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Greenpeace warnt EU vor Zulassung herbizidtoleranter Gentech-Pflanzen

Studie des Agrarökonoms Dr. Charles Benbrook zeichnet dunkles Bild für Landwirtschaft

Presseaussendungen - 22 Oktober, 2012
Warschau/Wien – Greenpeace warnt heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Warschau vor einer nachhaltigen Schädigung der Europäischen Landwirtschaft, sollte die EU dem Beispiel Amerikas folgen und den Anbau herbizidtoleranter Gentechnik-Pflanzen zulassen.

Die Europäische Kommission zieht eine EU-weite Anbauzulassung von 19 gegen Unkrautvernichtungsmittel resistenter Gentechnik-Pflanzen für Anfang 2013 in Erwägung. Eine wissenschaftlich fundierte Prognose des Agrarökonoms Dr. Charles Benbrook und Erfahrungsberichte aus Amerika zeichnen ein dunkles Bild: Im Falle einer Zulassung droht eine drastische Erhöhung der Herbizid-Belastung und die Zerstörung von ländlichen Gemeinden noch vor 2025.

Im Auftrag von Greenpeace hat der renommierte Agrarökonom Dr. Charles Benbrook untersucht, welche Auswirkung eine Zulassung des Anbaus gentechnisch veränderter, gegen Unkrautvernichtungsmittel resistenter Pflanzen wie Mais, Soja und Zuckerrüben haben könnte. Die Studie sagt voraus, dass es durch den Anbau der Gentech-Pflanzen zu einem drastisch erhöhten Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel kommen könnte, unter anderem auch weil Unkräuter Resistenzen entwickeln. Wenn die europäischen Bauern die Technologie ebenso schnell aufgreifen wie jene in den USA, würde  beispielsweise bei Mais, der wichtigsten Anbaupflanze in Europa, der Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Jahre 2025 über 1.000 Prozent des jetzigen Einsatzes betragen und sich der Herbizid-Einsatz insgesamt verdoppeln.

"Die Benbrook-Studie zeichnet ein klares Bild der verheerenden Folgen, die eine Anbau-Zulassung von herbizidtoleranten Gentech-Pflanzen in Europa hätte. Die Europäische Kommission muss diese Warnung ernst nehmen und die Zulassungsanträge für diese Gentech-Pflanzen ablehnen. Darüber hinaus muss das EU-Zulassungsverfahren endlich substantiell verbessert werden", fordert Greenpeace Gentechnik-Sprecherin Dagmar Urban.

Greenpeace ist durch Argentinien und die USA gereist, um Erfahrungsberichte zu sammeln. In einem 18-minütigen Film „Growing Doubt“/“Wachsende Zweifel“, der heute veröffentlicht wird, berichten Betroffene von den verheerenden Auswirkungen herbizidtoleranter Pflanzen und Monokulturen auf ihre Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit. Die Präsentation der Studie und des Films in Warschau ist der Start einer 18-tägigen Greenpeace-Tour durch Europa, bei der auch zwei US-amerikanische Farmer teilnehmen, um über die  negativen Folgen des Gentechnik-Anbaus zu diskutieren.

"Österreich importiert jährlich über 450.000 Tonnen Gentech-Soja für Futtermittel. Die  Auswirkungen des Gentech-Soja Anbaus zeigt der Film deutlich. Österreich muss daher endlich völlig gentechnikfrei werden und auch die gesamte Schweinefleisch- und Rindfleischproduktion auf gentechnikfreie Futtermittel umstellen", fordert Urban abschließend.

Eine deutschsprachige Zusammenfassung der Studie kann hier heruntergeladen werden