Greenpeace-Studie: Schadstoffe aus Outdoor-Kleidung belasten Umwelt weltweit

Umweltschutzorganisation fordert von Textilindustrie Stopp von PFC in Outdoor-Kleidung

Presseaussendungen - 8 September, 2015
Wien – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat im Mai und Juni 2015 zehn Schnee- und Wasserproben aus acht entlegenen Gebirgsregionen weltweit untersucht. In allen Proben konnten gesundheitsschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) festgestellt werden, die im Outdoor-Bereich eingesetzt werden. Aus Österreich gibt es keine Zahlen, dafür aber aus den drei Nachbarländern Schweiz, Italien und der Slowakei. Hier waren die nachgewiesenen Werte am höchsten. Greenpeace fordert die Outdoor-Industrie auf, PFC gänzlich aus der Produktionskette zu verbannen.

 „Angesichts der Ergebnisse aus der Schweiz, Italien und der Slowakei können wir davon ausgehen, dass auch in den heimischen Alpen PFC nachweisbar sind“, erklärt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. Für den Report „Chemie in unberührter Natur“ hat Greenpeace Proben auf drei Kontinenten in Chile, China sowie Italien, Schweden, der Slowakei, Norwegen, Finnland, Russland, der Türkei und der Schweiz genommen. Die in Europa festgestellten Konzentrationen sind etwas höher als in China oder den Anden. Die geringsten Mengen fanden sich auf über 5000 Metern Höhe in der chinesischen Provinz Yunnan.

PFC sind gefährliche Substanzen. Trotzdem werden sie seit 60 Jahren weitgehend bedenkenlos verwendet, beispielsweise um Outdoor-Kleidung schmutz- und wasserabweisend zu machen. Werden PFC-haltige Produkte gewaschen oder in der Müllverbrennung entsorgt, so werden die Schadstoffe freigesetzt. PFC reisen mit der Atmosphäre und den Meeresströmungen auch in abgeschiedene Gebiete. Es kann mehrere Jahrzehnte dauern bis sich diese Substanzen abgebaut haben. PFC können sich auch auf die menschliche Gesundheit auswirken. „Einige PFC schaden der Fortpflanzung, fördern das Wachstum von Tumoren und beeinflussen zudem das Hormonsystem“, sagt Kaller. Greenpeace warnt auch vor dem steigenden Einsatz kurzkettiger PFC, die an fast allen Expeditionsorten gefunden wurden. Diese flüchtigen Moleküle wirken zwar weniger toxisch als die herkömmlichen langkettigen PFC, sind aber ebenso langlebig.

Mit den Untersuchungen „Chemie für jedes Wetter“ (2012) und „Chemie für Gipfelstürmer“ (2013) hat Greenpeace auch PFC in Outdoor-Produkten nachgewiesen. „Dennoch rüsten die Marktführer Northface, Patagonia und Jack Wolfskin ihre Produkte  weiter mit PFC auf “, sagt Kaller. „Die Outdoor-Branche wirbt zwar mit unberührter Natur, trägt aber zu deren Kontamination bei.“

Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace bereits über 30 Modemarken und Discounter dazu bewegt, auf PFC und andere Risiko-Chemikalien zu verzichten. Händler wie Lidl, Rewe und Hofer haben PFC bereits aus Regenkleidung für Kinder entfernt. Auch Adidas und Puma haben sich verpflichtet, Alternativen zu entwickeln und bis Ende 2017 in die Läden zu bringen. Kleinere Outdoor-Marken wie Paramo, Pyua, Rotauf und R'adys zeigen längst, dass Funktionskleidung frei von giftiger Chemie sein kann: Sie arbeiten mit fluorfreien recycelten Membranen aus Polyester und fluorfreien Imprägnierungen.

Die Greenpeace-Studie „Chemie in unberührter Natur“ finden Sie unter
http://bit.ly/1LeIuwx

Bildmaterial finden Sie unter
http://bit.ly/1Otq5za
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung
(GP0STP5BM - © Patricio Miranda / Greenpeace
GP0STP6C8, GP0STP666, GP0STP65W - © Xia De Rui / Greenpeace) 

 

Themen