Greenpeace: Berlakovich-Versagen: Österreich stimmt für Bienenkiller

Mehrheit der EU-Staaten befürwortet teilweises Verbot von drei Neonicotinoiden

Presseaussendungen - 29 April, 2013
Brüssel/Wien – Eine klare Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hat heute den Vorschlag der EU-Kommission, drei Pestizide vorübergehend zu verbieten, unterstützt. Dennoch wurde die für ein Verabschieden des Verbotes nötige qualifizierte Mehrheit nicht erreicht – unter anderem, weil auch Österreich gegen den Vorschlag stimmte. Die Abstimmung betraf drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide, die von den Agrochemie-Konzernen Bayer und Syngenta hergestellt werden und deren Gefährlichkeit für Bienen wissenschaftlich erwiesen ist.

„Dass Österreich nun bereits zum zweiten Mal gegen ein teilweises Verbot dieser Bienenkiller-Pestizide gestimmt hat, ist wirklich eine Schande. Damit hat Minister Berlakovich als Umweltminister klar versagt. Österreich hat aktiv dazu beigetragen, dass keine qualifizierte Mehrheit für ein Verbot der Neonicotinoide erreicht werden konnte. Minister Berlakovich ist offenbar nur mehr eine Marionette der Agrochemie-Industrie und der industrialisierten Landwirtschaft“, so Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Aus diesem Grund haben sich Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten auf den Weg Richtung Landwirtschaftsministerium gemacht, um spontan gegen die inakzeptable Position Österreichs bei der EU-Abstimmung zu protestieren.

„Die für unsere Nahrungsmittelproduktion so wichtigen Bienen dürfen nicht länger massenweise den Interessen der Agrochemie-Konzerne und der konventionellen Landwirtschaftslobby geopfert werden“,  so Urban weiter: „Gleichzeitig hat die heutige Abstimmung klar gezeigt, dass die wissenschaftliche, politische und öffentliche Unterstützung für ein Verbot überwältigend ist. Jetzt muss die Europäische Kommission die einzig mögliche Konsequenz ziehen und als ersten Schritt den Einsatz dieser Pestizide sofort stoppen, um die Bienen und die europäische Nahrungsmittelproduktion zu schützen. Jede weitere Verzögerung wäre fatal für unsere Bienen.“

Ein Anfang April von Greenpeace veröffentlichter  Report hat sieben Bienenkiller-Pestizide identifiziert, darunter jene Pestizide, über die heute abgestimmt wurde, aber auch vier weitere, die nicht zur Gruppe der Neonicotinoide gehören. Greenpeace kampagnisiert europaweit, um diese Pestizide von den Feldern zu verbannen – als ersten Schritt weg von der chemieintensiven Landwirtschaft in Europa. In den nächsten Monaten wird Greenpeace intensiv daran arbeiten, dass der Einsatz dieser Pestizide auch in Österreich gestoppt wird.

„Das Bienensterben ist eine der sichtbarsten Auswirkungen des scheiternden industrialisierten, chemieintensiven Landwirtschaftsmodells. Diese Landwirtschaftspraktiken verschmutzen unsere Umwelt und töten die wichtigsten natürlichen Verbündeten der Bäuerinnen und Bauern, die Bestäuber. Die biologische Landwirtschaft zeigt jetzt schon, dass landwirtschaftliche Praktiken, die mit und nicht gegen die Natur arbeiten, erfolgreich sind. Nur mit ökologischer, biologischer Landwirtschaft können Mensch und Umwelt im Einklang sein. Wir müssen endlich unsere Verantwortung wahrnehmen und einen Wandel hin zu nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaftspraktiken einleiten“, so Urban abschließend.

Die Greenpeace-Petition sowie nähere Informationen finden Sie unter: http://bienenschutz.at