Greenpeace: Wenig Fortschritte bei Schokolade-Nikolos

Immer noch Defizite bei Umweltfreundlichkeit, Tierschutz und sozialen Aspekten

Presseaussendungen - 1 Dezember, 2012
Wien – Auch in diesem Jahr hat das Team des Greenpeace Online-Einkaufsratgebers marktcheck.at Nikolaus-Schokoladen unter die Lupe genommen. Fazit: Mehr als 80 Prozent der Produkte schneiden nach wie vor bei Ökologie, Tierschutz und/oder sozialen Aspekten schlecht ab. Insgesamt wurden 23 Nikolaus-Schokoladen im österreichischen Handel gekauft und auf ökologische Kriterien (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung und Einsatz von Palmöl), Tierschutz und soziale Aspekte überprüft. Lediglich vier Produkte können bedenkenlos empfohlen werden. „Wer mit gutem Gewissen Schokolade genießen möchte, sollte zu Bioprodukten mit Fairtrade-Gütesiegel greifen. Diese sind uneingeschränkt empfehlenswert“, sagt Claudia Sprinz, Greenpeace Konsumentensprecherin.

Das marktcheck.at-Team hat bereits beim ersten Nikolo-Check im Jahr 2005 kritisiert, dass die Hersteller konventioneller Schokolade Trockenmilchpulver verwenden, das von Kühen stammt, die Gentech-Futter gefressen haben – hier hat sich wenig geändert. „Es ist nicht nachvollziehbar, wieso Ferrero, Hauswirth, Heindl, Manner, Nestlé, Lidl, Lindt, Riegelein, Rübezahl, Spar und Storck zur Produktion ihrer Nikolo-Schokolade weiterhin Milch aus Gentech-Fütterung verarbeiten, wo nahezu die gesamte österreichische Trinkmilch gentechnikfrei ist und 90 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen Gentechnik im Essen ablehnen“, kritisiert Claudia Sprinz, Greenpeace Konsumentensprecherin.  

Bei einigen Schoko-Nikolos bestand zuerst der Verdacht, dass sich hinter der Zutaten-Bezeichnung „pflanzliches Fett“ Palmöl oder Palmfett verbirgt. Dieses stammt zumeist aus Indonesien, wo großflächig Urwälder gerodet werden, nur um Palmöl-Plantagen anzulegen. Diesen Verdacht gibt es nur noch beim Ferrero Kinder Weihnachtsmann, alle anderen Schoko-Nikolos wurden auf andere Fette, wie beispielsweise Butterreinfett umgestellt. Der mehrfach kritisierte Emulgator E 476 Polyglycerin-Polyrhizinoleat, der im Tierversuch bei größeren Mengen Nieren- und Lebervergrößerungen verursacht, ist nur noch in zwei Nikolos von Hauswirth und einem von Spar enthalten..

Bei konventionell produzierten Nikolo-Schokoladen stammt das Milchpulver nach wie vor von Kühen aus Massentierhaltung. Solche Produkte erzielen beim Tierschutz nur "Ungenügend". Und auch die Arbeitsbedingungen bei der Kakaoproduktion stehen seit Jahren unter Kritik. Nun gibt es zwar Verbesserungen, diese neuen Standards reichen jedoch an die Kriterien von Fairtrade nicht heran.

„Niemand braucht Produkte mit ökologisch problematischen Zutaten oder welche, die unter menschenunwürdigen Bedingungen sowie mit Tierleid hergestellt wurde. Es ist daher allerhöchste Zeit, dass die Hersteller unsere Kritik endlich ernst nehmen, auf die Wünsche der Verbraucher und Verbraucherinnen reagieren und ihre Produkte umstellen“, fordert Claudia Sprinz abschließend.

Die gesamte Produktliste finden Sie hier.