Aktivisten errichten Quarantäne-Station vor Levi’s Geschäft

Levi´s muss gefährliche Chemikalien aus Jeans verbannen

Presseaussendungen - 6 Dezember, 2012
Wien – Aktivistinnen und Aktivisten der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace errichteten heute früh eine Quarantäne-Station vor einem Levi´s-Geschäft in der Wiener Mariahilferstraße. Die Umweltschützer machen damit auf die Vergiftung mexikanischer Flüsse aufmerksam. Untersuchungen von Greenpeace haben ergeben, dass zwei der größten Textilhersteller Mexikos gesundheits- und umweltgefährdende Chemikalien freisetzen. Diese Betriebe sind Lieferanten für große Modemarken, wie Levi´s. Greenpeace fordert von den Modeherstellern, Verantwortung für ihre Produktionsprozesse zu übernehmen und aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien auszusteigen.

„Was in Mexiko aufgedeckt wurde, ist eines der schlimmsten Beispiele für Wasserverschmutzung durch die Textilindustrie. Große Marken verstecken sich hinter einer schwachen Gesetzgebung, um auf geheimen Wegen giftige Chemikalien freizusetzen. All den großartigen Aussagen des Unternehmens zum Erhalt der Umwelt zum Trotz kauft Levi’s bei Zulieferbetrieben ein, die mexikanische Flüsse vergiften”, kritisiert Claudia Sprinz, Greenpeace Konsumentensprecherin.

Der aktuelle Greenpeace-Bericht Giftige Bedrohungen 3: Die Rolle Mexikos in der Schadstoffbelastung der globalen Textilindustrie“ zeigt wie die Textilbetriebe Kaltex und Lavamex die schwache Gesetzeslage in Mexiko nützen, um eine genaue Überprüfung ihrer Produktions-prozesse zu vermeiden. Die Untersuchungen von Greenpeace machen deutlich, dass diese beiden mexikanischen Betriebe eine Vielzahl gefährlicher Chemikalien ins Abwasser freisetzen. Die Laborergebnisse haben ergeben, dass die enthaltenen Chemikalien die Fortpflanzung gefährden können und für Wasserlebewesen giftig sind.

In dem bereits am 20. November 2012 veröffentlichten Greenpeace-Report „Giftige Garne” wurde nachgewiesen, dass die von Levi’s in Mexiko produzierten Jeans gefährliche Chemikalien enthalten. Der österreichische Greenpeace-Protest folgt einer Reihe von internationalen Aktivitäten, die auf die großflächige Verbreitung giftiger Chemikalien durch die Modebranche hinweisen.  So haben mexikanische Greenpeace Aktivisten einen 110 Meter langen Pfeil auf die Textilfabrik Lavamex, wo die US-Marke Levi´s produzieren lässt, gerichtet, um die Verursacher für die Vergiftung mexikanischer Flüsse anzuprangern.

„Wir wissen nicht genau welche Mengen an Gift in mexikanische Flüsse gepumpt werden. Was wir aber wissen ist, dass große Modemarken ihre Mode endlich ‚entgiften‘ müssen. ZARA und Mango haben sich erst kürzlich dazu bekannt, auf die Freisetzung gefährlicher Chemikalien zu verzichten. Levi´s muss ihrem Beispiel folgen und seine Zulieferbetriebe dazu verpflichten, die Freisetzung gefährlicher Chemikalien offenzulegen. Nur so kann die Verwendung von giftigen Schadstoffen endgültig beendet werden“, fordert Sprinz abschließend.

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