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Greenpeace-Aktion: Gemeinsam mit Fischern für nachhaltige Fangquoten

Protestaktion in Brüssel anlässlich der Festlegung der europäischen Fischfangquoten für 2013

Presseaussendungen - 18 Dezember, 2012
Greenpeace-Aktivisten demonstrieren heute zusammen mit Kleinfischern aus Frankreich, Spanien, Deutschland, Griechenland, Großbritannien und den Niederlanden gegen die Weiterführung der bisherigen desaströsen EU-Fischereipolitik der EU. In den nächsten zwei Tagen verhandeln die europäischen Fischereiminister unter österreichischer Beteiligung in Brüssel über die Verteilung der Fischfangquoten für das Jahr 2013.

Mit Bannern mit der Aufschrift “Quoten: den Großen nehmen, den Kleinen geben“  und zu Papierschiffen gefalteten Flyern fordern die Demonstranten die Teilnehmer des Ministerrates auf, sich für Umverteilung der Fangmöglichkeiten zugunsten nachhaltig arbeitenden Kleinfischern einzusetzen. Ein 3D-Unterwassser-Gemälde von Greenpeace, am Boden vor dem Gebäude des europäischen Rates ermahnt den Ministerrat, den Großteil der Fangquoten diesmal nicht an Industriefangflotten mit zerstörerischen Fangmethoden zu vergeben.

„Die Minister müssen sicherstellen, dass jene Fischer die am nachhaltigsten fischen, ausreichend Fangquoten bekommen, und nicht diejenigen Industrieflotten, die mit ihrem schweren Fanggerät am meisten zur Zerstörung der Meere beitragen“, so Meeresbiologin und Greenpeace-Sprecherin Antje Helms.

Wie jedes Jahr legt das Ministertreffen kurz vor Weihnachten fest, wie viel Fisch im nächsten Jahr in der weiteren Atlantik-Region gefangen werden darf und wie viel davon jedes Land zugeteilt bekommt. Die vom Fischereirat beschlossenen Quoten werden von den Regierungen national verteilt. 80 Prozent der Fangschiffe in Europa gehören handwerklich arbeitenden Kleinfischern, sie stellen 65 Prozent der Arbeitsplätze im Fischereisektor – trotzdem bekommen sie nur einen Bruchteil der Fangquoten zugeteilt. Damit missachten die Fischereiminister seit Jahrzehnten die Interessen der Kleinfischer: Ihr Fischfang ist zum Großteil umweltschonender, selektiver und damit nachhaltiger als die industrialisierte Fischerei.

Außerdem wird mit der Vergabe der Fangquoten darüber entschieden, ob weiter mehr Fisch gefangen wird als nachwachsen kann. „Die Fangquoten dürfen nie wieder über den Empfehlungen der Wissenschaftler liegen”, so Helms und fordert auch einen aktiven Einsatz von Fischerei- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich: „Wir fordern auch Österreich auf, seine Rolle als Entscheidungsträger ernst zu nehmen und sich für Fangquoten einzusetzen, die eine nachhaltige Fischerei garantieren.“

Die derzeit laufende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik bietet der EU die Chance, ihre Politik endlich den richtigen Kurs zu geben. Auch der Fischereiausschuss im Europaparlament wird am morgigen Dienstag über die Reform der Europäischen Fischereipolitik abstimmen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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