Ohne Ausweg und in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und ihre Familien riskieren immer mehr Fischer in Westafrika die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa. So etwa Aliou Faye, der auf der Suche nach einer neuen Lebensgrundlage beschloss, seine Heimat zu verlassen. "Ich habe zweimal versucht nach Spanien zu gelangen, in der Hoffnung dort ein besseres Leben zu finden", erzählt Aliou Faye.
Bei seinem Versuch nach Europa zu fliehen, verlor er beinahe sein Leben: "Unsere Piroge war kaputt und ich hatte große Angst, wir würden alle auf See sterben … auch mein kleines Kind, das mit an Bord war." Drei Menschen ertranken bei dem Fluchtversuch, die Überlebenden wurden in ihr Heimatland zurückgeschickt. Aliou ist nur einer von vielen Westafrikanern, die unter den verheerenden Folgen der europäischen Fischereipolitik leiden und ihr Heil just auf jenem Kontinent suchen, der ihr Leid verursacht.
Seine Geschichte ist nur eine der vielen tragischen Geschichten, die in Europa kaum bekannt sind. Im Jahr 2006 schafften es 31.678 Afrikaner, von Mauretanien aus über den Seeweg die Kanaren zu erreichen. Die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln galten für viele westafrikanische Flüchtlinge als das "Tor nach Europa". Doch die Flucht ist extrem gefährlich: die Pirogen sind nicht für die Hohe See gebaut, etliche Flüchtlinge sterben auf See. Zudem rüstete die "Festung Europa" in den letzten Jahren vor allem in Spanien massiv auf, um die Flüchtlingsströme abzuwehren. Inzwischen versucht der Großteil der Flüchtlinge über Ägypten und von dort aus entweder über den Seeweg nach Griechenland oder auf dem Landweg nach Südosteuropa in die EU zu gelangen.
Ein internationales Greenpeace-Team ist derzeit in Westafrika unterwegs, um die katastrophalen Auswirkungen der Überfischung durch die europäische Fischindustrie aufzuzeigen - sowohl auf See an Bord der Arctic Sunrise als auch an Land: