Graue Wolken über Apple

Ökologisierungspläne des IT-Herstellers lückenhaft

Presseaussendungen - 12 Juli, 2012
San Francisco/Wien – In dem heute von Greenpeace veröffentlichten Report „A Clean Energy Road Map for Apple” zeigt die Umweltschutzorganisation die Schattenseiten der Ökologisierungspläne von Apple auf. Das Fazit der aktuellen Greenpeace-Untersuchung: Die von der Fachwelt bejubelten Pläne von Apple, seine drei bestehenden Rechenzentren energietechnisch zu „erneuern“, sind äußerst lückenhaft.

„Mit der Ankündigung, zukünftig auf Erneuerbare Energieträger zu setzen, hat Apple im Mai große Aufmerksamkeit erregt. Apple schuldet seinen Kunden und Kundinnen jedoch Details zum angekündigten Umstieg auf Erneuerbare Energiequellen. Das Unternehmen macht sich sonst ebenso unglaubwürdig, wie in Bezug auf umweltverträgliches Design. Aufgrund des Ausstiegs aus dem EPEAT-Umweltprogramm dürfte das für Apple bedauerlicherweise künftig keine große Rolle mehr spielen“, so Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. Seit dem letzten Greenpeace-Report „How Clean is Your Cloud?“ im April 2012 haben weltweit mehr als 250.000 KonsumentInnen Apple, Amazon und Microsoft angeschrieben und eine sauberere Cloud gefordert.

Im neuen, heute erschienenen Greenpeace-Report „A Clean Energy Road Map for Apple”, wird deutlich, dass sich Apple zwar in den Bereichen „Erneuerbare Energien und Engagement“ sowie „Energieeffizienz und Strategien zur Verringerung von CO2-Emissionen“ verbessert hat, aufgrund der fehlenden Pläne zur Umsetzung der angekündigten Ziele jedoch immer noch schlechter abschneidet als deutlich ambitioniertere Mitbewerber. In den Bereichen „Energie Transparenz“ und „Standort-Infrastruktur“ erhält der IT-Hersteller, dem amerikanischen Schulnotensystem entsprechend, nur ein „D“ – sprich Genügend.

„Der Anteil von Strom aus Kohle- und Atomkraft ist bei Apple zwar gesunken, doch diese Werte könnten bedeutend niedriger sein“, kommentiert Sprinz. Zurzeit nutzt Apple 33,5 Prozent Strom aus Kohlekraft und 11,6 Prozent Atomstrom um seine Cloud mit Energie zu versorgen. Im April waren es sogar noch 55,1 Prozent Kohlestrom und 27,8 Prozent Atomstrom.

Der Greenpeace-Report enthält auch eine Checkliste sowie einen Fahrplan, wie Apple sein Versprechen für eine kohlefreie iCloud umsetzen kann. Ein Beispiel: Laut Apple sollen in einer ersten Phase 60 Prozent des Stroms für das Rechenzentrum in North Carolina (USA) aus Solar- und Brennstoffzellen erzeugt werden und die restlichen 40 Prozent Energie aus Erneuerbaren Energieträgern von regionalen Stromversorgern bezogen werden. Der Haken daran ist, dass Apple für diesen Standort Strom von Duke Energy kaufen muss, weil dies der einzige Stromversorger in der Region ist. Duke setzt für seine Kraftwerke  Kohle aus sogenanntem „Mountaintop Removal Mining“ ein. Dies ist eine besonders umweltzerstörerische Tagebaumethode, bei der ganze Bergkuppen abgetragen und artenreiche Naturlandschaften unwiederbringlich zerstört werden. Die Gesundheit der örtlichen Bevölkerung wird dabei nicht nur durch den hohen Chemikalieneinsatz beim Kohleabbau belastet, sondern auch durch den Betrieb der Kraftwerke. „Als Großkunde von Duke ist auch Apple für die Gesundheitsbelastung und Umweltzerstörung verantwortlich. Wir fordern Apple deshalb auf, seine Macht als Großkunde zu nutzen und seine Stromanbieter dazu zu bringen, Strom verstärkt aus Erneuerbaren Energieträgern zu produzieren“, so Sprinz abschließend.

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