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Greenpeace fordert Totalverbot von Bienenkiller-Pestizid Fipronil

Österreich muss sich bei EU-ExpertInnen-Ausschuss für Fipronil-Verbot einsetzen

Presseaussendungen - 12 Juli, 2013
Brüssel/Wien – Am kommenden Montag und Dienstag soll ein mögliches Verbot eines weiteren bienengefährlichen Pestizids bei dem auf EU-Ebene stattfindenden ExpertInnen-Ausschuss diskutiert werden. „Nun kann Umweltminister Nikolaus Berlakovich auch auf EU-Ebene den erst kürzlich verkündeten Leitsatz ‚Im Zweifel für die Bienen‘ in die Tat umsetzen. Österreich muss sich für ein Totalverbot des Bienenkillers Fipronil einsetzten“, so Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Mai eine Risikobewertung des von dem deutschen Chemiekonzerns BASF produzierten Pestizids Fipronil veröffentlicht und „hohe akute Risiken“ für Bienen festgestellt. Drei andere bienengefährliche Pestizide wurden basierend auf ähnlich alarmierenden Einschätzungen der EFSA bereits teilweise auf EU-Ebene verboten. Das österreichische Parlament hat ein darüber hinausgehendes Teilverbot beschlossen. Fipronil ist eines jener sieben Pestizide für die Greenpeace Totalverbote fordert.

„Angesichts der wissenschaftlichen Belege, die die Bienengefährlichkeit von Fipronil betonen, aber auch aufgrund der massiven Datenlücken muss die Reaktion der EU-Staaten ein Totalverbot dieses Wirkstoffes nach dem Vorsorgeprinzip sein. Bienen sind einfach zu wichtig für unsere Lebensmittelproduktion und Ökosysteme um hier nur mit Einschränkungen bei der Anwendung zu reagieren“, betont Urban.

Die EFSA hat in ihrer Risikobewertung beim Einsatz von Fipronil als Saatgutbeize bei Mais akute Gefahren für Bienen festgestellt. Darüber hinaus konnte aufgrund großer Datenlücken bei vielen weiteren Anwendungen, aber auch bei den Gefahren für andere Bestäuber, die Risikoanalyse nicht abgeschlossen werden. Zwei Drittel der EU Staaten haben den Einsatz von Fipronil bereits verboten. Auch in Österreich verfügt Fipronil über keine reguläre Zulassung für den Einsatz in der Landwirtschaft, wohl aber eine Zulassung als Biozid und kann damit von KonsumentInnen für den Hausgebrauch gekauft werden. Darüber hinaus hatte Fipronil in Österreich aber mehrfach eine sogenannte „Gefahr in Verzug“-Zulassung bei Kartoffeln.

„Unser Weg muss sich in Richtung einer ökologischen und biologischen Landwirtschaft entwickeln, die auf den Einsatz von Chemiekeulen verzichtet. Greenpeace fordert daher einen umfassenden EU-weiten Aktionsplan um dem Bienensterben in Europa entgegenzuwirken. Wir müssen unsere Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber endlich wahrnehmen und unsere Lebensmittel im Einklang mit der Umwelt produzieren anstatt gegen sie zu arbeiten“, so Urban abschließend.

Den gesamten Greenpeace-Report „Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa“ finden Sie hier