Greenpeace: Nachhaltige Reform der Fischereipolitik noch nicht im Trockenen

Kritik vor allem an Rückwurfquoten-Beschluss des Ministerrats

Presseaussendungen - 27 Februar, 2013
Brüssel/Wien – Das Ergebnis der nächtlichen Verhandlungen der europäischen Fischereiminister zur Reformierung der Gemeinsamen Fischerei Politik (GFP) gestern liegt noch weit entfernt von den deutlich ambitionierteren Reformvorschlägen des Europäischen Parlaments. Nach einer schwierigen Verhandlung haben sich die Minister unter anderem auf eine gemeinsame Position zu den Themen Beifänge, Rückwürfe und Anlandegebote geeinigt. Es soll nun zwar keine Ausnahmen für bestimmte Fischarten geben, allerdings ist die beschlossene Rückwurfquote von neun Prozent immer noch zu hoch und widerspricht dem Beschluss des Parlaments. Dieses hatte jegliche Ausnahme vom Rückwurfverbot strikt abgelehnt und eine Null-Prozent-Forderung aufgestellt.

Greenpeace-Sprecherin Melanie Aldrian kommentiert wie folgt:

Es ist inakzeptabel, dass auch zukünftig essbarer Fisch weggeschmissen werden darf. Von der viel gerühmten Kehrtwende in der Fischereipolitik kann nach den gestrigen Verhandlungen nicht gesprochen werden. Zwar haben erfreulicherweise progressive Stimmen, darunter auch Österreich, eine langfristige Verschiebung des Zeitplans, sowie eine Ausnahmeregelung bei Rückwurfquoten für bestimmte Arten verhindert. Aber die Rückwurfquote liegt mit der Reduzierung auf zukünftig neun und dann sieben Prozent immer noch über dem geforderten und einzig verträglichen Limit von Null Prozent.Nun liegt es am Europäischen Parlament in den kommenden Verhandlungen nicht abzuweichen und einen gangbaren Weg zu finden, der dem Fischbestand die dringende Erholung beschert.“

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