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Expertisen bestätigen rechtswidrige Giftmülllagerung in Almásfüzitö

Greenpeace fordert umgehende Schließung und Sanierung der Deponie

Presseaussendungen - 13 Oktober, 2011
Budapest/Wien – Die heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Budapest veröffentlichten Gutachten zur Rotschlammdeponie in Almásfüzitö bestätigen die Vermutung der Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass die Deponie rechtlich und umwelttechnisch höchst fragwürdig ist. Die beiden unabhängigen Expertisen belegen einerseits, dass das Rotschlammbecken nicht - wie offiziell von der Betreiberfirma Tatai angegeben - zur Kompostierung dient und andererseits, dass die Deponie ungarischem sowie EU-Recht widerspricht.

Bei einer Protestaktion Ende September hatte Greenpeace auf die Deponie in Almásfüzitö aufmerksam gemacht. 412.000 Tonnen Müll, darunter 132.000 Tonnen gefährliche Abfälle dürfen dort pro Jahr vom ungarischen Entsorgungsunternehmen Tatai Környezetvedelmi GmbH in einem Rotschlammbecken direkt neben der Donau abgelagert werden. Greenpeace fordert die umgehende Schließung und Sanierung der Deponie.

Wie das technische Gutachten von Professor Karl E. Lorber, Leiter des Instituts für Entsorgungs- und Deponietechnik der Montanuniversität Leoben (IED) belegt, deponiert die ungarische Entsorgungsfirma Tatai im Rotschlammbecken direkt neben der Donau gefährlichen organischen und anorganischen Giftmüll. “Das Gefahrenpotenzial der Deponie in Almásfüzitö ist als ‘hoch’ einzuschätzen. Man muss davon ausgehen, dass vor allem unter, durch den Standort bedingten, möglichen extremen Bedingungen wie Erdbeben oder Hochwasser, ein massives Austreten von Schadstoffen zu erwarten ist. Meiner Ansicht nach ist es unerlässlich, umgehend angemessene Maßnahmen zu setzen”, so Lorber. Das Becken befindet sich in einer Erdbebenzone und grenzt direkt an die Donau sowie an ein Natura 2000-Schutzgebiet. Ein Dammbruch wie vor etwa einem Jahr im ungarischen Kolontar wäre verheerend und würde durch die Verschmutzung der direkt an die Deponie grenzenden Donau zu einer Umweltkatastrophe internationalen Ausmaßes führen.

Auch das Rechtsgutachten von Dr. Csaba Kiss, Direktor der Environmental Management and Law Association (EMLA) bestätigt die Annahmen der Umweltschutzorganisation. Demnach ist die Genehmigung, die der Betreiberfirma von der zuständigen Behörde in Györ ausgestellt wurde, rechtswidrig und dies sowohl nach ungarischem, als auch nach EU-Recht. “Die Genehmigung des Umweltinspektorats in Györ klärt weder wie die Vorschriften bei der Giftmüllvermischung eingehalten werden können noch welche Auswirkungen die Lagerung auf das angrenzende Natura 2000-Gebiet hat. Meiner Meinung nach können die rechtlichen Probleme nur mit einem Widerruf der Genehmigung gelöst werden”, so Csaba Kiss.

Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster ergänzt: "Diese Deponie ist eine tickende Zeitbombe direkt am Donauufer. Dort wird giftiger Rotschlamm mit hunderten verschiedenen Arten von Müll vermischt. Die Genehmigung für die Firna muss sofort zurückgenommen werden." Von der ungarischen Regierung fordert Greenpeace die Einhaltung aller EU-Umweltvorschriften, insbesondere muss in Ungarn der gesamte Giftmüll dem Stand der Technik entsprechend entsorgt werden.

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