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Greenpeace-Report: Die giftige Masche der Modeketten

Bedenkliche Chemikalien in Markenkleidung von Zara und Co.

Presseaussendungen - 20 November, 2012
In Markenkleidung international führender Hersteller findet sich oftmals eine besorgniserregend hohe Konzentration von Nonylphenoletoxylaten (NPE), Phthalaten (Weichmachern) und anderen industriellen Chemikalien – das zeigt der heute veröffentlichte Greenpeace Report „Giftige Garne“. Gelangen diese Chemikalien in die Umwelt, sind sie nur schwer abbaubar. Sie können das Hormonsystem schädigen, die Fortpflanzung gefährden und sich in der Nahrungskette anreichern. Untersucht wurden 141 Kleidungsstücke von Modekonzernen wie Zara, Levi’s, Tommy Hilfiger, Mango, Calvin Klein, Esprit oder Diesel, darunter auch in Österreich gekaufte Produkte. Bereits im Vorjahr hat Greenpeace auf die „schmutzige Wäsche“ von Modeketten hingewiesen.

„Unser Bericht deckt auf, dass die betroffenen Unternehmen aus den Erkenntnissen früherer Greenpeace-Untersuchungen nichts dazugelernt haben. Ohne es zu wissen kaufen KonsumentInnen mit ihren Textilien auch gefährliche Chemikalien ein. Dass die Textilindustrie weiterhin die Gefährdung von Mensch und Umwelt in Kauf nimmt, ist völlig verantwortungslos“, stellt Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz empört fest.

Die von Greenpeace in Artikel für Damen, Herren und Kinder und im Speziellen Jeans und Hosen, T-Shirts, Kleider und Unterwäsche gefundenen Schadstoffe werden entweder bewusst in der Produktion eingesetzt oder sind Rückstände des Herstellungsprozesses. Nonylphenoletoxylate (NPE) wurden in 89 der 141 Artikel nachgewiesen, was knapp zwei Drittel der untersuchten Produkte ausmacht. In vier Textilien wurde eine gesundheitsschädlich hohe Konzentration von Weichmachern (Phthalaten) gefunden.

Auch ein in Österreich gekauftes T-Shirt der Marke Tommy Hilfiger enthielt eine bedenkliche Menge an Phthalaten. Diese problematischen Weichmacher werden speziell bei Aufdrucken in der T-Shirt Produktion eingesetzt und sind ebenso wie Nonylphenole (NP) – ein Abbauprodukt von NPE – hormonell wirksam. Darüber hinaus sind Phthalate in der EU als „fortpflanzungsgefährdend“ klassifiziert. Wenn sie in Plastisol-Aufdrucken verwendet werden, sind sie nicht eng an den Kunststoff gebunden und können daher aus dem Produkt freigesetzt werden.

Einige der untersuchten Modehersteller gehören zum sogenannten „Fast Fashion“ -Segment. In sehr kurzen Abständen werden neue Trendartikel herausgebracht, um auf Kundenwünsche rasch zu reagieren. Durch den so entstehenden Produktionsdruck und knappe Liefertermine werden ökologisch unverantwortliche Praktiken, wie hoher Chemikalieneinsatz gefördert. „Pro Jahr werden rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert - meist in asiatischen Herstellerländern. Selbst geringe Mengen an Chemikalienrückständen im einzelnen Kleidungsstück, führen bei der Masse an Textilien zu einer großflächigen Verbreitung umwelt- und gesundheitsgefährlicher Schadstoffe auf der ganzen Welt“, so Sprinz.

Greenpeace setzt sich bereits seit 2011 mit der internationalen Kampagne „Detox“ (engl. für „Entgiften“) für umweltschonende Produktionsbedingungen in der Textilindustrie ein. Als weltweite Akteure müssen Modelabels ihre Verantwortung wahrnehmen und ihren gesamten Produktionszyklus „entgiften“. Greenpeace fordert verbindliche Zusagen und einen Ausstieg aus der Verwendung giftiger Chemikalien. „Verbraucher und Verbraucherinnen können dazu beitragen, den Chemikalien-Kreislauf zu beenden, indem sie ihre Lieblingsmarke dazu auffordern, problematische Substanzen durch harmlose zu ersetzen. Wer beim Mode-Einkauf die Umwelt möglichst nicht belasten möchte, sollte Bekleidung lange nutzen, verstärkt in Secondhand-Läden einkaufen und bei neuen Textilien auf umweltfreundliche Produktion, beispielsweise mit GOTS-Gütesiegel sowie Langlebigkeit achten“, so Sprinz abschließend.

Den gesamten Report "Giftige Garne" finden Sie hier.

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