Protestaktion bei Automesse: „Alle reden vom Klima - VW ruiniert es!“

Spritspartechnik „BlueMotion“ für alle neuen VW-Fahrzeuge gefordert

Presseaussendungen - 11 Jänner, 2013
Anlässlich des ersten Publikumstages der Wiener Automesse haben heute Greenpeace-Aktivisten vor dem Ausstellungsgelände gegen die klimaschädliche Ausführung der neuen VW-Modelle protestiert. „Alle reden vom Klima – VW ruiniert es“ war dabei das Motto der Aktivisten, die die Messebesucher mit Flugblättern und schwarzen Luftballons über die mangelhafte Klimapolitik des deutschen Autokonzerns informierten.

Konkret kritisiert Greenpeace, dass die neuen Autos mehr als ein Drittel zu viel Kraftstoff verbrauchen, obwohl VW längst über das technologische Know-how für echte Benzinsparautos verfügt. „Die sogenannte ‚BlueMotion‘-Technologie von VW ist durchaus innovativ, leider wird sie nicht serienmäßig in alle Fahrzeuge eingebaut“, so Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster.

Speziell bei seinem Kassenschlager, dem Golf, setzt VW die vorhandene Spritspartechnik nicht ausreichend ein. Der sparsamste Golf 7-Benziner beispielsweise stößt nur 7,4 Prozent weniger CO2 als sein Vorgängermodell aus bzw. verbraucht nur 0,3 Liter weniger Sprit auf 100 Kilometer. „Das voraussichtlich meistverkaufte Benziner-Modell kommt auf 4,9 Liter Verbrauch - weit entfernt vom leicht machbaren Drei-Liter-Auto. Das geht nicht nur auf Kosten der Umwelt, sondern auch auf Kosten der Autofahrer“, so Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Bei gefahrenen 30.000 Kilometern bedeutet das Sprit-Mehrkosten von mehr als 1.000 Euro.

Der VW-Konzern, der in seiner Branche den größten CO2-Fußabdruck verursacht, bezeichnet sich selbst gerne als „Nummer 1 in Sachen Klimaschutz“. Bis 2018 will VW nicht nur der größte, sondern auch der umweltfreundlichste Autohersteller der Welt werden. Greenpeace wirft Europas größtem Automobilhersteller vor, mit unseriösen Zahlen und Werbeversprechen die Öffentlichkeit zu täuschen und seiner Klimaverantwortung nicht gerecht zu werden. So erklärt Volkswagen etwa, der Golf 7 verbrauche im Vergleich mit der Golf 6-Serie bis zu 23 Prozent weniger Sprit und wiege bis zu 100 Kilogramm weniger. Doch keines der bisher bekannten Golf 7-Modelle erreicht im Vergleich mit seinem Vorgänger aus der Golf 6-Serie diese Werte.

„Wir fordern von VW in seiner Konzernstrategie 2018 konkrete Umweltziele zu benennen. Bereits heute aber muss VW seine gesamte verfügbare Spritspartechnik in alle Modelle einbauen, und zwar ohne Mehrkosten für den Kunden“, so Schuster abschließend.


Weitere Informationen und den Greenpeace-Report „Vier Schritte zum Drei-Liter-Golf“ zum Download finden Sie hier.


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