Defizit bei Greenpeace International

Presseaussendungen - 15 Juni, 2014

Als internationale Kampagnenorganisation, die in 40 Ländern tätig ist, muss Greenpeace im internationalen Zahlungsverkehr mit zahlreichen Währungen rechnen und arbeiten. Greenpeace International ist für die zentralen Dienstleistungen zuständig und koordiniert die globalen Kampagnen. Dabei wird die internationale Organisation durch Spenden und die Beiträge der 40 nationalen und regionalen Greenpeace-Büros (NROs) finanziert.

Nationale und regionale Greenpeace Büros, die ihre Kampagnen-Arbeit noch nicht oder nicht vollständig selbst finanzieren können, werden finanziell unterstützt. Für die Verteilung dieser finanziellen Hilfen ist Greenpeace International verantwortlich. Dabei arbeitet Greenpeace International mit Euro, die nationalen und regionalen Büros in ihren Landeswährungen. Wechselkursschwankungen können dabei zu Überschüssen führen, aber auch zu Verlusten. Beides ist in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, hat sich aber über einen längeren Zeitraum ausgeglichen. Da diese Wechselkursschwankungen für kleinere Büros existenziell werden können, hat Greenpeace International das gesamte Risiko hierfür übernommen.

Im Jahr 2013 hat sich Greenpeace International entgegen sonstiger Praxis gegen die Wechselkursschwankungen abgesichert, indem es Währungen zu festen Kursen kaufte. Dabei ist ein folgenschwerer Fehler passiert. Die Absicherungen stellten sich als nachteilig heraus und schufen im Jahr 2013 einen Verlust von etwa 3,8 Millionen Euro. Leider konnte auch das vorhandene Kontrollsystem in diesem Fall nicht rechtzeitig reagieren. Die Finanzabteilung von Greenpeace International hatte diese Absicherung der Wechselkurse ohne Rücksprache und Genehmigung der entsprechenden Gremien und der Geschäftsführung vorgenommen. Als Konsequenz und um künftig solche Fehlern zu verhindern, hat der Vorstand von Greenpeace International deshalb zusätzlich zu den vorgenommenen Sofortmaßnahmen, personelle Konsequenzen gezogen und eine unabhängige Prüfung eingeleitet, aus der auch geeignete Maßnahmen erarbeitet werden sollen.

Wir bedauern diesen Vorfall sehr und möchten uns bei unseren UnterstützerInnen für entstandene Verunsicherungen ausdrücklich entschuldigen. Es kann jedoch eindeutig ausgeschlossen werden, dass österreichische Spendengelder von dem Vorfall betroffen sind oder verwendet werden, um dieses Defizit aufzufangen.

Greenpeace in Zentral- und Osteuropa ist ein in Österreich registrierter Verein mit Hauptsitz in Wien, ist somit den strengen österreichischen Kriterien der Gemeinnützigkeit verpflichtet und trägt das österreichische Spendengütesiegel. Der finanzielle Beitrag, den Greenpeace in Zentral- und Osteuropa der globalen Organisation zur Verfügung stellt, fließt deshalb ausschließlich in Kampagnenprojekte. Sollten Spendengelder aus Österreich nicht für die vorgesehenen Kampagnen ausgegeben werden können, würden diese zurück überwiesen.

Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erstellte Jahresbericht 2013 von Greenpeace International wird demnächst veröffentlicht und wird das Defizit ausweisen.

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