Greenpeace: Doha muss Energie-Revolution auslösen

Nur ein ambitioniertes Kyoto-Folgeabkommen kann das Klima noch retten

Presseaussendungen - 26 November, 2012
Doha/Wien – Im Hinblick auf die heute startende Klimakonferenz in Doha fordert Greenpeace von den verhandelnden Staatschefs, nicht nur die Realität des bereits existierenden Klimawandels anzuerkennen sondern auch dementsprechend zu handeln und verhandeln. Auf der Agenda steht in Doha nicht weniger als die Zukunft des Kyoto-Protokolls, der einzigen global bindenden Verpflichtung zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Bislang ist die Fortschreibung des Protokolls, das Ende dieses Jahres ausläuft, ungeklärt. Greenpeace fordert eine zweite Verpflichtungsperiode, die in Doha beschlossen werden und dem ausufernden Handel mit Emissionszertifikaten ein Ende bereiten soll.

„Der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario mehr – er ist auch hier in Europa direkt spürbar. Die Überflutungen im Süden Österreichs im vergangenen Monat, durch die viele Menschen ihre Existenzgrundlage verloren haben, verdeutlichen die dringende Notwendigkeit weltweit, also auch hier in Österreich, gegen den Klimawandel vorzugehen”, erklärt Julia Kerschbaumsteiner, Energiesprecherin bei Greenpeace.

Mittels Emmissionszertifikaten können Staaten bislang, ihren Verpflichtungen mithilfe von günstig erstandenen Verschmutzungsrechten aus dem Ausland nachkommen. „Auch der österreichische Umweltminister hat sich dieses leider erlaubten Bilanztricks bedient, denn die hiesige Emissionsstatistik würde ihm wohl ansonsten die Schamesröte ins Gesicht treiben. Österreich liegt europaweit an 45. Stelle beim Pro-Kopf Ausstoß von CO2“, kritisiert Kerschbaumsteiner. „Künstlich produzierte Reduktionen mittels Zertifikatsankauf schönen zwar die Emissionsbilanzen der Staaten, die Umwelt profitiert davon aber in keiner Weise.“

Die Klimakrise verschärft sich zunehmend. In den vergangenen fünf Jahren hat der Anstieg der Kohleverbrennung den weltweiten Zuwachs des CO2  - Austoßes um zwei Drittel erhöht – und damit die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf Rekord-Höhe anschwellen lassen. „Um unser Klima zu retten, braucht es ein ambitioniertes Kyoto-Abkommen. Die in Doha verhandelnden Regierungsvertreter müssen in Doha die letzte Chance für die so dringende Energie-Revolution wahrnehmen. Sie müssen sich dazu bekennen, Kyoto fortzuschreiben, Schlupflöcher ein für allemal zu schließen und die nächste Verpflichtungsperiode ambitioniert zu beschreiten”, so die Greenpeace-Sprecherin abschließend.

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