Greenpeace startet mit NETPEACE eine neue Bewegung für Frieden und Demokratie im Internet

UserInnen-Bewegung zur Neugestaltung des digitalen Raums geht online

Presseaussendungen - 4 September, 2017
Wien – Mit NETPEACE startete heute eine neue Bewegung für Frieden und Demokratie im Internet. Auf Initiative der Umweltorganisation Greenpeace wird sich NETPEACE von nun an für wirksame Maßnahmen gegen digitale Machtmonopole, Fake News und Cyberwar einsetzen. „Im Moment bestimmen vor allem einige wenige US-amerikanische Internet-Konzerne über unsere digitale Welt und über die Regeln, die darin herrschen. Das ist eine Gefahr für unsere Demokratie und für den Frieden - und damit auch für die Umwelt“, sagt Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. „Die Politik reagiert bisher kaum auf diese Entwicklungen. Es ist daher an der Zeit, dass wir Menschen gemeinsam unsere digitale Welt neu gestalten und eine eigenständige digitale Identität Europas durchsetzen.“

Auf www.netpeace.eu und über Facebook und Twitter können Userinnen und User mehr über die neue Bewegung erfahren und sich per Mausklick den Forderungen von NETPEACE anschließen. „Was wir wollen, ist eine friedliche Kultur in sozialen Netzwerken statt Hasskommentare und Fake News, ein demokratisches Internet statt Monopolmacht durch US-Unternehmen und Kontrolle über die eigenen Daten statt Totalüberwachung“, sagt Egit. Von der Politik brauche es diesbezüglich unverzüglich konkrete Schritte. NETPEACE will daher auch, dass die Spitzenkandidaten der Nationalratswahl ihre Positionen in dem Themenbereich offenlegen. Allen Parteien und Listen, die laut aktuellen Umfragen realistische Chancen auf Einzug in den österreichischen Nationalrat haben, wird ein entsprechender Fragenkatalog übermittelt. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit der netzpolitischen Organisation epicenter.works erstellt. Die Antworten werden noch im September veröffentlicht. Egit: „Wer für den Nationalrat kandidiert, wird von vielen Wählerinnen und Wählern auch daran gemessen werden, was er oder sie für Frieden und Demokratie im Internet tut.“

Greenpeace ist in den 1970ern mit dem Kampf gegen Atomwaffen erfolgreich als Friedensbewegung gestartet. Mit NETPEACE wird die Organisation den Einsatz für Frieden fortsetzen, nun aber in der digitalen Welt. „Unsere Greenpeace-Kampagnen, etwa zum Schutz der Meere oder der Arktis, werden wir mit der gleichen Vehemenz fortführen“, betont Egit. „Langfristig können wir die Umwelt aber nur schützen, wenn der öffentliche demokratische Diskurs auch in Zukunft gewährleistet ist.“ Die rasende Verbreitung von Lügen im Netz, wie etwa die Leugnung des Klimawandels, würde schon jetzt die Arbeit von Umweltorganisationen auf der ganzen Welt erschweren. Auch der Qualitätsjournalismus leide massiv unter den derzeitigen Entwicklungen im Netz. “Von der nächsten Bundesregierung fordern wir daher ein Gesetzespaket zur Regelung von sozialen Medien“, betont Egit.

Passend zum Start von NETPEACE ist ab kommenden Freitag der Film „The Circle“ mit den Top-Stars Emma Watson und Tom Hanks in den österreichischen Kinos zu sehen. Die Besteller-Verfilmung zeigt eine digitale Gesellschaft, in der die Macht der Internet-Konzerne ausufert und die digitale Überwachung jede Sekunde des Alltags durchdringt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, könnte das, was in dem Film geschildert wird, in einigen Jahren Wirklichkeit werden“, warnt Egit. „Noch haben wir die Chance, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und das Internet als einen Raum zu gestalten, der zu Frieden und Demokratie in unserer Gesellschaft beiträgt.“

Weitere Informationen: www.netpeace.eu

Fragenkatalog an die SpitzenkandidatInnen: http://bit.ly/2vxCsLv

Bildmaterial zur einmaligen Verwendung: http://bit.ly/2vQIJxe