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Greenpeace beendet den Protest in der Arktis nach fünf Tagen

Rekordminimum an der arktischen Eisdecke gemessen

Presseaussendungen - 28 August, 2012
Wien/Petschora See – Internationale Greenpeace-AktivistInnen verbrachten die Nacht im Schlauchboot, zwischen der Gazprom-Ölbohrplattform „Prirazlomnaya“ und dem Versorgungsschiff „Anna Akhmatova“. Um 5 Uhr früh begannen zehn AktivistInnen erneut mit dem Versuch, das Versorgungsschiff am Festmachen neben der Bohrplattform zu hindern. Mittlerweile hat Greenpeace die Protestaktion beendet, während das US-amerikanische „National Snow and Ice Data Centre“ feststellte, dass die arktische Eisdecke ein neues Rekordminimum erreicht hat. Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International: „Wenn ich jetzt davon höre, dass die Eisdecke der Arktis ein Rekordminimum erreicht hat, während ich neben einer riesigen Ölplattform stehe, ist das völlig irre. Die Arroganz solcher Ölmultis, die in dieses höchstsensible Ökosystem drängen, ist schlichtweg niederschmetternd.“ Die Arktis-Kampagne werde jedenfalls weitergehen.

Zwei Aktivisten aus Finnland und Deutschland hatten in den frühen Morgenstunden ihr Boot an die Festmachleine zwischen dem Versorgungsschiff und der Bohrplattform gekettet. Dennoch vollzog die „Anna Akhmatova“ ihr Boarding und zog damit auch das Greenpeace-Boot in die Höhe und warf so die zwei Aktivisten ins arktisch kalte Wasser. Die russische Küstenwache stand bereit, griff jedoch nicht ein. Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ plant nun gemeinsam mit Wissenschaftlern an die Eiskante zu fahren und das Eisdeckenminimum und diesen verschwindenden Lebensraum zu dokumentieren. „Unsere Kampagne gegen Shell und Gazprom und alle anderen Ölunternehmen, die ihren Fuß in die Arktis setzen, wird weiter gehen. Wir hören nicht auf, die rücksichtslose Ausbeutung der Arktis zu dokumentieren und mehr und mehr Menschen dafür zu gewinnen, es den fast zwei Millionen Menschen gleich zu tun, die bereits ihre Stimme für den Schutz der Arktis abgegeben haben“, so Naidoo.

 

Das „National Snow and Ice Data Centre“ hat mittlerweile Zahlen über das arktische Eis veröffentlicht. Diese zeigen, dass der 2007 gesetzte Minimalrekord gebrochen wurde. Am 26. August war die Eisfläche nur mehr 4,1 Millionen km² groß, das sind um 70.000 km² (fast die Größe Österreichs, Anm.) weniger als 2007. „Unser Planet erwärmt sich in einer Geschwindigkeit, die die Zukunft von Milliarden von Menschen gefährdet. Diese Zahlen sind keine Laune der Natur, sondern Ergebnis der Effekte von Menschen verursachter Erderwärmung, welche durch unsere Abhängigkeit von schmutzigen fossilen Brennstoffen hervorgerufen wird“, stellt der Greenpeace-Geschäftsführer fest.

 

Im Juni hat Greenpeace mit einer Arktis-Schutzkampagne begonnen und dazu aufgerufen, die Arktis zu einer internationalen Schutzzone zu erklären. Am vergangenen Freitag begann Greenpeace mit sechs AktivistInnen und Kumi Naidoo mit der Besetzung der Gazprom-Ölplattform in der Arktis. Die zweite Aktion begann am Montag, um drei Uhr in der Früh, um die Arbeiter der Ölplattform davon abzuhalten, die letzten Vorbereitungsarbeiten auf der Plattform zu verrichten. 

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