Greenpeace zum Österreich-Filmstart von ‚Ruf der Wale‘

Schutz der Wale und der Arktis aktuell wichtiger denn je

Presseaussendungen - 15 Februar, 2012
Anlässlich des Filmstarts des Hollywood-Familienfilms ‚Der Ruf der Wale‘ mit Drew Barrymore als Greenpeace-Aktivistin in der Hauptrolle erinnert die Umweltorganisation Greenpeace daran, dass die im Film aufgezeigten Umweltprobleme rund um die Rettung von drei unter dem Eis gefangenen Grauwalen im Jahr 1988 nichts an Aktualität verloren haben.

„Wale sind nach wie vor vom Aussterben bedroht - darunter auch Populationen von Grauwalen. Island, Japan und Norwegen töten immer noch Wale zu kommerziellen Zwecken. Doch inzwischen ist sogar die Arktis selbst als Lebensraum in ihrer Existenz bedroht“, erklärt Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms. „Die im Film prominent dargestellte Kampagnenarbeit gegen die Ölbohrungen in der Arktis ist in den letzen Jahren angesichts der fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis umso dringender geworden.“

Die Arktis gehört zur letzten noch unberührten Wildnis auf dieser Erde. Doch der empfindliche Lebensraum am Nordpol ist durch den Klimawandel massiv bedroht. Die Arktis erwärmt sich derzeit schneller als der Rest der Erde. Eine der gravierendsten Folgen ist der rapide Rückgang des Packeises am Nordpol. So sind immer größere Teile des Nordpols im Sommer eisfrei. Doch das Eis ist das Fundament der polaren Ökosysteme. Schrumpft und schwindet es, hat dies erhebliche negative Folgen für alle Polbewohner. Dies gilt nicht nur für arktische Robben und den Eisbären, sondern auch für die an ein Leben unter dem Packeis bestens angepassten arktischen Nar- und Weißwale – sie besitzen keine Rückenfinnen. Fehlt das Eis können ihre Fressfeinde, darunter der Orcawal, in diesen sonst geschützte Lebensraum vordringen.

Das Verschwinden des Eises am Nordpol schürt auch die Begehrlichkeiten internationaler Ölkonzerne: Im Arktischen Ozean werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Das zurückgehende Eis könnte eine Ausbeutung schon bald möglich machen. Ein Teufelskreis: Werden diese fossilen Rohstoffe gefördert und verbrannt, heizen sie den Klimawandel weiter an. Und durch den mit der industriellen Erschließung einhergehenden Anstieg des Schiffsverkehrs droht zusätzlich die Gefahr einer Ölkatastrophe: Ein Tankerunglück im hochempfindlichen arktischen Ökosystem hätte fatale Folgen.

Als 1988 die Weltmächte USA und Sowjetunion für die Rettung der Grauwale aus dem Eis zusammengearbeitet haben, hat dieses erfreuliche Tauwetter zum Ende des kalten Krieges zwischen Ost und West geführt. „Das Tauwetter, das jetzt in der Arktis herrscht, ist für uns alle vor allem eines: bedrohlich “, erklärt Helms. „Alle Arktis-Anrainerstaaten müssen sich auf ein rechts-verbindliches Schutzabkommen einigen, das eine weitere industrielle Ausbeutung verhindert und die Arktis als Naturparadies bewahrt. ’Der Ruf der Wale’ sollte uns erneut inspirieren, wie viel erreicht werden kann, wenn einzelne Menschen, Regierungen und Unternehmen gemeinsam für ein Ziel einstehen.“

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