Das heißt, es wird mehr gefangen, als durch die natürliche Vermehrung nachwachsen kann. Der ökologische Schaden ist immens, zum Beispiel durch Beifang, der tot über Bord geht oder zerstörerische Fangmethoden, die den Meeresboden oder Korallenriffe umpflügen. Wenn wir so weitermachen, steht die langfristige Nutzung der Fischbestände auf dem Spiel.

Die Lösung der Krise ist einfach: weniger Fischfang mit schonenden Fangmethoden und großflächige Schutzgebiete – als Bestandteile eines nachhaltigen Fischereimanagements. Nur so haben wir die Chance, die Weltmeere in ihrer Artenvielfalt zu erhalten und uns langfristig mit Fisch zu versorgen.
Die Krise lässt sich nur gemeinsam bewältigen: Neben der Politik sind Fischer, Fischindustrie und der Lebensmitteleinzelhandel gefordert. Für ein Verschieben der Verantwortlichkeit untereinander ist es zu spät. Denn heutige Bedürfnisse dürfen die Zukunft nachfolgender Generationen nicht gefährden.
Zum Schutz von Fischbeständen und Meeren ist auch Ihre Unterstützung wichtig. Essen Sie weniger Fisch, und wenn, treffen Sie die richtige Wahl. Der neueste Greenpeace-Fischratgeber bietet Ihnen Informationen, welcher Fisch noch empfehlenswert ist und von welchem Sie lieber die Finger lassen sollten.
Fanggebiete
Die Welternährungsorganisation FAO teilt die Ozeane in Fanggebiete, denen sie Nummern zugeordnet hat. Diese Fanggebiete sind riesig: Der Nordostatlantik (FAO 27) reicht von der Arktis bis Gibraltar und vereint mehrere Fischbestände einer Art. So hat der Kabeljau (Gadus morhua) 13 Bestände im Fanggebiet FAO 27. Um eine Bestandsschätzungund ein Fischereimanagement zu ermöglichen, werden die großen Fanggebiete der FAO durch wissenschaftliche Institutionen oder Fischerei-Managementorganisationen in Sub-Fanggebiete unterteilt. Die Verbreitung eines Fischbestandes stimmt häufig, aber leider nicht immer, mit den Sub-Fanggebieten überein.
Bewertungskriterien
Greenpeace hat mit Wissenschaftlern eine Methode entwickelt, mit der Wild-Fischereien und Aquakulturen auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden können. Anhand einfacher Kriterien lassen sich nicht-nachhaltige Wild-Fischereien oder Aquakulturen identifizieren. Bei ihnen rät Greenpeace vom Fischeinkauf ab. Dabei werden Fragen zu nichtnachhaltigen Praktiken gestellt. Bereits ein ja reicht für eine „rote“ Bewertung: Bei der Wild-Fischerei sind das zum Beispiel das Befischen von überfischten Beständen, zerstörerische Fangmethoden, hoher Beifang oder illegale Fischerei. Bei Aquakulturen spielen Faktoren wie die Verwendung von wild gefangenem Fisch als Futter, die Herkunft der Eier bzw. Jungfische für die Zucht oder die Anzahl der aus der Aquakultur ausbrechenden Tiere eine Rolle. Greenpeace nutzt die Methode weltweit zur Erarbeitung von Listen nicht-nachhaltiger Wild-Fischereien/Aquakulturen. Umfassende Quellen und aktuelle Daten sind die Voraussetzung für eine fundierte Bewertung. Nicht mit „rot“ bewertete Wild-Fischereien und Aquakulturen können eine Alternative beim Einkauf sein. Grundsätzlich gilt für eine nachhaltige Fischerei: Sie hält den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des Ökosystems negativ zu beeinflussen.
Was wurde bewertet?
Natürlich konnten nicht alle Wild-Fischereien und Aquakulturen weltweit untersucht werden. Insgesamt wurden rund 500 Fischereien und Aquakulturen bewertet. Diese konzentrieren sich vorwiegend auf die in Österreich am meisten verzehrten Fischarten und deren Bestände. Der Greenpeace-Ratgeber bietet Ihnen also eine gute Grundlage für Ihren Fischeinkauf in Österreich!
Zertifikate
Aus der Sicht von Greenpeace gibt es zur Zeit kein Zertifikat, dem man uneingeschränkt trauen kann, obwohl es immer mehr zertifizierte Fischprodukte gibt. Das „Marine Stewardship Council“ (MSC) zertifiziert Wild-Fischereien, das neue „Aquaculture Stewardship Council“ (ASC) Produkte aus Aquakultur. Auch unter dem Siegel von „GLOBALG.A.P.“ gibt es Ware aus Aquakultur. „Friend of the Sea“ (FOTS) zertifiziert beides. Seit der Neufassungder EU-Bio-Verordnung im Jahr 2010 fällt auch Bio-Fisch – allerdings nur aus Aquakultur – unter diese EU-Regelung. Ferner gibt es weitere Siegel für Fisch, wie der von Naturland zertifizierte „Naturland Wildfisch“ und die Naturland-Richtlinien für Fische, Garnelen und Muscheln aus „anerkannt ökologischer Aquakultur“. Die Zertifizierungssysteme MSC, GLOBALG.A.P. und FOTS wurden von Greenpeace bewertet und haben aus unserer Sicht Stärken und Schwächen. Bewertungen für die anderen Label stehen noch aus. Wir empfehlen, den Greenpeace-Fischratgeber für die richtige Entscheidung zur Hand zu nehmen.
Greenpeace fordert:
- eine transparente und nachhaltige Einkaufspolitik für Fisch und Meeresfrüchte in Industrie und Handel
- ein nachhaltiges Fischereimanagement
- großflächige Meeresschutzgebiete
Mobil-Version
Nutzen Sie die Chance: Informieren Sie sich unterwegs, ob im Supermarkt oder im Restaurant.
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