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Greenpeace-Analyse: Pestizid-Reste in Mehl und Backwaren

Offensichtliches Versagen von amtlichen Kontrollen

Presseaussendungen - 11 Februar, 2013
Wien – Eine von Greenpeace beim Umweltbundesamt Wien beauftragte Untersuchung von elf Mehl- und Backwarenprodukten ergab einen Nachweis des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat sowie dessen Abbauprodukte in allen Proben. Die gefundenen Konzentrationen lagen alle deutlich unterhalb der Grenzwerte, sie zeigen jedoch, dass die österreichische konventionelle Landwirtschaft dieses Pestizid offenbar nahezu flächendeckend einsetzt. Laut offizieller Auskunft des Lebensministeriums wurde jedoch Glyphosat in 133 Getreideproben, die seit 2009 von der AGES analysiert wurden, kein einziges Mal nachgewiesen. Die Greenpeace-Ergebnisse zeigen somit einen Widerspruch zu den amtlichen Untersuchungsresultaten.

„Greenpeace ist auf ein offensichtliches Versagen der amtlichen Kontrollen gestoßen. Wir fordern den zuständigen Minister Stöger auf, umgehend ein verbessertes Monitoring-Programm für Glyphosat-Rückstände in Getreideprodukten zu initiieren und die Daten zu veröffentlichen“, so Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Darüber hinaus fordert die Umweltorganisation auch ein ambitionierteres Programm zur schrittweisen Reduktion des Herbizid-Einsatzes in der österreichischen Landwirtschaft.

Glyphosat sowie dessen wichtigstes Abbauprodukt AMPA (Aminomethylphosphonsäure) sind vor allem für die Umwelt aufgrund ihrer hohen Wassergefährdungsklasse ein großes Problem. Glyphosat wirkt als Totalherbizid, das alle Pflanzen abtötet, mit denen es in Kontakt kommt. Traditionell wird es in der Landwirtschaft vor der Aussaat eingesetzt, in den letzten Jahren aber auch zusätzlich rund zehn Tage vor der Ernte von Weizen oder Soja. Vor allem letzteres wird von Umweltschützern kritisiert. Bekannt geworden ist Glyphosat auch durch den Einsatz bei Gentechnikpflanzen, speziell Monsantos Gentech-Soja wurde gegen Glyphosat resistent gemacht.

Bei der Greenpeace-Analyse wurden sieben verschiedene Mehle, darunter die bekanntesten Marken und die wichtigsten Eigenmarken des Handels, sowie vier verschiedene Gebäckarten getestet. Das getestete Mehl war zu 100 Prozent aus österreichischer Landwirtschaft, die Backwaren stammten von Bäckereien in Wien und Wels. Der Maximalwert an Glyphosat betrug 46 Mikrogramm pro Kilogramm, jener für AMPA 250 Mikrogramm pro Kilogramm. Der EU-Grenzwert für Glyphosat-Rückstände in Weizen beträgt 10 mg/kg.

„Auch wenn wir den derzeitigen Grenzwert für viel zu hoch angesetzt halten, gehen wir bei den gefundenen Rückständen von keiner Gesundheitsgefahr aus“, kommentiert Schuster. „Es ist aber auch klar: Jeder Pestizidrückstand in Lebensmitteln ist unerwünscht und seitens der Landwirtschaft durch bessere Praxis zu vermeiden.“

Die gesamte Analyse des Umweltbundesamtes finden Sie hier.

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