Greenpeace: Russische Regierung soll Umweltschützer freilassen

Protestaktion vor russischer Botschaft in Wien

Presseaussendungen - 20 September, 2013
Wien - Einen Tag nach dem Entern des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise" und der Festnahme der Besatzung durch die russische Küstenwache protestierten Aktivisten heute vor der russischen Botschaft in Wien. Die Küstenwache setzte gestern Abend mit einem Helikopter einen Einsatztrupp an Bord der "Arctic Sunrise" in der arktischen Petschorasee ab. Die Soldaten stürmten die Brücke, kappten die Kommunikation des Schiffes und nahmen unter Androhung von Waffengewalt die Umweltschützer fest.

Diese hatten zuvor mit ihrem Schiff an einer Bohrplattform des russischen Ölkonzerns Gazprom gegen Ölförderung in der Arktis protestiert. Bereits während dieser friedlichen Aktion hatte die Küstenwache elf Warnschüsse in Richtung des Greenpeace-Schiffes abgefeuert und die Besatzung zum Verlassen der Region aufgefordert.

"Unsere Kollegen werden gegen ihren Willen in internationalem Gewässer von der Küstenwache festgehalten. Das ist willkürliche Gewalt", sagt Lukas Meus, Arktis-Sprecher von Greenpeace. "Wir fordern die russische Regierung auf, die Arctic Sunrise und ihre Besatzung sofort freizulassen und die gefährliche Ölförderung in der Arktis zu stoppen."

Die "Arctic Sunrise" ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in der russischen Arktis unterwegs und protestiert für den Schutz der Region. Bereits Ende August war das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff von der russischen Küstenwache ebenfalls unter Androhung von Waffengewalt aus russischen Hoheitsgewässern vertrieben worden. Dagegen legte die niederländische Regierung offiziell Protest ein. Auch jetzt hat die niederländische Regierung eine Erklärung für das unangemessene Verhalten der russischen Küstenwache in internationalen Gewässern gefordert.

Die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace setzt sich seit zwei Jahren für den Schutz der Arktis ein. Die Region ist durch Klimawandel und industrielle Ausbeutung bedroht. Der Protest der Aktivisten in der Petschorasee ist Teil einer internationalen Kampagne für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Wer sich daran beteiligen will, kann im Internet unter www.savethearctic.org seine Stimme für die Arktis abgeben.

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