Shell-Bohrungen in der Arktis müssen verhindert werden

Greenpeace bekräftigt Forderung nach Arktis-Schutzgebiet

Presseaussendungen - 6 August, 2012
Wien - Mit einem lebensechten Film-Eisbären und einem 30 Quadratmeter großen Banner („Shell: Raus aus der Arktis!“) machte Greenpeace heute vor dem Vienna International Center in Wien erneut auf die Bedrohung der Arktis durch Ölkonzerne wie Shell aufmerksam.

Begünstigt durch das zurückgehende Packeis rund um den Nordpol, rücken die riskanten Probebohrungen von Shell immer näher. Greenpeace fordert die Errichtung eines UN-Schutzgebietes am Nordpol, in dem Ölbohrungen und industrielle Fischerei verboten sind. Die Petition wurde mittlerweile weltweit von mehr als einer Million Menschen unterschrieben. Diese Woche sind Greenpeace A(r)ktivistInnen samt Film-Eisbär in Österreichs Landeshauptstädten unterwegs, um weiter für ein Arktis-Schutzgebiet zu mobilisieren und um gegen die geplanten Shell-Probebohrungen zu protestieren.

Seit Juli steht die Bohrflotte von Shell bereit. Noch ist das Eis zu stark, doch die geplanten Probebohrungen rücken näher und damit auch ein unkalkulierbar hohes Risiko, wie Greenpeace-Sprecherin Karin Scholz betont: „Ein Ölunglück in einem derart sensiblen Ökosystem wie der Arktis wäre katastrophal. Es gibt keine wirksame Methode, um eisbedecktes Wasser von Öl zu befreien. Schon ein Unfall geringen Ausmaßes würde das sensible Ökosystem jahrzehntelang beeinträchtigen. Mit den geplanten Ölbohrungen setzt Shell den Lebensraum von Mensch, Tier- und Pflanzenwelt aufs Spiel“, so Scholz. Greenpeace hat erst kürzlich an der geplanten Shell-Bohrstelle ein dichtes Vorkommen einer empfindlichen Korallenart entdeckt. Die Tiefsee-Korallenart Gersemia rubiformis wächst nur langsam und ist äußerst empfindlich. Die Greenpeace-Schiffe „Arctic Sunrise“ und „Esperenza“ kreuzen derzeit in arktischen Gewässern um gemeinsam mit internationalen WissenschafterInnen weitere Untersuchungen durchzuführen.

Währenddessen versucht Shell sich zusätzliche Zeit zu verschaffen und fordert von der US-Regierung eine Verlängerung der Bohrzeit in arktischen Gewässern. Das Zeitfenster der Bohrungen soll bis in den arktischen Herbst gehen, wenn Unwetter und Stürme am stärksten sind. Aus Sicht der Umweltorganisation wäre dies unverantwortlich. „Die Geschichte von weltweiten Ölunfällen und deren Konsequenzen spricht für sich. Auch wenn Shell öffentlich behauptet, vorbereitet zu sein, so zeichnet die Realität ein anderes Bild. Das zeigt auch der jüngste Vorfall eines auf Grund gelaufenen Shell-Bohrschiffes“, so Scholz. Mitte Juli löste sich das Bohrschiff „Noble Discoverer“ bei leichtem Wellengang vor Dutch Harbour vom Anker, von wo aus es auf die Küste zu trieb und laut Augenzeugenberichten auf Grund lief.

„Das Schicksal der Arktis und ihrer Bewohner liegt auf dünnem Eis. Was für Shell die Möglichkeit auf den Zugang zu kurzfristig profitablen Erdölquellen bedeutet, hat für die Bewohner der Arktis und das Weltklima langfristig katastrophale Auswirkungen“, mahnt Karin Scholz. Gemeinsam mit dem lebensechten Eisbären aus dem gemeinsam mit Jude Law und Radiohead produzierten und von Robert Palfrader synchronisierten Greenpeace-Video, sind sie und Greenpeace-A(r)ktivistInnen in dieser Woche in Österreichs Landeshauptstädten im Einsatz. Der Eisbär steht symbolisch für die prekäre Lage seines Lebensraums, den es zu schützen gilt.

 Vom 6. bis zum 10. August wird Greenpeace in Wien (6.8.), Graz (7.8.), Linz (8.8.), Salzburg (9.8.) und Innsbruck (10.8.) Halt machen, um Unterschriften für die Arktis-Petition und Botschaften an Shell zu sammeln. "Die Errichtung eines UN-Schutzgebietes in dem industrielle Fischerei und Ölbohrungen verboten sind, ist die letzte Chance und liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung", appelliert Karin Scholz abschließend. Unter www.schuetztdiearktis.at kann weiterhin jede/r ihre/seine Stimme abgeben.

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