Greenpeace-Report: Bienensterben ist Risiko für Europas Landwirtschaft

Verbot der bienengefährlichen Pestizide muss endlich folgen

Presseaussendungen - 9 April, 2013
Wien – Greenpeace veröffentlicht heute einen wissenschaftlichen Report zum Bienensterben und den Risiko-Faktoren für Bestäuber und die Landwirtschaft in Europa. Die Studie verdeutlicht die enorme ökologische und ökonomische Bedeutung von gesunden Bienenpopulationen und betont die dringende Notwendigkeit, bienentödliche Pestizide aus der Landwirtschaft zu verbannen.

„Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig: Die negativen Auswirkungen der bienengiftigen Pestizide übersteigen bei weitem alle angenommen Vorteile. Unsere Bienen und wilden Bestäuber sind zu kostbar, um ihrem Massensterben weiter tatenlos zuzusehen. Ein sofortiges und vollständiges Verbot der Bienenkiller muss endlich folgen“, betont Dagmar Urban, Greenpeace-Sprecherin für nachhaltige Landwirtschaft.

Die Studie “Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa” zeigt, dass verschiedene Faktoren zum dramatischen Bienensterben beitragen: Krankheiten, Parasiten, Klimawandel und weitverbreitete industrielle Landwirtschaftspraktiken. Insbesondere zeigt sie die tödliche Rolle bestimmter Pestizide, inklusive den Massenkillern Neonicotinoide. Die beobachteten Effekte sind nicht nur akute, teilweise tödliche Vergiftungen, sondern umfassen auch subletale Effekte. Letztere führen zu physiologischen Beeinträchtigungen, Störungen der Nahrungssuche und neurotoxischen Auswirkungen auf die Lernfähigkeit. Auch die Fähigkeit der Bienen, Krankheiten und Parasiten abzuwehren scheint direkt von ihrer Exposition gegenüber solchen Giften beeinflusst zu sein.

Die Publikation des wissenschaftlichen Reports ist gleichzeitig auch der Start einer europaweiten Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Bienen. Greenpeace fordert von den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in ganz Europa:

  • als ersten Schritt eine Unterstützung des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen teilweisen Verbots von drei Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide.
  • einen europaweiten Aktionsplan, um alle für Bienen und andere wichtige Bestäuber gefährlichen Pestizide vollständig zu verbieten
  • Umverteilung der Förderungen weg von chemieintensiver industrieller Landwirtschaft, hin zu ökologischer Landwirtschaft

„Österreich hat bisher bei den Diskussionen über Verbote für Bienengifte auf EU-Ebene eine absolute Blockadehaltung eingenommen. Angesichts der enormen Bedeutung dieser Tiere ist dies eine völlig verantwortungslose Position. Österreich muss den EU-Kommissionsvorschlag endlich unterstützen“, fordert Urban: „Das dramatische Massensterben der Bienen ist nur ein Symptom eines scheiternden landwirtschaftlichen Systems, das auf dem intensiven Einsatz von Chemikalien beruht und den Interessen von mächtigen Konzernen wie Bayer und Syngenta dient. Moderne biologische Praktiken sind die einzige Möglichkeit, um langfristig die Bienen und damit auch die Landwirtschaft in Europa zu schützen“, so Urban abschließend.

Den gesamten Report „Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa“ finden Sie unter http://www.greenpeace.at/bienen-report

 

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