Geraubter Fisch – Geraubte Zukunft - Teil1

Video | 1 März, 2012

Erstmals in den 1960er Jahren drangen riesige, zerstörerische Fischereiflotten aus Asien, Russland und Europa in Westafrikas Gewässer ein und fischten ohne Begrenzung. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Seit 1990 geht in den einst für ihren enormen Fischreichtum bekannten Gewässern die Fischbestände rapide zurück.

Viele Fischer fangen inzwischen nur noch ein Bruchteil ihrer früheren Fangmengen und können ihren Lebensunterhalt nicht mehr sichern. Sie sind gezwungen immer mehr Risiken in Kauf zu nehmen. Immer weiter müssen sie auf das offene Meer hinaus, um noch Fisch zu finden. Immer länger müssen sie dort in ihren Pirogen, wie sie ihre traditionellen Fischerboote nennen, ausharren, um ihre Netze annähernd füllen zu können.

Ein internationales Greenpeace-Team ist derzeit im Senegal und in Mauretanien unterwegs, um die katastrophalen Auswirkungen der Überfischung durch die europäische Fischindustrie aufzuzeigen - sowohl auf See an Bord der Arctic Sunrise als auch an Land:

Westafrikas Bevölkerung hungert, Europa fischt weiter - Riesige schwimmende Fischfabriken aus Europa bedienen sich an den westafrikanischen Fischbeständen und fischen weit mehr, als das Ökosystem verkraften kann. Die Fischbestände in den einst fischreichen Gewässern gehen immer weiter zurück. Die Folgen für die westafrikanische Bevölkerung sind verheerend: der Fisch an den Küsten verschwindet, ihre Hauptnahrungsquelle versiegt. Die sozio-ökonomischen Folgen sind nicht nur für die Bevölkerung in den Küstengemeinden verheerend: In Senegal und Mauretanien ist die ganze Bevölkerung von der Fischerei als wichtigste Nahrungsquelle abhängig.

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