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Ein Jahr nach dem Atomstrom-Gipfel: Immer noch Atomstrom vom Verbund

Greenpeace und GLOBAL 2000 erfreut über Umsetzung der Maßnahmen - viele Energieversorger setzen klares Zeichen gegen Atomkraftwerks-Bauer

Presseaussendungen - 15 April, 2013
Wien - Am morgigen ersten Jahrestag des Atomstrom-Gipfels der österreichischen Bundesregierung mit GLOBAL 2000 und Greenpeace und den Vertretern der Energieversorger sind viele Schritte zur endgültigen Atomstrom-Freiheit Österreichs bereits in Umsetzung:

Eine Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetzes (ElWOG) wird die lückenlose Kennzeichnung aller Strommengen vorschreiben, die in Österreich an EndverbraucherInnen geliefert werden – was die Abgabe von „Strom unbekannter Herkunft“ (Graustrom mit einem Atomstrom-Anteil von 35,24 Prozent) verbietet. Theoretisch hätten Energieversorger nach Inkrafttreten des Gesetzes die Möglichkeit, gekennzeichneten Atomstrom nach Österreich zu importieren. Allerdings können sie diesen Strom nicht mehr verstecken und sie stünden für jeden sichtbar als Atomstromimporteur da.

Einige der österreichischen Energieversorgungsunternehmen haben heute gegenüber der APA öffentlich Stellung bezogen gegen die Versuche von Staaten wie Tschechien, die neue Atomkraftwerke nur zum Zweck des Exports bauen wollen: Sie verpflichten sich klar, heute und auch in Zukunft keinen Atomstrom und keine Atomstrom-Nachweise zu verwenden.

„Es ist erschreckend, dass ausgerechnet der mehrheitlich in Staatsbesitz stehende Verbund-Konzern jetzt der letzte große Versorger in Österreich ist, der Atomstrom in Form von Graustrom vertreibt“, erklärt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. „Nur ein klares Bekenntnis zur Vereinbarung vom letzten Jahr und ein vollständiger Verzicht auf Atomstrom und Atomstrom-Nachweise gräbt den Neubauplänen von AKW die Finanzierung ab. Wir fordern Wirtschaftsminister Mitterlehner als Eigentümervertreter der Republik im Konzern auf, den Verbund zum ganz klaren Verzicht auf Atomstrom zu verpflichten“, so Egit weiter.

Andere Energieversorger erklären, dass sie bereits jetzt vollständig auf Atomstrom-Nachweise beziehungsweise Strom unbekannter Herkunft (Graustrom) verzichten. „Da sich die Unternehmenspolitik durch die Hauptaktionäre der Energieversorger in Zukunft ändern kann (und an einigen der Landesversorger ausländische Atomstrom-Konzerne jetzt schon mit bis zu 37,8 Prozent beteiligt sind), fordern wir auch diese auf, sich klar zu einer Atomstrom-Freiheit für die Zukunft zu verpflichten und sich damit zur Vereinbarung mit der österreichischen Bundesregierung vom Vorjahr zu bekennen“, sagt Reinhard Uhrig, Geschäftsführer von GLOBAL 2000.

Wie bei Atom-Gipfel 2012 beschlossen, wird derzeit ein Verein ARGE Atomstromfrei gegründet, der ein Gütezeichen für die Atomstromfreiheit von Unternehmen auf Basis des Stromkennzeichnungsberichtes der E-Control verleihen wird. Dieses Label wird von den Umweltschutzorganisationen unter Mitwirkung von E-Control und E-Wirtschaft vergeben werden.

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