Bei Temelín ist eines sicher: Es ist nicht sicher

Unabhängige Experten zeigen massive Sicherheitsmängel im AKW auf

Presseaussendungen - 23 November, 2012
Wien – Entsetzt reagiert Greenpeace auf die Äußerungen des Sprechers des tschechischen Atomkraftwerks Temelín Marek Svitak, denen zufolge die beiden Reaktoren des Kraftwerks als sicher und den internationalen Vorgaben entsprechend eingestuft werden können. „Die Stresstests, die im Oktober veröffentlicht wurden, zeichnen ein völlig anderes Bild. Obwohl wesentliche Krisenszenarien, wie Erdbeben, Überflutungen und Wetterextreme, sowie technische Probleme in den europäischen Stresstests kaum berücksichtigt wurden, weisen sie dem Kraftwerk schwerwiegende Mängel nach. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Betreiberfirma CEZ diese Mängel innerhalb eines Monats behoben hat“, ist Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin von Greenpeace überzeugt.

Die Liste der Pannen, die in der Vergangenheit im AKW Temelín aufgezeichnet wurden, liest sich wie ein who-is-who der Störfälle. Angefangen bei menschlichem Versagen über Fehler im Pumpsystem bis hin zu Pannen im Kühlwassersystem ließe sich diese Liste noch lange fortsetzen. „Der letzte aufgezeichnete Störfall liegt nur etwa zehn Monate zurück, als aufgrund eines Problems in der Dampfzuleitung zur Turbine die Reaktorleistung auf  30 Prozent reduziert und die Stromproduktion eingestellt werden musste. Von einer sicheren Anlage kann also keine Rede sein“, so Kerschbaumsteiner. „Wir können nicht dabei zusehen, wie sich ein Atomkraftwerk das Mascherl ‚Geprüft‘ umhängt, während das Risiko, das auch für die österreichische Bevölkerung besteht, mit jedem weiteren Betriebsjahr steigt. Nur ein abgeschaltetes AKW ist ein sicheres AKW.“

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