Klimaratgeber Lebensmittel

Publikation - 12 Juni, 2012
Durch die menschliche Freisetzung von Treibhausgasen erwärmt sich das Klima viel zu schnell. Das bekannteste Treibhausgas ist Kohlendioxid (CO2). Weitere sind Lachgas (N20), Methan (CH4) und Ozon (O3).

In eigener Sache zum Klimaratgeber Lebensmittel: Greenpeace ist grundsätzlich der Meinung, dass in Regionen mit Wasserknappheit (z.B. Südspanien, gesamte Mittelmeerküste, naher Osten und Afrika) der Anbau von Obst und Gemüse zum Export nicht sinnvoll ist.

In hundert Jahren ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,74 Grad gestiegen. Das klingt nicht viel, aber: Beim letzten Höhepunkt einer sogenannten Eiszeit vor 21.000 Jahren lag die Durchschnittstemperatur nur um 5–6 Grad niedriger als heute.

Der Beitrag zum Klimawandel wird in gCO2e gemessen: Gramm CO2-Äquivalent ist ein Maß dafür, wie viel die Herstellung eines Produkts durch die Summe der freigesetzten Gase zum Treibhauseffekt beiträgt.

 

Wir essen den Planeten kaputt!

 

Der Anteil der Ernährung am Ausstoß von Treibhausgasen kann 20 % betragen – bedingt durch Produktion, Transport, Lagerung und Verpackung.

Durch den Umgang mit unseren Lebensmitteln können wir also viel verändern.

Ein Kilogramm Käse setzt 8.350 gCO2e frei, ein Kilogramm Fleisch zwischen 3.000 und 13.300, Eier 1.950, Joghurt 1.240, Teigwaren 930, Brot 780 und Obst 460. Der teilweise Verzicht auf tierische Produkte ist wichtig.
Mehr dazu auf marktcheck.at

 

Die richtige Auswahl macht den Unterschied

Die Auswirkungen der Produktion von Lebensmitteln auf das weltweite Klima hängen von der Produktionsart, von der Jahreszeit, vom Transport und der Verpackung ab. So steigt die Emission von Klimagasen von 450 gCO2e bei einem Kilogramm frischem Obst bis hin zu 1.200 gCO2e, wenn Obst in einer Konservendose verpackt ist.

 

Daran soll man denken!

  • Jedes Obst und Gemüse hat seine Saison. Dann ist es preisgünstig, am gesündesten und erzeugt die geringsten gCO2e.
  • Was „regional“ bedeutet, ist nicht genau definiert und bei einem Einkauf im Supermarkt nicht zu erkennen. Hier bietet der Einkauf auf Wochenmärkten eine gute Lösung.
  • Der Transport mit einem Schiff ist sehr viel besser als mit dem Flugzeug.

Fragen Sie bei Ihrem Einkauf nach der Herkunftund der Transportart! Das Wichtigste ist, zum richtigen Zeitpunkt auf das Falsche zu verzichten.

 

Frühling bis Herbst

Frisches heimisches Obst und Gemüse

Warten Sie noch ein paar Tage, wenn eine Obst- oder Gemüsesorte neu im Regal auftaucht: Die Früchte stammen erfahrungsgemäß entweder aus dem Glashaus oder haben eine weite Reise hinter sich. Eine Liste der Obst- und Gemüsesorten nach den Monaten aufgelistet, in denen sie Saison haben, finden Sie unter: marktcheck.at/heimischesobst-gemuese

Champignons haben übrigens immer Saison.

Verzichten Sie spätestens ab Mai auf Lagerware, auch auf Äpfel: Sie wurden zu hohen Klimakosten gelagert oder transportiert. Da auch der Weg vom Supermarkt nach Hause ein wichtiger Faktor ist, nutzen Sie die Möglichkeit von Bio-Hauszustellern. Bei den meisten kann man die Bestellung auf regionales und saisonales Obst und Gemüse beschränken. „Regional“ heißt nicht zwingend Österreich und „Ausland“ nicht immer weit weg. Regionale Waren sind auf Wochen- oder Bauernmärkten erhältlich. In Ostösterreich ist Ungarn besser als Frankreich, in Westösterreich ist das nicht unbedingt so. Da große Ketten auch mit Zentrallagern arbeiten, ist jedoch Vorsicht geboten.

 

Sommer bis Winter

Eingelagertes und Südeuropa

Die Liste der lagerungsfähigen Obst- und Gemüsesorten aus Mitteleuropa ist lang: Äpfel, Karotten, Erdäpfel, Kürbis, Pastinaken, fast alle Kohlgewächse, Zwiebeln, Sellerie, rote Rüben, Knoblauch und Birnen sind die wichtigsten. Frisch von draußen gibt es bis in die Wintermonate hinein zum Beispiel noch Spinat, Endiviensalat, Kohlsprossen, Vogerlsalat und Porree. Auch Obst und Gemüse aus Südeuropa haben eine Saison, vor allem die Zitrusfrüchte. Auch wachsen Früchte wie Zucchini oder Tomaten dort länger im Freiland.

Vermeiden Sie aber Früchte aus Gegenden, die mit großer Wasserknappheit kämpfen. Greenpeace ist grundsätzlich der Meinung, dass in Regionen mit Wasserknappheit (z.B. Südspanien, gesamte Mittelmeerküste, naher Osten und Afrika) der Anbau von Obst und Gemüse zum Export nicht sinnvoll ist.

 

Winter und Frühjahr

Eingelagertes und Schiffstransporte

Durch die hohen Klimakosten von mitteleuropäischen Obst- und Gemüsesorten, die durch die Einlagerung und die Erzeugung in Glashäusern entstehen, sind von Jänner bis Mai auch jene tropischen Obstsorten kaufbar, die vorwiegend mit dem Schiff transportiert werden: Ananas, Avocados, Bananen, Limetten, Papayas. Fragen Sie im Geschäft nach, denn der Transport mit dem Flugzeug wird als Beweis besonderer Frische gesehen. Vermeiden Sie alles, was jetzt schon „frisch“ angeboten wird. Es kommt aus dem dauergeheizten Glashaus.

 

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