Greenpeace kritisiert H&Ms “World Recycling Week”

Presseaussendungen - 15 April, 2016
Wien – An den Zusammenbruch der Textilfabrik Rana Plaza am 24. April 2013 in Bangladesch wird nächste Woche die weltweite Fashion Revolution Week erinnern. Zu Beginn am Montag, 18. April, startet der schwedische Modekonzern H&M eine Aktionswoche zum Thema Textilrecycling („World Recycling Week“). Mit Hilfe seiner KundInnen will der Konzern in dieser Woche weltweit 1000 Tonnen Altkleidung sammeln und recyceln. Die Kampagne des Unternehmens kommentiert Konsumentensprecherin Nunu Kaller von Greenpeace in Österreich:

 „Nur ein Prozent dessen, was an Altkleidern gesammelt wird, lässt sich momentan wirklich als Recycling-Faser in neue Kleidung mischen. H&M nährt die Illusion, es handle sich um gewaltige Mengen, betreibt aber Recycling im Maßstab eines Reagenzglases. Diese Recyclingwoche von H&M ist eine Woche der Illusionen.“

2015 wurden von H&M 1,3 Millionen Teile mit Recycling-Anteil verkauft, das entspricht allerdings nur 130 Tonnen Recycling-Faser. Die 1000 Tonnen, die jetzt in einer Sonderanstrengung gesammelt werden, brauchen beim gegenwärtigen Tempo von H&M mehrere Jahre, bis sie wirklich verwertet sind. Darüber werden die VerbraucherInnen aber im Unklaren gelassen.

„Recycling ist immer nur die drittbeste Lösung. An erster Stelle steht die Vermeidung von Textilabfällen durch überlegten Kauf, gefolgt von einer langen Nutzung und Reparatur der Kleidung. Recycling darf keine Ausrede sein, weiter hemmungslos Kleidung als Wegwerfware zu produzieren, denn jedes einzelne T-Shirt belastet die Umwelt. Insofern wäre eine H&M Vintage-Week oder eine H&M Repair-Service-Week wünschenswerter gewesen“, sagt Kaller abschließend. 

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