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Greenpeace an BK Faymann: „Atomkraft ist kein Klimaschutz“

Atomenergie darf nicht als EU–Klimaschutzmaßnahme deklariert werden

Presseaussendungen - 11 März, 2013
Wien – AktivistInnen von Greenpeace haben heute, Freitag, vor dem Bundeskanzleramt protestiert, um an die Katastrophe von Fukushima zu erinnern. Greenpeace appelliert im Rahmen der Gedenkaktion an Bundeskanzler Werner Faymann, auf der Vorreiterrolle Österreichs im Kampf gegen Atomkraft zu beharren und Verantwortung für die nachhaltige Ausgestaltung der europäischen Energiezukunft zu übernehmen.

Zwei Jahre nach der Atomkatastrophe in Japan leiden noch hunderttausende Menschen unter den Folgen des Reaktorunglücks. Trotzdem versuchen einflussreiche Länder wie Frankreich und Großbritannien auf EU-Ebene, Atomkraft als „klimafreundlich“ und damit als Zukunftstechnologie zu deklarieren. „Ab kommender Woche diskutieren europäische Beamte darüber, welchen Pfad der Energiegewinnung die EU zukünftig einschlägt. Kanzler Faymann darf sich nicht dem Druck einiger Großer beugen, sondern muss vehement für die Atomfreiheit Europas einstehen“, so Greenpeace-Atomsprecherin Julia Kerschbaumsteiner.

Ein aktueller Greenpeace-Report über die Folgen der Atomkatastrophe in Japan zeigt auf, dass bis heute keiner der betroffenen Menschen vollständig für den Verlust von Haus und Besitz entschädigt wurde. Infolge der Reaktorkatastrophe sind 160.000 Menschen evakuiert worden und auch die als bewohnbar geltenden Gegenden sind nicht ausreichend dekontaminiert. So etwa weisen selbst Kinderspielplätze Hotspots mit einer Verstrahlung von 13 Mikrosievert pro Stunde auf. Die Strahlenwerte, denen Kinder tagtäglich ausgesetzt sind, sind damit 200-mal so hoch wie vor der Atomkatastrophe. „Menschen in Fukushima wurden doppelt zu Opfern gemacht: Durch den Reaktorunfall wurden sie vor zwei Jahren gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen. Doch ein neues Leben aufzubauen ist für sie unmöglich, weil sie in keiner Weise ausreichend für ihre Verluste entschädigt wurden“, so Kerschbaumsteiner weiter.

Angesichts der katastrophalen Auswirkungen des Atomunglücks von Fukushima sind die Vorstöße einiger EU-Länder, Atomkraft als CO2-arm und damit als zukunftsträchtige Energieform zu deklarieren, untragbar. „Fukushima hat erneut bewiesen, dass Atomenergie hunderttausende Opfer hinterlässt. CO2-arme Technologien nun als Zukunftstechnologien für die EU legitimieren zu wollen um durch die Hintertür an Förderungen für neue AKW zu kommen, ist für mich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, setzt die Greenpeace-Sprecherin fort. Bereits in der kommenden Woche treffen Beamte aus Österreich in Brüssel ein, um die Energiezukunft Europas für die Zeit nach 2020 zu diskutieren. Der EU-Rat im Mai stellt einen Meilenstein für die Festlegung eines Energiefahrplans dar.

Mit dem Spruch: „Werner bleib hart: Atomkraft ist kein Klimaschutz“ fordern die AktivistInnen von Greenpeace heute den Bundeskanzler auf, sich gegen die weitere Förderung von Atomenergie in der Europäischen Union zu stellen. „Faymann hat den österreichischen Weg zum Stopp von Atomimporten nach Österreich mitgetragen. Sich jetzt auf europäischer Ebene für CO2-arme Technologien einzusetzen, würde der Atomkraft die Hintertür öffnen und käme daher einer Doppelmoral gleich. Der Bundeskanzler muss seine Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen und die Verantwortung als Anti-Atom-Vorreiter auch auf europäischer Ebene wahrnehmen“, fordert Kerschbaumsteiner.

Greenpeace empfiehlt zudem, bei der Wiener Volksbefragung die Frage zum Ausbau von Bürgerbeteiligungen an Solarkraftwerken mit „Ja“ zu beantworten. „Der konsequente Ausbau erneuerbarer Energieträger wie Photovoltaik ist der einzige Weg, um beim Klimaschutz Fortschritte zu machen. Deshalb unterstützen wir die Wiener Landesregierung bei ihrem Vorhaben, das erfolgreiche Modell der Bürgersolarkraftwerke zu forcieren“, schließt die Atom-Sprecherin.

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