Greenpeace und Imker fordern Pestizid-Verbot bei Syngenta Hauptversammlung

Österreich muss in sechs Tagen gegen Bienenkiller-Pestizide auf EU-Ebene abstimmen

Presseaussendungen - 23 April, 2013
Basel/Wien- Greenpeace nimmt an der heute in Basel stattfindenden jährlichen Aktionärsversammlung von Syngenta teil, um die Aktionärinnen und Aktionäre auf die Rolle des Konzerns beim globalen Bienensterben hinzuweisen. Das Pestizid Thiamethoxam von Syngenta wurde in wissenschaftlichen Studien mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. Eine Woche bevor auf EU-Ebene über ein teilweises Verbot von drei der gefährlichsten Bienenkiller-Pestizide abgestimmt wird, demonstrieren Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten gemeinsam mit Imkerinnen und Imkern friedlich vor der Aktionärsversammlung, während Repräsentanten der Umweltorganisation und der European Beekeeping Coordination dem Syngenta-Vorstand direkt Fragen zu den Image- und Finanz-Risiken für den Konzern in Anbetracht des möglichen Verbotes stellen werden.

„Während Agrochemie-Konzerne wie Syngenta und Bayer nur an ihre Gewinne denken, töten ihre Bienenkiller-Pestizide unsere Bienen. Ohne die natürliche Bestäubungsleistung von Bienen wären ganze Ökosysteme und die globale Nahrungsmittelproduktion massiv beeinträchtig“, so Greenpeace-Landwirtschafsexpertin Dagmar Urban.

Am 29. April werden die EU-Mitgliedsstaaten ein zweites Mal über einen Vorschlag der EU-Kommission, drei bienenschädliche Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide teilweise zu verbieten, abstimmen. Dies betrifft die Pestizide Thiamethoxam von Syngenta, sowie Clothianidin und Imidacloprid von Bayer. „Neonicotinoide sind giftig für die Umwelt und verursachen langfristige Belastungen im Wasser und Boden. Ihr weitverbreiter Einsatz trägt zur dramatischen Schwächung und Verlusten von Bienenvölkern und vielen anderen wichtigen Bestäubern bei”, so  Francesco Panella, Sprecher der European Beekeeping Coordination, der gemeinsam mit Greenpeace an der Hauptversammlung teilnimmt. Bei der ersten Abstimmung konnte auf EU-Ebene keine qualifizierte Mehrheit für ein Verbot erreicht werden unter anderem auch deswegen, weil auch Österreich dagegen stimmte.

Erst letzte Woche hat Greenpeace mit einer spektakulären Aktion vor dem Lebensministerium von Bundesminister Berlakovich gefordert, endlich gegen das Bienensterben aktiv zu werden und sich für ein Verbot der bienengefährlichen Pestizide einzusetzen. „Diese Bienenkiller von den Feldern zu verbannen, ist nur der erste Schritt, um die Bienen und die Landwirtschaft in Europa zu schützen. Die einzige langfristige Lösung ist ein grundsätzlicher Wandel weg von chemieintensiver Landwirtschaft hin zu ökologischen und biologischen Landwirtschaftspraxen“, betont Urban. „Die Pestizid-Industrie versucht mit allen Mitteln ein Verbot ihrer Bienenkiller zu verbieten. Österreich hat bei der ersten Abstimmung eine absolute Blockadehaltung eingenommen und ganz nach Wunsch der Agrochemie-Konzerne gegen den Vorschlag der EU-Kommission gestimmt.  Umweltminister Berlakovich muss jetzt endlich dafür sorgen, dass diese völlig verantwortungslose Position aufgegeben wird und Österreich den EU-Kommissionsvorschlag von März ab sofort unterstützt“, so Urban abschließend.