Greenpeace fordert grundlegende Änderung der Biosprit-Politik

Flexible Beimischung statt fixe Quote

Presseaussendungen - 16 August, 2012
Wien – Greenpeace ruft Minister Berlakovich dringend dazu auf, die geplante Erhöhung der Bioethanol-Beimischungsquote (auf 10 Prozent) auf Eis zu legen. Stattdessen plädiert Greenpeace für eine flexible Beimischung, die von der weltweiten Getreideernte abhängig ist.

 "Die jetzt vom Berlakovich geplante Erhöhung ist rücksichtslos, ignoriert die negativen Folgen, und muss gestoppt werden", so Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. Greenpeace steht der Verwendung von Biotreibstoffen grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Das Problem ist aber, dass die negativen Konsequenzen viel zu wenig berücksichtigt werden. Die weltweite Agrarlandfläche ist rückläufig. Wird durch Biosprit die Nachfrage nach Rohstoffen erhöht, dann führt das unter anderem dazu, dass Wälder gerodet werden, um Platz für beispielsweise Zuckerrohr- oder Palmölplantagen zu machen. Bezieht man diese Faktoren mit ein, dann kann es passieren, dass der vermeintlich 'klimafreundliche' Biosprit zu Lasten des Klimas geht.

Die ursprüngliche Idee hinter der Biosprit-Produktion war, die Agrarpreise auf einem fairen Niveau zu halten und Bauern ein angemessenes Einkommen zu bieten. Dazu sollten die Überschüsse vom Markt genommen und zu Sprit verarbeitet werden. Greenpeace-Sprecher Westerhof bemängelt jedoch die Umsetzung einer an sich guten Idee: „Es braucht dringend eine grundlegende Änderung der Biosprit-Politik. Derzeit muss eine fixe Quote erfüllt werden – egal ob es Überschüsse oder Knappheit gibt. Stattdessen müssten die Quoten am Rohstoff-Angebot angepasst werden.“

Weiterhin ruft Greenpeace dazu auf, zuerst beim Sprit-Bedarf der Autos anzusetzen."Ein 3-Liter-Auto ist schon längst möglich, aber es gibt sie kaum auf den Straßen. Erst wenn unsere Autos deutlich sparsamer werden und der Treibstoffbedarf zurückgeht, kann man über höhere Biosprit-Anteile nachdenken", so Westerhof abschließend.

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