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Rio+20: Greenpeace gegen Andritz-Beteiligung an Belo Monte

Bundesregierung muss heimische Beteiligung an Umweltverbrechen im Ausland stoppen

Presseaussendungen - 14 Juni, 2012
Einen Stopp der Beteiligung österreichischer Unternehmen an internationalen Umweltverbrechen forderten der Geschäftsführer von Greenpeace Alexander Egit und die Klubobfrau der Grünen Eva Glawischig heute bei einer Pressekonferenz anlässlich des Erdgipfels Rio+20.

Auslöser dafür ist die geplante Beteiligung der österreichischen Andritz AG am Bau des Mega-Staudammprojekts Belo Monte, das zur Vertreibung von mehr als 30.000 Menschen und zur Überschwemmung von 500 Quadratkilometern Fläche führen würde. Gegen den naturzerstörerischen Belo Monte-Staudamm macht auch der österreichische Bischof Erwin Kräutler mobil, der trotz zahlreicher Morddrohungen als Prälat von Xingu in Brasilien und Österreich gegen dieses Projekt kämpft - ebenso wie der Titanic- und Avatar-Regisseur James Cameron und die Schauspielerin und Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger. „Die Andritz AG ist ein Paradebeispiel für die Pervertierung des ‚Green Economy‘-Gedankens, eines der wichtigsten Themen der Rio+20 Konferenz. Die Bundesregierung muss daher noch vor dem Beginn der Rio-Konferenz am 20. Juni von der Andritz AG den Ausstieg aus dem Projekt fordern“, so Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit.

 „Die österreichische Bundesregierung darf nicht mit geplanten rot-weiß-roten Verbrechen an der Umwelt im Gepäck nach Rio fahren. Die Andritz AG wurde in Österreich mehrfach mit Umweltpreisen ausgezeichnet, andererseits ist das Unternehmen in anderen Ländern für die Vertreibung von Menschen und die Rodung von Regenwäldern mitverantwortlich.  Sieht so der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt aus, für den sich der Vorstand der Andritz AG Wolfgang Leitner seit Jahren selbst lobt?“, so Egit. In Österreich wird die Andritz AG unterdessen als Öko-Vorzeigeunternehmen gehandelt und ist laut Firmenleitsatz der Überzeugung, „dass nur Unternehmen, die auch ihren sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Verpflichtungen nachkommen, nachhaltig arbeiten können“.

Belo Monte ist nicht das einzige Projekt unter Beteiligung der Andritz AG, das heimischen Umweltkriterien nicht standhält. Das Unternehmen mit Sitz in der Steiermark ist vielfach sogar die treibende Kraft bei Finanzierung und Umsetzung von verantwortungslosen Projekten: Zellstofffabriken, die zu – oft illegalem – Raubbau an Regenwäldern führen, oder Megastaudämme, die mit Völker-Vertreibung und massiver Umweltzerstörung einhergehen, wie etwa der Ilisu-Staudamm in der Türkei.

Das Auftragsvolumen der Andritz AG für Belo Monte beläuft sich auf 330 Millionen Euro. Jeder Euro eines potenziellen Gewinns würde also mit einem Stück Regenwald und der Vertreibung von 30.000 Menschen erkauft. Pro zwangsübersiedeltem indigenen Siedler verdient die Andritz AG 10.000 Euro. "Das Projekt Belo Monte gefährdet die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung. Die Andritz AG macht schmutzige Geschäfte ohne Anspruch auf Integrität oder Respekt für die Einheimischen am Rio Xingu sowie die Pflanzen- und Tierwelt Brasiliens“, erklärt Egit.

Das Mega-Staudammprojekt Belo Monte wird auch am Alternativgipfel der Zivilgesellschaft, dem sogenannten "People‘s Summit", der zur gleichen Zeit wie die Erdkonferenz in Rio abgehalten wird, im Mittelpunkt stehen. Ebenso wie das Thema „umweltschädliche Subventionen“, das heuer am Erdgipfel neben zahlreichen anderen Themen behandelt werden soll. Alle Beschlüsse zu nachhaltiger Entwicklung sind zum Scheitern verurteilt, solange nicht-nachhaltiges Handeln durch falsche Besteuerung und schädliche Subventionen staatlich belohnt wird. „Es darf nicht sein, dass heimische Unternehmen mit österreichischem Steuergeld unterstützt werden, die im Ausland Verbrechen an der Umwelt begehen. Nicht nur sämtliche (Export-)Förderungen und Kredithaftungen sondern jegliche Subventionierung eines Unternehmens müssen zukünftig an Nachhaltigkeitskriterien gebunden sein. Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, die Vergabe von Subventionen, wie auch von Umweltpreisen genau zu überprüfen und nötigenfalls dagegen einzuschreiten“, schließt Egit.

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