Greenpeace und GLOBAL 2000: Berlakovich darf Bienenschutz nicht verhindern

EU-Abstimmung über ein teilweises Verbot von drei Neonikotinoiden

Presseaussendungen - 12 März, 2013
Brüssel/Wien – Am Donnerstag bzw. Freitag ist eine Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten über ein teilweises Verbot von drei bienengefährlichen Pestiziden geplant. Der Vorschlag der EU-Kommission betrifft drei Neonikotinoide für die Vorbehandlung des Saatguts von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle. Die EU-Kommission beruft sich dabei auf die Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Auswirkungen dieser Gifte auf Bienen untersuchte und zu dem Schluss kam, dass diese Neonikotinoide für Bienen giftig sind. Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern, dass sich Österreich klar hinter den ursprünglichen EU-Kommissionsvorschlag stellt und keinesfalls eine Abschwächung unterstützt.

In den vergangenen Wochen wurde von verschiedensten EU-Mitgliedsstaaten versucht, den Kommissionsvorschlag zu verwässern – und das, obwohl der aktuelle Vorschlag ohnehin für nur zwei Jahre gelten soll und nicht alle Anwendungen der bienentödlichen Pestizide umfasst. Vor der letzten Sitzung des zuständigen Ausschusses wurde die Abstimmung kurzfristig vertagt.

„Offensichtlich ist der Druck, den die beiden Agrochemie-Konzerne Bayer und Syngenta auf europäische Regierungen ausüben, gewaltig. Diese Unternehmen versuchen verzweifelt ihre Gewinne zu retten und jede Einschränkung der Anwendung ihrer Produkte zu verhindern. Und das, obwohl die wissenschaftlichen Beweise eindeutig sind: Diese Pestizide sind giftig für Bienen“, soDagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. „Es wird deutlich, dass intensive industrielle Landwirtschaft, die auf dem großflächigen Einsatz von Chemikalien beruht, nur den Agro-Konzernen nutzt. Jetzt muss endlich ein Paradigmenwechsel hin zu nachhaltiger Landwirtschaft stattfinden.“

Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000 ergänzt: „Minister Berlakovich wird nicht müde, Österreich als vorbildliches Umweltmusterland anzupreisen. Dabei konnten die in Österreich 2009 eingeführten ‚Abmilderungsmaßnahmen‘ das Bienensterben nicht im Geringsten aufhalten. Pestizidwirkstoffe dürfen laut EU-Verordnung keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Nutztieren haben. Ein Verbot der drei Neonikotinoide ist daher die einzig mögliche Reaktion. Berlakovich muss sich aus der Umklammerung der Landwirtschaftskammern lösen und für ein derartiges Verbot eintreten.“

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