Unregistriert) Daniel sagt:

Congratulations for this!!! Well done.
Do you have an English version??? Please?
Where could if find the english version?
Regards <...

Geschrieben 22 März, 2013 um 2:30 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) oregano

(Unregistriert) oregano sagt:

ad Talkingjazz: ich stelle die gleiche Frage, und was bedeutet grüner Einkaufswagen mit rotem Punkt? Soll man die auch nicht kaufen? Auch ich bit...

Geschrieben 20 März, 2013 um 10:38 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) Talkingjazz

(Unregistriert) Talkingjazz sagt:

Es wäre schön, wenn bei Symbolen auch eine Legende dabei wäre. Grüner und roter Einkaufskorb ist selbsterklärend - aber was b...

Geschrieben 15 März, 2013 um 5:39 Missbrauch melden Reply

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Florian

Florian sagt:

Danke für das Feedback, Legende ist nun oberhalb des Ratgebers angefügt. Einkaufswägen mit Punkt stellen dementsprechende Ausnahmen dar...

Geschrieben 21 März, 2013 um 9:39 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) Tommy

(Unregistriert) Tommy sagt:

Danke fuer diesen Artikel, Leider ist es fuer Leute mit Rot-Grün Sehschwäche (bin ein ebensolcher) unmöglich die Legende richtig zu erk...

Geschrieben 10 Juni, 2013 um 20:53 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) Sea-Shepherd

(Unregistriert) Sea-Shepherd sagt:

Der Konsum von Meeresfischen ist für uns reiner LUXUS und ernährungstechnisch nicht notwendig. Der Zustand der Ozeane und Fischbestände...

Geschrieben 21 November, 2012 um 9:44 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) kommentatorin

(Unregistriert) kommentatorin sagt:

Fischkonsum wird ja wegen des Omega 3 Gehaltes so sehr empfohlen. Dass es eine echte Alternative zu (See)Fisch gibt, die mehr Omega 3 enthält, so...

Geschrieben 21 September, 2012 um 12:25 Missbrauch melden Reply

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(Unregistriert) shepshep

(Unregistriert) shepshep sagt:

danke sehr fuer diese gute guideline. sehr praktisch einmal einen blick auf diese uebersicht geworfen zu haben um besser einschaetzen zu koennen in welche richtung man sich beim einkauf orientiert.

Geschrieben 13 August, 2012 um 20:39 Missbrauch melden Reply

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